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Viele Bürger haben ein mulmiges Gefühl
Noch einmal feiern vor dem Lockdown

Ob seit Tagen geplant oder spontan dazu entschlossen: Am Samstagabend herrschte auf dem Siegener Weihnachtsmarkt am Schloss Hochbetrieb.  Fotos: Andreas Goebel
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  • Ob seit Tagen geplant oder spontan dazu entschlossen: Am Samstagabend herrschte auf dem Siegener Weihnachtsmarkt am Schloss Hochbetrieb. Fotos: Andreas Goebel
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goeb ■ Ulrich Veltzke und Volker Mackenbach haben die Lage unter Kontrolle. Sie stehen am Eingang des Weihnachtsmarktes der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld. Einmal rund um die Talkirche gruppiert sind die Holzhütten mit ihrem Angebot aus Dekorativem, Selbstgemachtem und allerhand Leckereien. Es ist der 17. seiner Art, seit man im Jahr 2004 den ersten aus der Taufe gehoben hat.

Am Nachmittag, zur Kaffeezeit, strömen die Besucher herbei. Alle zücken sie ihre Handys oder ihren „Gelben“ mit dem Impfnachweis, dazu den Personalausweis. Hier geht es ohne Rücksicht auf Rang und Namen streng nach Vorschrift. Hier gilt 2 G und nur 2 G. „Wir haben auch schon einige nach Hause schicken müssen“, ergänzt Hartmut Heinbach als Verantwortlicher.

goeb  Ulrich Veltzke und Volker Mackenbach haben die Lage unter Kontrolle. Sie stehen am Eingang des Weihnachtsmarktes der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld. Einmal rund um die Talkirche gruppiert sind die Holzhütten mit ihrem Angebot aus Dekorativem, Selbstgemachtem und allerhand Leckereien. Es ist der 17. seiner Art, seit man im Jahr 2004 den ersten aus der Taufe gehoben hat.

Am Nachmittag, zur Kaffeezeit, strömen die Besucher herbei. Alle zücken sie ihre Handys oder ihren „Gelben“ mit dem Impfnachweis, dazu den Personalausweis. Hier geht es ohne Rücksicht auf Rang und Namen streng nach Vorschrift. Hier gilt 2 G und nur 2 G. „Wir haben auch schon einige nach Hause schicken müssen“, ergänzt Hartmut Heinbach als Verantwortlicher. „Selbst Bürgermeister Mues musste am Freitag bei der Eröffnung beides vorzeigen.“ Einmal akzeptierten sie statt dem „Perso“ bei jemandem auch den Jagdschein, aber der Mann war bekannt. „Wir sind deshalb so streng“, schmunzelt Veltzke, „weil wir das Gefühl haben, dass wir auch kontrolliert werden“.

Kaum 2 Grad Celsius zeigt das Thermometer, die Luft ist klar, die Menschen eingemummelt. Zwei Stunden dauert die Schicht von Veltzke und Mackenbach. Heinbach ist erleichtert, weil der Freitag völlig verregnet gewesen ist und hofft, dass die Veranstalter am Abend 1500 rote Bändchen mit der Aufschrift Geisweider Weihnachtsmarkt um die Handgelenke ge legt haben werden. „500 haben wir für Sonntag noch einmal nachgeordert“, erzählt er. Der Erlös geht zur Hälfte an die Flutopferhilfe. Die andere Hälfte fließt in die Innensanierung der Talkirche.

Der dreitägige Geisweider Weihnachtsmarkt atmet den Flair des Ehrenamts. 100 Aktive haben sich eine Woche lang ins Zeug gelegt, die Planungszeit nicht mitgerechnet. Für Projekte sind die Leute zu haben, sinniert er. „An Presbyter heranzukommen, ist heute schon schwieriger“, schmunzelt Heinbach. Auch in der Kirche sowie im angrenzenden Gemeindezentrum wird fleißig gekauft und verkauft.

Helga Volz und Gisela Becker schätzen das Gemütliche am Markt und freuen sich darauf, ein Schwätzchen mit Nachbarn und Bekannten aus Geisweid zu halten. Auch das Kulturprogramm sagt beiden zu: Es gibt Konzertmusik, Chormusik und Gesang. „Wer weiß“, sagt Frau Volz ahnungsvoll. „Vielleicht wird das für längere Zeit die letzte Möglichkeit sein, dass man zusammen ein bisschen feiern kann.“ Auch Hartmut Heinbach ist heilfroh, dass der 17. Weihnachtsmarkt dieses Wochenende über die Bühne geht. „Da bahnt sich so etwas wie ein Lockdown an, da bin ich mir sicher.“

Szenenwechsel: Der Siegener Weihnachtsmarkt am Samstagabend ist ein krasser Kontrast. Hunderte drängen in langen Schlangen auf den Schlossplatz. Man merkt deutlich, dass viel schärfer kontrolliert wird als am Eröffnungstag. Auch hier wird nur durchgelassen, wer 2 G nachweisen kann, und sobald auf dem Platz irgendwo an den Buden Leute Schlange stehen – und das ist quasi überall so – muss die Maske angelegt werden. Die Ordner weisen freundlich, aber nachdrücklich darauf hin.

Vor der Eisbahn staut es sich 50 Meter, die Glühweinhütten sind proppevoll, üppige Wartezeiten vor den Waffel- und Crèpes-Wagen. Am Getränkestand vor der Eisbahn prostet sich eine Gruppe junger Erwachsener aus Olpe zu. „Das ist das letzte Wochenende in Freiheit“, ruft einer dem Reporter zu. „Wollen wir darauf wetten?“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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