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Über 7000 Teststellen in NRW
Noch lohnt sich das Geschäft mit den Tests

In der Region werden immer mehr Teststellen eröffnet. Im Bild das große Zentrum auf dem Parkplatz der Siegerlandhalle.
  • In der Region werden immer mehr Teststellen eröffnet. Im Bild das große Zentrum auf dem Parkplatz der Siegerlandhalle.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

gro/sz Siegen. Sie sprießen förmlich aus dem Boden: Corona-Schnelltestzentren. Kurz das Wattestäbchen in die Nase führen, und nach 15 Minuten ist klar, ob man positiv oder negativ ist. So schnell und einfach geht der Corona-Schnelltest, mit dem jeder bei uns zurzeit sogar Shoppingtermine wahrnehmen darf. In vielen Anlaufstellen nimmt die Zahl der Testungen täglich zu, auch aus diesem Grund. Damit nicht genug: Auch die Testzentren werden immer mehr. Allein in NRW gibt es über 7000 Teststellen – Anfang März waren es im Vergleich gerade einmal ein Viertel davon.

Auch in Siegerland und Wittgenstein wie auch den Kreisen Olpe und Altenkirchen werden immer mehr Teststellen eröffnet.

gro/sz Siegen. Sie sprießen förmlich aus dem Boden: Corona-Schnelltestzentren. Kurz das Wattestäbchen in die Nase führen, und nach 15 Minuten ist klar, ob man positiv oder negativ ist. So schnell und einfach geht der Corona-Schnelltest, mit dem jeder bei uns zurzeit sogar Shoppingtermine wahrnehmen darf. In vielen Anlaufstellen nimmt die Zahl der Testungen täglich zu, auch aus diesem Grund. Damit nicht genug: Auch die Testzentren werden immer mehr. Allein in NRW gibt es über 7000 Teststellen – Anfang März waren es im Vergleich gerade einmal ein Viertel davon.

Auch in Siegerland und Wittgenstein wie auch den Kreisen Olpe und Altenkirchen werden immer mehr Teststellen eröffnet. Neben dem großen Zentrum auf dem Parkplatz der Siegerlandhalle in Siegen gibt es beispielsweise jetzt neben vielen anderen eines in der City-Galerie. Zur steigenden Nachfrage gesellt sich eine gewisse finanzielle Lukrativität. Nach Angaben der Betreiber besteht auch ein gewisses Risiko.
Trotzdem sollen die Termine in Siegen und Umgebung täglich knapp sein. Dies berichtet auch Marcus Sting vom Kreisverband Siegen-Wittgenstein des Deutschen Roten Kreuzes. Allein in der vergangenen Woche seien 8000 Tests in den 15 regionalen Zentren des DRK durchgeführt worden. „Viele Einrichtungen verlangen mittlerweile einen negativen Schnelltest. Die Nachfrage wird also auch in den nächsten Tagen nicht weniger werden“, erklärt Sting gegenüber der SZ.

Hohe Vorleistungen 

Die möglichen Risiken sind allerdings nicht unerheblich. Dies erklärt Thomas Füllengraben als Betreiber des Testzentrums an der Siegerlandhalle so: „Allein für das Zentrum an der Siegerlandhalle müssen wir monatlich mit rund 200 000 Euro in Vorleistung gehen.“ Diese Summe bekomme er erst am Ende des Folgemonats von der Kassenärztlichen Vereinigung erstattet.

Außerdem muss er das Material in Form von Tests, Handschuhen und Schutzkleidung auf Vorrat bestellen. „Da wir die Tests meist aus China bekommen, müssen wir auch da zunächst in Vorleistung gehen. Da landet nichts im Flugzeug, was nicht schon bezahlt wurde“, erklärt Füllengraben das übliche Prozedere. Der Betreiber des Testzentrums muss außerdem das Fachpersonal anwerben und einstellen, mithin der größte Kostenfaktor: „Das Personal will am Ende des Monats bezahlt werden und nicht erst im Folgemonat.“ Auch lege man sehr viel Wert auf geschulte Mitarbeiter.

Vergütet werden die Teststellen durch den Bund. Dazu müssen sie ihre in dem entsprechenden Monat erbrachten Leistung bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angeben, die wiederum meldet die Zahlen dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Nach Zahlungseingang durch das BAS überweist die KV das Geld an die Betreiber. Insgesamt werde die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein im Monat April rund 26 Millionen Euro an die Leistungserbringer der Testverordnung ausschütten, teilte die Organisation kürzlich mit. Auch die Entschädigungen, die jeder Teststellen-Betreiber pro Test erhält, seien klar definiert.

Immer mehr branchenfremde Unternehmer

Bei einem ärztlich durchgeführten Antigen-Schnelltest gibt es 15 Euro, ein Test durch angelerntes Personal wird nur mit 12 Euro vergütet. Hinzu kommt dann noch eine Abrechnung der Materialkosten. Diese liegt seit dem 1. April bei maximal 6 Euro pro Test. „Hier kommt es darauf an, wie günstig man an die jeweiligen Tests kommt. Man bekommt jedoch ausschließlich die zuvor bezahlte Summe für den Test erstattet“, berichtet Füllengraben.

Finanziell scheint das Ganze nicht uninteressant zu sein, denn das Geschäft mit den Corona-Testzentren lockt auch immer mehr branchenfremde Unternehmer an. Wie viel die jeweilige Teststelle einnimmt und ob das Geschäft am Ende des Monats lohnenswert ist, sei abhängig von vielen Faktoren, sagen die Betreiber. Die aktuelle Nachfrage beziehungsweise die Anzahl der Tests konkurrierten immer mit den Personalkosten und den aktuellen Marktpreisen für die Verbrauchsgegenstände.

Schärfere Regeln und Probleme bei den Schnelltests für Geimpfte könnten jedoch nach Expertenmeinungen das lukrative Geschäft bald erschweren. Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, könnte künftig eventuell später im Jahr bei Reisen und im Alltag weitgehend auf Corona-Tests verzichten. Jedenfalls geht dies aus einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums hervor.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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