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Testpflicht in den Unternehmen
Noch viel zu tun in der Region

In den heimischen Unternehmen muss noch viel passieren, bis die Anforderungen der neuen Testpflicht erfüllt werden.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz/sabe Siegen. Aller Widerstand hilft am Ende wohl nichts, die Corona-Testpflicht für Unternehmen wird kommen. Wer nicht im Homeoffice arbeitet, soll künftig vom Arbeitgeber mindestens einmal pro Woche die Möglichkeit erhalten, sich auf Corona testen zu lassen. „Das wurde auch Zeit“, sagen die einen, die nicht nachvollziehen konnten, warum sich Schülerinnen und Schüler testen lassen sollen und die Wirtschaft „verschont“ wird. Die Arbeitgeber dagegen fürchten viel Bürokratie und nicht zuletzt hohe Kosten.

Wirtschaftsverbände wehren sich mit aller Kraft gegen die angekündigten Maßnahmen. Kurz nach Ostern folgte ein „Sachstandsbericht“, der bestätigen sollte, wie brav die Unternehmen bereits freiwillig testen, wie steil die Test-Trendkurve nach oben zeigt.

sz/sabe Siegen. Aller Widerstand hilft am Ende wohl nichts, die Corona-Testpflicht für Unternehmen wird kommen. Wer nicht im Homeoffice arbeitet, soll künftig vom Arbeitgeber mindestens einmal pro Woche die Möglichkeit erhalten, sich auf Corona testen zu lassen. „Das wurde auch Zeit“, sagen die einen, die nicht nachvollziehen konnten, warum sich Schülerinnen und Schüler testen lassen sollen und die Wirtschaft „verschont“ wird. Die Arbeitgeber dagegen fürchten viel Bürokratie und nicht zuletzt hohe Kosten.

Wirtschaftsverbände wehren sich mit aller Kraft gegen die angekündigten Maßnahmen. Kurz nach Ostern folgte ein „Sachstandsbericht“, der bestätigen sollte, wie brav die Unternehmen bereits freiwillig testen, wie steil die Test-Trendkurve nach oben zeigt. 90 Prozent der Industrieunternehmen führten entweder schon Tests durch oder steckten in der Planung eines Angebots, so die Umfrageergebnisse, die sich auf Firmenbefragungen stützen. Ein völlig anderes Ergebnis hält die Hans-Böckler-Stiftung dem entgegen: Nur 23 Prozent aller Präsenz-Beschäftigten hätten mindestens einmal pro Woche Zugang zum Test-Angebot.

Auch ohne Pflicht schon viele Tests

Wieder andere Zahlen aus dem Bundeswirtschaftsministerium: Nach Angaben aus Berlin bieten inzwischen rund 70 Prozent der Unternehmen ihren Beschäftigten wöchentliche Testmöglichkeiten an, weitere Angebote kämen hinzu. Demnach ändere sich mit einer Angebotspflicht aus Sicht des Wirtschaftsministeriums um Peter Altmaier (CDU) nicht viel. Bis zum Schluss hatte sich der Bundeswirtschaftsminister allerdings gegen den Beschluss gesträubt.

Tatsächlich ging auch in der Region schon einiges ohne Verpflichtung. Auf SZ-Anfrage konnte vom kleinen Handwerks- bis zum großen Industrieunternehmen so manches bereits laufende Teststrategien vorzeigen (siehe SZ-Bericht vom 8. April). Ebenfalls gute Erfahrungen machte ein User, der uns via Facebook schreibt: „Ich bin froh, dass unsere Mitarbeiter solidarisch sind und ihren Beitrag zur Entschleunigung des Infektionsgeschehens sogar von sich aus beitragen wollen. Wir testen zweimal in der Woche, damit die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass eine mögliche Infizierung sich nicht weiter ausbreitet. Weder auf Kunden noch auf die eigene Familie. Eine frühe Entdeckung ist auch besser für jeden selbst. Es ist nicht angenehm, aber es ist ein machbarer Beitrag. Ein kleines Opfer für mehr Kontrolle des Geschehens. Wenn jeder an seinen Nachbarn denkt, ist an alle gedacht.“

Knapp 50 Prozent noch ohne Test-Chance auf der Arbeit

Allerdings: Dass Verpflichtung nicht gänzlich unnötig und ein Appell anscheinend nicht ausreichend ist, um für einen flächendeckenden Test-Zugang zu sorgen, darauf verweist auch das Stimmungsbild unserer nicht repräsentativen SZ-Umfrage. Wir wollten von Ihnen wissen, wie sich die aktuelle Situation an Ihrem Arbeitsplatz darstellt. Von 176 SZ-Lesern gaben 43,75 Prozent (77 Stimmen) an, dass sie bereits jetzt die Möglichkeit haben, sich einmal die Woche kostenlos testen zu lassen. 10,23 Prozent (18 Stimmen) gaben an, dass sie noch keine Testmöglichkeit am Arbeitsplatz haben, das Angebot aber bereits in Planung sei. Die knappe Mehrheit, nämlich 46,02 Prozent und somit 81 Stimmen, wählten die Option „Nein, bei uns gibt es keine Test-Option.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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