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Schüler kehren zurück an die Grundschulen
Normaler Schulbetrieb unmöglich

Große Abstände, kaum mehr als eine Handvoll Schülerinnen und Schüler in den Klassenzimmern – von einem gewöhnlichen Alltag ist nicht nur die Friedrich-Flender-Schule in Weidenau noch ziemlich weit entfernt. Gestern starteten immerhin die Viertklässler wieder mit dem Unterricht.
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  • Große Abstände, kaum mehr als eine Handvoll Schülerinnen und Schüler in den Klassenzimmern – von einem gewöhnlichen Alltag ist nicht nur die Friedrich-Flender-Schule in Weidenau noch ziemlich weit entfernt. Gestern starteten immerhin die Viertklässler wieder mit dem Unterricht.
  • Foto: Christian Schwermer
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

cs/sz Siegen. Als auch Nordrhein-Westfalen die Schulen zum 16. März dichtmachte, vermochte niemand abzusehen, wie lange diese Corona-Zwangspause wohl andauern würde. Aus jetziger Sicht lautet die Antwort seitens der Grundschulen: Knapp acht Wochen, und von einem normalen Alltag sind die Einrichtungen noch immer ganz weit entfernt. Gestern rückten immerhin wieder die Viertklässler an, und für die ist nichts mehr so, wie es einmal war. Das erfahren jetzt auch die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Flender-Schule in Weidenau, wo nun immerhin wieder 24 der insgesamt 107 Kinder unterrichtet werden. Außerhalb der Klassenräume gilt Maskenpflicht, mehrmaliges Händewaschen gehört zum Standardrepertoire und Markierungen auf den Fluren erinnern permanent an die außergewöhnliche Situation.

cs/sz Siegen. Als auch Nordrhein-Westfalen die Schulen zum 16. März dichtmachte, vermochte niemand abzusehen, wie lange diese Corona-Zwangspause wohl andauern würde. Aus jetziger Sicht lautet die Antwort seitens der Grundschulen: Knapp acht Wochen, und von einem normalen Alltag sind die Einrichtungen noch immer ganz weit entfernt. Gestern rückten immerhin wieder die Viertklässler an, und für die ist nichts mehr so, wie es einmal war. Das erfahren jetzt auch die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Flender-Schule in Weidenau, wo nun immerhin wieder 24 der insgesamt 107 Kinder unterrichtet werden. Außerhalb der Klassenräume gilt Maskenpflicht, mehrmaliges Händewaschen gehört zum Standardrepertoire und Markierungen auf den Fluren erinnern permanent an die außergewöhnliche Situation.

Personalisierte Plätze

Deutlich verändert sich auch das Erscheinungsbild in den einzelnen Klassenzimmern. Da sitzen nun sechs Kinder weit im Raum verteilt, an personalisierten Plätzen, die nur von ihnen selbst genutzt werden. Und damit man sich möglichst gar nicht von seinem Stuhl erheben und umherlaufen muss, lagern der Schüler die benötigten Utensilien auf ihren Tischen. Wer hätte es noch vor wenigen Wochen für möglich gehalten, dass in Deutschland einmal solche radikalen Regelungen notwendig werden würden?

Corona-Maßnahmen an der  Friedrich-Flender-Schule

Dennoch, die Freude, wenigstens ein paar der Spielgefährten nach knapp zwei Monaten mal wieder zu sehen, war den Kindern gestern beim SZ-Ortsbesuch deutlich anzusehen. „Dass wir endlich wieder quatschen können“, beantwortete etwa ein Schüler wie aus der Pistole geschossen die Frage, was denn nun das Beste am Neustart der Schule sei. Dafür hatte auch die Einrichtung an der Engsbachstraße ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorzubereiten, wobei die Voraussetzungen dort verhältnismäßig gut waren, wie Martina Held erklärt. „Wir haben in jedem Zimmer ein Waschbecken, und die sanitären Anlagen wurden vor zwei Jahren erneuert“, sagt die Schulleiterin und verweist auf die umfangreichen Vorkehrungen, die es vorab zu treffen galt.

Vier Lerngruppen

Die Viertklässler habe man in vier Lerngruppen eingeteilt, die morgens ab 8 Uhr zeitversetzt im Viertel-Stunden-Takt eintrudeln. So finden die Pausen nicht gleichzeitig statt – beim Spielen auf dem Hof vergessen Kinder naturgemäß am ehesten einmal, den nötigen Abstand einzuhalten. Im Gebäude selbst sind auf den Fluren Markierungen und Hinweisschilder angebracht.
Glücklicherweise falle vom neunköpfigen Kollegium lediglich eine Lehrkraft in den Bereich der Corona-Risikogruppe, führt Martina Held weiter aus. Die Schulleiterin zeigt sich am Vormittag mit dem Start zufrieden, sämtliche Kinder hätten etwa mehrere Schutzmasken dabei gehabt, „es waren alle vorbereitet“. Dies sei einer frühen und umfangreichen Information der Eltern zu verdanken.

Schüler kommen im Wechsel

Und es geht weiter. Nicht nur in der Weidenauer Schule. Alle Grundschulen bereiten sich in diesen Tagen auf die weitere Öffnung der Schulen vor. Ab kommendem Montag erhalten alle Grundschul-Jahrgänge im tageweisen Wechsel wieder Unterricht. Das NRW-Schulministerium in Düsseldorf hat bekanntlich die schrittweise Wiederaufnahme des Schul- und Unterrichtsbetriebs angekündigt.
Für das Rathaus als Schulträger wie auch für die Leiterinnen und Leiter der 18 Grundschulen in der Krönchenstadt ist der Zeitplan damit eng gestrickt. Per Videokonferenz hat Schuldezernent André Schmidt deshalb am Donnerstag mit den Schulleitungen die wichtigsten Eckpunkte zur Aufnahme des Präsenzunterrichts ab nächster Woche abgestimmt. „Wir wollen möglichst viel Schutz, möglichst wenig Kontakte, aber auch pragmatische und umsetzbare Regelungen für die Schulen“, erklärt dazu André Schmidt.

"Rollierender" Unterricht

Ergebnis: Ab Montag geht es los mit dem „rollierenden“ Unterricht, dazu laufen auch die Notbetreuungsgruppen wie bisher weiter. Die Details:

  • Pro Wochentag wird ein Jahrgang in der Schule unterrichtet, am darauffolgenden Tag die nächste Klassenstufe.
  • Wie viele Stunden pro Tag die Schule für den Unterricht öffnet, regelt jede Grundschule individuell – in der Regel sind es vier Stunden, so die Abfrage im Videochat.
  • Ziel ist, dass mit diesem von der Landesregierung angeordneten „Rotationsmodell“ alle Schüler bis zu den Sommerferien möglichst gleichmäßig verteilt unterrichtet werden können.
  • Ein offener Ganztag und andere Betreuungsformen können für die Mädchen und Jungen zunächst noch nicht angeboten werden.
  • An ihren jeweiligen Präsenztagen erhalten die Schüler entsprechend der von den Schulen erstellten Stundenplänen ihren Unterricht.

Damit bis Montag alles noch Notwendige vorbereitet werden kann, sollen die Grundschulen nun schnell an die Stadtverwaltung zurückmelden, welche Räume sie nutzen und welche Klassenstufen mit wie vielen Schülern wann unterrichtet werden. Denn: Reinigungsdienste müssen entsprechend instruiert, der Schülertransport muss abgestimmt werden. Pro Schultag wird jeweils eine Jahrgangsstufe in der Schule unterrichtet, ein Schicht-Modell oder Unterricht am Samstag ist nicht vorgesehen. „Um die Infektionsketten wirksam zu unterbinden, ist es entscheidend, dass die Kinder nicht mit Mitschülern aus anderen Jahrgangsstufen in der Schule zusammentreffen“, so André Schmidt.

Normaler Schulbetrieb unmöglich

So viel zur Theorie. Und die Praxis? Dass bald wieder alle Schüler unterrichtet werden sollen, bereitet der Weidenauer Schulleiterin Martina Held kein Kopfzerbrechen, „das rollierende System wird funktionieren“. Aber: „Ein normaler Schulbetrieb unter Einhaltung aller Regelungen – das wird weder räumlich noch personell möglich sein.“

Kein Mittagessen Aufgrund der Corona-Hygienestandards ist auch ein gemeinsames Mittagessen in den Grundschulen zunächst nicht möglich, Mensen und Mittagsverpflegung bleiben erst einmal geschlossen. Bis auf den Unterricht und die Zeiten der Notbetreuung gilt auch weiterhin das Betretungsverbot der städtischen Schulgebäude. Eine gute Nachricht: Geöffnet sind seit Donnerstag auch wieder die Schulhöfe, die nach dem Schulbetrieb mit den notwendigen Abstandsregelungen als Spielplätze genutzt werden können. Also: Auch die Schüler dürfen die Spielgeräte auf den Pausenhöfen vormittags wieder in ihrer jeweiligen Gruppe nutzen.
Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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