Notarzteinsatz bei Burbach-Prozess

 Der fünfte Tag im Prozess um die Misshandlungen von Flüchtlingen in der Notaufnahmeeinrichtung Burbach endete mit einem Notarzteinsatz: Eine Angeklagte war zusammengebrochen. Foto: Tim Lehmann
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tile - Man könnte meinen, es sei einiges los gewesen im Hüttensaal der Siegerlandhalle: Zwei Anträge auf Aussetzung des Hauptverfahrens, ein spontaner „unaufschiebbarer Antrag“, eine verspätete Angeklagte, ein Angeklagter, der nach einer Unterbrechung gar nicht mehr auftauchte. Und ein Notarzteinsatz. Unterm Strich jedoch ist kaum etwas passiert. Und der Wahrheitsfindung diente der fünfte Verhandlungstag im Prozess um die Misshandlungen in der Notaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Burbach am Landgericht Siegen schon gar nicht.

Einmal mehr war es Rechtsanwalt Philipp Adam (Kaiserslautern), der mit dem Antragsreigen vor der 1. großen Strafkammer begann. Da das „Gericht nicht ordnungsgemäß besetzt“ sei, beantragte er die Aussetzung des Hauptverfahrens. Nach Einsicht der Unterlagen gebe es Zweifel daran, ob die zuletzt ausgeschiedene Schöffin tatsächlich verhandlungsunfähig sei. Gleich darauf ergriff Rechtsanwalt Oliver Guski (Karlsruhe) das Wort, dem anhand des Zitats aus dem ärztlichem Schreiben aufgefallen war, dass offenbar zwei Atteste existierten. Ihm und vielen Kollegen sei indes nur eine Version bekannt. Angesichts der zwei Attest-Versionen, wobei in einem das Wort „verhandlungsunfähig“ auftauche und in dem anderen nicht, „drängt sich der Verdacht auf, dass etwas nicht richtig läuft“. 

Nach Ablauf einer 60-Minuten-Pause, die Prozessteilnehmer saßen bereits auf ihren Plätzen, kam Unruhe auf: Mehrere Rechtsanwälte und Staatsanwalt Christian Kuhli drängten zum noch leeren Richtertisch. Eine Kollegin vermeldete, ihr Mandant sei nicht wieder aufgetaucht, sie erreiche ihn auch nicht telefonisch. Er blieb der Verhandlung „eigenmächtig“ fern. Allein dies wäre schon ein hinreichender Grund für das Gericht gewesen, die Verhandlung abzubrechen. Es war aber der mit der Rückkehr der Kammer in den Hüttensaal nahezu zeitgleiche Zusammenbruch einer Angeklagten, die trotz offensichtlicher Erkrankung zum Prozess erschienen war. Richterin Elfriede Dreisbach nahm dies zum Anlass, die Verhandlung auf den nächsten Sitzungstermin am 9. Januar 2019 zu vertagen. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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