Corona: Neue Regelung in NRW
Nur betroffene Schüler müssen in Quarantäne

Weitreichende Veränderungen der Quarantäneregelung in den Schulen und Kitas hat das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstagabend verkündet.
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sz Siegen/Bad Berleburg/Düsseldorf. Weitreichende Veränderungen der Quarantäneregelung in den Schulen und Kitas hat das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstagabend verkündet. Demnach müssen sich künftig nur infizierte Kinder in Isolation begeben - nicht mehr wie zuvor ganze Klassen. Vorangegangen war die Einigung zwischen den Gesundheitsministern der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die sich am Montag für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen hatten. Quarantäneanordnungen seien demnach auf möglichst wenige Personen zu beschränken. Wie klein oder groß die betroffene Schülergruppe sein soll, die bei einem Corona-Fall in Quarantäne gehen müsste, war dabei offen gelassen worden.

Die NRW-Landesregierung will bei der Quarantäne für Kinder umsetzen, was sie neulich schon angekündigt hat: Bei Einzelfällen sollen erstmal nur die infizierten Kinder zu Hause bleiben. Müssen weitere Kinder in Quarantäne, können sie sich nach fünf Tagen freitesten.  Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprach von einer "Regelung mit Augenmaß". Für die Kinder und Jugendlichen solle so das Recht auf  Präsenzunterricht und Betreuung ermöglicht werden, gleichzeitig aber auch ihre Sicherheit gewährleistet sein. 

Das Ministerium bezieht die "Quarantäne-Erleichterungen" dabei auf die Infektion eines einzelnen Kindes innerhalb einer Klasse, eines Kurses oder einer Kita. Das Kind werde dann in eine 14-tägige Quarantäne geschickt, während die übrigen Kinder in der Regel nicht in Quarantäne müssen. Zur Kontrolle werde bei einem Fall die Zahl der wöchentlichen Regeltests erhöht. In der Kindertagesbetreuung sollen neben den freiwilligen Selbsttests nach einem Infektionsfall Pflicht-Selbsttests eingeführt werden. Nur wenn mehrere Kinder infiziert seien, sollen die Gesundheitsämter weitere Quarantänemaßnahmen erlassen. Betroffene Kontaktpersonen können sich aber vorzeitig freitesten: Wenn ein nach dem fünften Tag der Quarantäne durchgeführter PCR-Test ein negatives Ergebnis aufweist, steht der Rückkehr in Schule oder Betreuung nichts im Wege.

Kinder und Jugendliche, die sich zum Inkrafttreten der neuen Regelungen noch in Quarantäne befinden, können sich ebenfalls mit einem negativen Testnachweis einer PCR-Testung nach dem fünften Tag der Quarantäne freitesten. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte ebenfalls am Dienstagabend in einer Pressemitteilung eröffnet, dass ab sofort eine Quarantäneverkürzung für Kontaktpersonen unter Kindern und Jugendlichen in Kindertagesstätten und Schulen auf fünf Tage möglich sei. Damit die Verkürzung greifen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: „Die betroffenen Personen haben keine Krankheitszeichen, sind also symptomfrei“, so Dr. Christoph Grabe, Leiter des Kreisgesundheitsamtes: „Zudem müssen sie frühestens am fünften Tag der Quarantäne einen PCR-Test oder einen Schnelltest – nur von einer zugelassenen Teststelle, kein Selbsttest zu Hause – machen. Ist der negativ können sie ihn am Folgetag in der Schule bzw. Kindertageseinrichtung vorlegen und die Einrichtung wieder besuchen.“ Dr. Grabe erläutert dieses Vorgehen an einer Beispielrechnung: „Der letzte Kontakt zu einem erkrankten Mitschüler erfolgte am 1. September. Bei Symptomfreiheit kann eine Freitestung frühestens am 6. September erfolgen und der Schul- bzw. Kitabesuch bei Vorlage des negativen Testergebnisses ab dem 7. September wieder aufgenommen werden.“

Diese Quarantäneverkürzung ist nur für Kontaktpersonen im Bereich der Schule bzw. der Kindertagesstätte möglich. Darauf weist das Kreisgesundheitsamt ausdrücklich hin. Ansonsten bleibt es dabei, dass enge Kontaktpersonen einer 14-tägigen Quarantäne unterliegen. Diese unterschiedlichen Regelungen gehen auf die erwähnte Erfahrung zurück, dass es in Schulen und Kindertagesstätten seltener zu Folgeinfektionen kommt als zum Beispiel innerhalb von Familien. 

Die notwendigen Erlasse und Verordnungen auf Landesebene sollen bis spätestens Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden. Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken.
Laumann und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hatten sich bereits vergangene Woche in einer Sondersitzung des Landtags für die jetzt beschlossene Regelung ausgesprochen. Bisher sollen laut Verordnung in NRW bei einem Corona-Fall Schüler in Quarantäne, die vor, hinter, rechts oder links von einem Infizierten gesessen haben. Oft wird aber von den Behörden eine 14-tägige Quarantäne für ganze Gruppen oder Klassen angeordnet.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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