Nur noch Feierabendfußball!

 Trainer Michael Boris wird die Sportfr. Siegen zum Saisonende verlassen, wenn der Verein den angekündigten Sparkurs einhalten muss. Foto: cst
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geo - Wie die Siegener Zeitung bereits vorab berichtet hatte, bereitete der Vorstand der Siegener Sportfreunde die Öffentlichkeit gestern im Rahmen einer Pressekonferenz auf Schmalkost vor. Uli Steiner, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH der Sportfreunde und Vorsitzender des Gesamtvereins, bestätigte, dass es in den vergangenen drei Monaten nicht gelungen sei, in irgendeiner Weise Ersatz für die finanziellen Zuwendungen zu erbringen, die der langjährige Mäzen und Ehrenpräsident Manfred Utsch über viele Jahre hinweg geleistet habe. Bekanntlich stellt dieser seine Unterstützung zum Saisonende ein.

Steiner bestätigte weiterhin, dass daher der Etat der 1. Mannschaft, die bekanntlich seit zwei Jahren im vorderen Tabellenfeld der Regionalliga West spielt, um rund die Hälfte der bisherigen 1,3 Millionen Euro weiter abgeschmolzen werden müsse. In dieser Summe von 1,3 Millionen sind im übrigen nicht die Kosten des Restvereins („eV“) enthalten.

Man werde in den Reihen des Vorstandes in den nächsten Tagen ein Sparkonzept erarbeiten, das auf dem Prinzip des „Feierabendfußballs“ fußen werde. Damit ist der Abschied von professionellen Strukturen gemeint, d.h. trainiert würde wieder abends, die Spieler könnten und sollten somit einer geregelten Tätigkeit nachgehen.

Mit diesem Modell  versuchen derzeit Vereine wie der SV Lippstadt, die SG 09 Wattenscheid oder die SSVg. Velbert die Klasse zu halten. Mit erstaunlichem Erfolg übrigens auch der SC Verl, der, so Steiner, für die Siegener wohl als Vorbildverein gelten soll. Bei den Ostwestfalen koste die Mannschaft den Verein „nur“ 500 000 Euro im Jahr, dafür aber seien die Spieler bei Sponsoren ganztägig beschäftigt.

Die in diesem Zusammenhang wohl wichtigste Frage beantwortete bei der Pressekonferenz Trainer Michael Boris direkt und ohne Umschweife: „Die sportlichen Ziele des Vereins decken sich dann nicht mehr mit meinen. Stand heute werde ich mich zum 1. Juli 2014 neu orientieren.“ Das wird wohl auch für einen Großteil der Spieler gelten, allein Kapitän Mark Zeh hat einen Zwei-Jahres-Vertrag und ist damit theoretisch noch für die Saison 2014/2015 gebunden.

Bei der gestrigen Pressekonferenz erklärte Frank Weber vom Vereinsvorstand, dass es mit den Sparnamaßnahmen bei der 1. Mannschaft nicht allein getan sei. In den kommenden Tagen werde „alles auf den Prüfstand“ kommen. Man werde genau prüfen müssen, was der Verein brauche und was nicht. Gefragt, ob auch ein Rückzug aus der Regionalliga überlegt werde, antwortete Uli Steiner: „Es gibt viele Denkmodelle, der Verzicht auf die Regionalliga steht dabei erst ganz am Schluss.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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