Nur sonntags schweigt die Armut

Eine Delegation des Kirchenkreises Siegen besuchte Partner im tansanischen Kibaha

sz Siegen. Auf ereignisreiche Wochen in Tansania können Superintendent Friedemann Hillnhütter mit seiner Ehefrau Cornelia, Alfred und Ingeborg Behr aus der Evangelischen Kirchengemeinde Wilnsdorf, Christina Stemmermann aus dem Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises sowie Matthias Daub aus Fellinghausen von der Tansania-Partnerschaftsgruppe zurückblicken.

Ziel der Reise in den tansanischen Partnerkirchenkreis Kibaha war, Kontakte untereinander zu pflegen, vom Siegerland aus geförderte Projekte zu besichtigen und vor allem das Land und Leben der Partner im fernen Afrika näher kennen zu lernen. Untergebracht wurden die deutschen Gäste deshalb nicht in Hotels, sondern bei verschiedenen Gastfamilien, die alle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) angehören.

Tansania gilt als eines der sieben ärmsten Länder der Welt. Sichtbar wurde die Armut besonders im Straßenbild der kleineren und größeren Orte, die überwiegend durch staubige, unbefestigte Straßen miteinander verbunden sind. Etwa 50 Prozent der Menschen leben in ländlichen Gebieten in traditionellen Häusern oft ohne Strom und fließendes Wasser. Noch immer gibt es Menschen, die einen Weg von sechs Kilometern hinter sich bringen müssen, um das nächste Wasserloch zu erreichen und anschließend die schweren Wasserkanister auf dem Kopf oder Fahrrad nach Hause zu transportieren.

Erstaunlich fröhlich wird es, wenn man die Christen in Tansania am Sonntag erlebt. Dann nämlich scheint die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich keine Rolle mehr zu spielen. Adrett gekleidete Frauen, Männer und Kinder kommen prächtig und bunt gekleidet in Scharen zum Gottesdienst, der offenbar den Höhepunkt der Woche bildet. An diesem Tag ist keine Spur mehr davon zu bemerken, dass 50 Prozent der Bevölkerung unter Malaria leidet, weitere unzählige Menschen mit HIV infiziert sind und zahlreiche andere Krankheiten unter den Menschen grassieren.

Vor allem die Würde und Kraft der selbstbewusst wirkenden Frauen kommt bei der sonntäglichen Feier zur Geltung. Einen Eindruck von der hohen Leistungsbereitschaft der Frauen konnte sich die Siegener Kirchenkreisdelegation besonders bei der Sichtung des so genannten KILWAG-Projektes (Kibaha Lutheran Woman Advancement Group) verschaffen. Seit 1998 produzieren Frauen in den verschiedenen Gemeinden und Untergemeinden auf Eigeninitiative hin Produkte wie Bastwaren, bunte Stoffe, Schmuck und diverse Ethnowaren, die nach Sie- gen transportiert und hier an Verkaufstischen nach Gottesdiensten angeboten werden.

Der Ruf nach Bildung, speziell im Marketing, wird laut. Weil die Mehrheit das teure Schulgeld nicht aufbringen kann und man einen Anstieg der – den Umständen entsprechend noch niedrigen – Kriminalitätsrate verhindern will, bemühen sich insbesondere die Kirchengemeinden um Beschäftigungsprojekte. Jugendliche sollen nicht auf die schiefe Bahn geraten. Der Kirchenkreis Siegen unterstützt den so genannten Kibaha Education Fund, aus dessen Topf begabte Jugendliche eine Ausbildung finanzieren können.

Die Infektionsgefahr mit HIV wirft eine besondere Problematik auf. Aber auch hier zeichnen sich inzwischen Fortschritte bei der Aufklärungsarbeit ab. Zwei Schreinerwerkstätten und mehrere Nähprojekte, die von Siegen aus gefördert werden, verzeichnen zum Teil gute Erfolge. Wer einen Diavortrag zu der Reise buchen möchte, kann Kontakt aufnehmen mit dem Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises Siegen, Burgstraße 21, 57072 Siegen, Tel. (0271) 5004-212 oder als Mail: christina.stemmermann@kirchenkreis-siegen.de

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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