SZ

Marien-Krankenhaus bezieht Stellung
Oberarzt bekommt Gegenwind

Der Oberarzt des Marien-Krankenhauses wird von Impfgegnern als Held gefeiert.
  • Der Oberarzt des Marien-Krankenhauses wird von Impfgegnern als Held gefeiert.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

juka Siegen. Die Diskussionen um einen Oberarzt des Siegener St.-Marien-Krankenhauses, der am Montag auf einer Demonstration von Impfgegnern das Wort ergriffen und seine Bedenken sowie mutmaßlichen Erfahrungen mit massiv gehäuften Fällen von Lungenembolien während der vergangenen zwei Jahre kundgetan hat, gehen weiter. Der Arbeitgeber des Mediziners positionierte sich am Donnerstag mit einer ausführlichen Stellungnahme. Dagegen hält sich die Krankenhausgewerkschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) mit klaren Aussagen zurück. Die KGNW führt stattdessen nur an, dass 90 Prozent der Beschäftigten in patientennahen Bereichen mindestens zweimal geimpft seien und man mit dieser Quote über der in der Gesamtbevölkerung liege. Zudem appelliere man weiterhin daran, sich impfen zu lassen.

juka Siegen. Die Diskussionen um einen Oberarzt des Siegener St.-Marien-Krankenhauses, der am Montag auf einer Demonstration von Impfgegnern das Wort ergriffen und seine Bedenken sowie mutmaßlichen Erfahrungen mit massiv gehäuften Fällen von Lungenembolien während der vergangenen zwei Jahre kundgetan hat, gehen weiter. Der Arbeitgeber des Mediziners positionierte sich am Donnerstag mit einer ausführlichen Stellungnahme. Dagegen hält sich die Krankenhausgewerkschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) mit klaren Aussagen zurück. Die KGNW führt stattdessen nur an, dass 90 Prozent der Beschäftigten in patientennahen Bereichen mindestens zweimal geimpft seien und man mit dieser Quote über der in der Gesamtbevölkerung liege. Zudem appelliere man weiterhin daran, sich impfen zu lassen.

Von Impfgegnern als Held gefeiert

In einschlägigen hiesigen Impfgegner-Gruppen in den sozialen Netzwerken wird der Oberarzt hingegen als Held gefeiert. Selbst Schlagersänger und Querdenker Michael Wendler preist den Kardiologen unter dem Betreff „Oberarzt aus dem Siegener St.-Marien-Krankenhaus packt aus“ an. Und nun wollen offenbar andere Impfgegner aus dem Pflegebereich dem Beispiel des Arztes folgen, am Montag soll es bei einer Demonstration in Bad Berleburg eine eigene Gruppe von Mitarbeitern aus der Pflege geben, die mit Kitteln, Hauben und Schildern gegen eine Impfpflicht protestieren wollen. Bereits am Samstag soll es in Siegen eine Aktion zur „Unterstützung“ der Pflegeberufe geben, es ist eine Aktion vom Kölner Tor bis zum Kaisergarten in der Nähe des Marien-Krankenhauses angekündigt. Direkte Aktionen gegen die Klinik soll es aber wohl nicht geben. 

Krankenhaus bezieht Stellung

Das Krankenhaus meldete sich derweil am Donnerstag mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort. „Aktuell erleben wir, wie sich die Stimmung infolge eines spontan abgegebenen Statements eines Arztes unseres Krankenhauses auf einer Demonstration aufheizt“, heißt es in der Mitteilung. Man habe zahlreiche Zuschriften und Anrufe zu den Einlassungen des Arztes erhalten, zugleich hätten sich auf unterschiedlichen Online-Plattformen neue vermeintliche Fakten entwickelt. Mit einem Statement der Geschäftsführung sowie der Ärztlichen Leitungen wolle man das gesamte Thema nun wieder versachlichen. „Grundsätzlich und uneingeschränkt bejahen wir das Grundrecht der freien Meinungsäußerung“, betont die Klink. Das beinhalte selbstverständlich auch die Teilnahme von Mitarbeitern als Privatpersonen an Demonstrationen, wobei dort gesellschaftliche Themen auch kritisch diskutiert werden könnten. „Es wird gewiss keine Deckungsgleichheit zu Positionen des Krankenhauses erwartet“, untermauert das Krankenhaus. Jedoch habe sich der Mann bei der Demonstration als Oberarzt der Klinik vorgestellt und darüber berichtet, dass er viele schwerwiegende Komplikationen erlebt habe, die er auf das Impfen zurückführen würde. Zudem habe er aufgeführt, dass es seit zwei Jahren eine massive Häufung von Lungenembolien gebe und diese nicht erklärbar seien.

Grundsätzlich und uneingeschränkt bejahen wir das Grundrecht der freien Meinungsäußerung.
Statement des St.-Marien-Krankenhauses
nach den Äußerungen des Oberarztes

Das sagt ein Arbeitsrechtler zu dem Fall

Ausführliche Analyse

Allerdings betont das Krankenhaus, dass eine solche Häufung nach einer Analyse aller Patienten des Hauses für die Jahre 2018 bis 2021 nicht feststellbar sei. „Auch nach Beginn der Impfkampagne im Januar 2021 ist eine Häufung nicht erkennbar“, heißt es in dem Statement. „Vor diesem Hintergrund widersprechen wir der Feststellung des Arztes einer massiven Häufung von Lungenembolien seit zwei Jahren.“ Darüber hinaus vertrete man die Auffassung, dass derartige Behauptungen auf einer Demonstration weder zu einer sachgemäßen medizinischen Diskussion beitragen könnten noch hilfreich seien. Vielmehr irritierten sie. „Wir bedauern, dass durch diese Ausführungen unseres Oberarztes auf der Demonstration eine Verunsicherung entstanden ist, die inzwischen weite Kreise gezogen hat“, so die Führung des Krankenhauses.

Gespräch mit Oberarzt gesucht

Ein erstes Gespräch hat es mit dem Mitarbeiter laut Mitteilung bereits gegeben. Man habe dem Arzt die Gelegenheit gegeben, zu diesem Vorgang und seinen Behauptungen Stellung zu beziehen. Den Vorgang werde man nach Vorlage der Stellungnahme bewerten, kündigte das Krankenhaus an. „Wir sind davon überzeugt, dass die bisherigen Impfungen unzähligen Menschen das Leben gerettet und einen maßgeblichen Anteil an der Bekämpfung der Pandemie beigetragen haben“, unterstreicht die Krankenhausführung. Daher werde man die Impfkampagnen auch weiterhin aktiv unterstützen.

Schwere Vorwürfe eines Mediziners - Klinik widerspricht

Und nun äußerte sich auch das "Jung Stilling" zu dem Thema:

Klinikchef: "Ausführungen des Oberarztes nicht haltbar"
Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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