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Tiere waren Zeuge bei Jesu Geburt
Ochs und Esel heute eher selten bei Landwirten zu finden

In vielen traditionellen Krippendarstellungen werden neben Jesus, Maria und Josef, den Schafen und den Hirten auch der Ochs und der Esel dargestellt.
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  • In vielen traditionellen Krippendarstellungen werden neben Jesus, Maria und Josef, den Schafen und den Hirten auch der Ochs und der Esel dargestellt.
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gro Siegen. In vielen Weihnachtsliedern und in fast allen Krippen-Darstellungen kommen sie vor: Ochs und Esel, die beiden tierischen Zeugen der Geburt Jesu. Die SZ hat sich in der Region umgesehen und zwei Landwirte gefunden, die die beiden Fellnasen im Stall stehen haben. Felicitas und Ferdinand sind eine Ausnahme. Zumindest in der heutigen Zeit. Denn die beiden Tiere findet man nicht mehr in jedem Stall, so wie damals in Bethlehem. Aber es gibt sie noch, dank Landwirten wie Michael Stinn und Eckard Jungclaussen.
Schon seit Jahrhunderten gehören Ochs und Esel zum festen Inventar der Weihnachtskrippen. Komisch ist dabei, dass die beiden Tiere im Lukasevangelium, welches uns die klassische Weihnachtsgeschichte erzählt, nie erwähnt werden.

gro Siegen. In vielen Weihnachtsliedern und in fast allen Krippen-Darstellungen kommen sie vor: Ochs und Esel, die beiden tierischen Zeugen der Geburt Jesu. Die SZ hat sich in der Region umgesehen und zwei Landwirte gefunden, die die beiden Fellnasen im Stall stehen haben. Felicitas und Ferdinand sind eine Ausnahme. Zumindest in der heutigen Zeit. Denn die beiden Tiere findet man nicht mehr in jedem Stall, so wie damals in Bethlehem. Aber es gibt sie noch, dank Landwirten wie Michael Stinn und Eckard Jungclaussen.
Schon seit Jahrhunderten gehören Ochs und Esel zum festen Inventar der Weihnachtskrippen. Komisch ist dabei, dass die beiden Tiere im Lukasevangelium, welches uns die klassische Weihnachtsgeschichte erzählt, nie erwähnt werden. Dort ist nur von einem Stall und einer Futterkrippe die Rede. Aber wie sind Ochs und Esel denn dann in die Krippe gekommen?

Ochse steht fürs Volk, Esel für die Heiden

Der Siegener Dekan Karl-Hans Köhle hat natürlich eine Antwort auf die Frage:
„Die Tiere sind auf das Alte Testament, genauer auf ein Jesaja-Zitat, zurückzuführen, indem es heißt: ,Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht’“, so Köhle. Die Kirchenväter und frühere Theologen hätten den Satz so gedeutet: Der Ochse steht für das Volk Israel und ist manchmal mit einem Joch dargestellt, welches das jüdische Gesetz symbolisiert, und der Esel steht für die Heiden. Köhle: „Das Judentum erkennt zwar seinen Herrn an, erkennt ihn aber nicht in dem Kind, während sich die Heiden dem richtigen Glauben zuwenden.“ Demnach seien die beiden Tiere nur die bildliche Darstellung für den besonderen Status von Jesus.

Erste Krippe im 13. Jahrhundert

Die Idee, die Geburt Jesu nachzustellen, geht laut Dekan Karl-Hans Köhle auf den Heiligen Franz von Assisi zurück, der auf alle möglichen Weisen das Leben Jesu Christi nachempfinden wollte – und der aus diesem Grund schon im 13. Jahrhundert die erste Krippe aufgestellt haben soll.

Ochse Ferdinand

Ferdinand ist einer der wenigen Ochsen, die man in der Region finden kann. Er wurde erst im Januar geboren und ist ein schmächtiges Findelkind. Der junge Ochse wurde von Michael Stinn auf dessen Hof in Attendorn aufgenommen und teilweise mit der Flasche großgezogen. Weil er aufgrund seines schwierigen Starts ins Leben nicht allzu groß und stark wird, folgte Stinn dem Rat des Tierarztes: „Ferdinand ist im Vergleich zu den anderen Bullen zu schmächtig. Die Kämpfe innerhalb der Herde hätte er nicht überstanden. Es blieb uns nichts anderes übrig, als ihn zu kastrieren. Es geht ihm so aber auch viel besser bei uns“, erzählt der Besitzer der SZ. Aus dem jungen Bullen ist mit der Zeit also ein kleiner Ochse geworden. Für die Familie Stinn ist es selbstverständlich gewesen, das Kalb großzuziehen und sich um es zu kümmern.

Eseldame Felicitas

Felicitas steht auf wackeligen Beinen in der Ecke ihrer gemütlichen Box. Die großen Ohren wachsam in Richtung der Stalltür gestreckt. Die alte Eseldame lebt, wie viele andere Tiere, auf dem Birkenhof in Wilgersdorf. Auf die Frage, warum er als Landwirt einen Esel hält, antwortet Eckard Jungclaussen, einer der Betreiber des Hofs: „Auch Felicitas hat einen Nutzen für uns. Sie ist dafür da, geliebt und gestreichelt zu werden. Viele Kunden des Hofladens, egal ob klein oder groß, besuchen die alte Dame gerne“. Man merkt direkt – Felicitas, 26 Jahre alt, ist der heimliche Star auf dem Hof. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit hat sie ihren großen Auftritt. Denn dann führt der Birkenhof mit seinen Tieren im festlich geschmückten Kuhstall ein eigenes Krippenspiel auf.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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