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E-Autos bereiten keinen Grund zur Sorge
ÖPNV-Kunden sollen durch flexible Abos geködert werden

Die Bahn will mit diversen Kampagnen die Fahrgastzahlen wieder nach oben führen.
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  • Die Bahn will mit diversen Kampagnen die Fahrgastzahlen wieder nach oben führen.
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mir Siegen/Olpe. Vom Heilsbringer zum Infektionstreiber, das Image von Bussen und Bahnen in der breiten Öffentlichkeit hat in der Corona-Pandemie massiv Schaden genommen. Parallel hat es hinreichend Fahrgastverluste gegeben: Neben dem Bund steuert auch das Land NRW dagegen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat am Dienstag im Rahmen der Besser-Weiter-Kampagne das Verdoppeln der Fahrgastzahlen als Ziel ausgegeben: „Wir müssen stark rauskommen aus der Krise. 60 Prozent der Menschen sind erstgeimpft, das ist der richtige Zeitpunkt für eine Offensive im öffentlichen Nahverkehr.“

Ulrich Jaeger, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (Wuppertaler Stadtwerke), glaubt, die Maske in öffentlichen Bahnen sollte Pflicht bleiben, „man fühlt sich gut damit“.

mir Siegen/Olpe. Vom Heilsbringer zum Infektionstreiber, das Image von Bussen und Bahnen in der breiten Öffentlichkeit hat in der Corona-Pandemie massiv Schaden genommen. Parallel hat es hinreichend Fahrgastverluste gegeben: Neben dem Bund steuert auch das Land NRW dagegen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat am Dienstag im Rahmen der Besser-Weiter-Kampagne das Verdoppeln der Fahrgastzahlen als Ziel ausgegeben: „Wir müssen stark rauskommen aus der Krise. 60 Prozent der Menschen sind erstgeimpft, das ist der richtige Zeitpunkt für eine Offensive im öffentlichen Nahverkehr.“

Ulrich Jaeger, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (Wuppertaler Stadtwerke), glaubt, die Maske in öffentlichen Bahnen sollte Pflicht bleiben, „man fühlt sich gut damit“. Eine Studie der Charity habe ergeben, in Bussen und Bahnen sei das Infektionsrisiko, an Corona zu erkranken, nicht höher als im privaten Pkw.

Geringe Ansteckungsgefahr im ÖPNV

Auch Frederik Ley, Regionalleitung von DB Regio NRW, sieht im ÖPNV nur eine geringe Ansteckungsgefahr. Am intensiven Reinigen in den Zügen, wie im Corona-Lockdown begonnen, werde man festhalten. Minister Wüst plädiert ebenso fürs Festhalten an Pflicht zur Maske, „die schafft Vertrauen“.

Wie aber soll die Wende eingeleitet werden? „Erste flexible Abos im Ruhrgebiet sind ja schon im Angebot, dafür bin ich sehr dankbar“,warb Wüst für Neues. Digitale Tarife und die Mobil-NRW-App seien gute Ansätze, begrüßenswert sei der einheitliche Tarif in allen NRW-Verkehrsverbünden zum Jahresende. Wüst: „Auch die Auslastungs-Informationen kommen zur richtigen Zeit.“

Frederik Ley bezifferte die zwischenzeitlichen Fahrgastverluste mit „bis zu 90 Prozent“, noch immer sei man weit entfernt von normalen Zahlen. Vor Corona hatte DB Regio in NRW ein Fahrgastaufkommen von 300 Millionen pro Jahr. Um den Klimawandel zu bewerkstelligen, sei man gehalten, neue Kunden zu gewinnen. Die Pünktlichkeit und den Zustand der Züge habe man verbessert, fügte Ley an.

Vermehrt Vandalismusschäden an Fahrzeugen

Die Linie RE 9 kann er nur bedingt gemeint haben, unlängst waren vermehrt Vandalismusschäden an Fahrzeugen in 2020 aufgefallen. Positive Vorzeichen gebe es bei der Ausbildung. Ebenso profitiere man von den 1,8 Milliarden Euro, die für die Modernisierung von Bahnhöfen ausgegeben worden seien.

Alle Teilnehmer der Videoschalte betonten, wie wichtig die Stammkundschaft sei, viele Bahnfahrer seien dem Verkehrsmittel trotz der Krise treu geblieben. Wie aber sollen neue Fahrgäste animiert werden?

"Winter-Abos sind angedacht.
Und im September wollen wir ein Vierer-Ticket starten."

Michael Vogel
Geschäftsführer Verkehrsverbund Rhein-Sieg

Sommerferienaktionen wird es geben, das hat Michael Vogel (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) angekündigt, dazu plant man eine Vielzahl an Marketingaktionen. Auch will man das Azubi-Ticket noch stärker bewerben. Vogel: „Winter-Abos sind angedacht als ein neues Angebot. Und im September wollen wir ein Vierer-Ticket starten, jedenfalls ist das angedacht.“ Noch eine neue Aktion: das Zehn-Tage-Flex-Ticket (als Handy-Ticket), es soll zum 1. August im Verkehrsverbund Rhein-Sieg angeboten werden. Warum nicht auch in ganz Westfalen?

Autozahlen steigen 

Fakt ist nun mal, dass trotz aller Anstrengungen im ÖPNV die Autozahlen steigen. Ulrich Jaeger hat deswegen keine große Sorge: „Das passiert wegen der hohen Subventionen für E-Autos. Aber auch E-Autos fahren auf dem Weg in die Stadt in Staus. Da werden wir ansetzen und Angebote unterbreiten.“ Die zum Auto abgewanderten Menschen werde man zurückholen können.

Es sind immer mehr E-Autos auf dem Markt. Allerdings ist man auf Seten der Bahn sicher, dass man die abgewanderten Kunden zurückholen werde.
  • Es sind immer mehr E-Autos auf dem Markt. Allerdings ist man auf Seten der Bahn sicher, dass man die abgewanderten Kunden zurückholen werde.
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Alles muss mit Geld hinterlegt werden, bestenfalls mit Steuergeld. Hendrik Wüst mochte sich nicht festlegen lassen, welche Summen im Rahmen des Rettungsschirms in 2022 zur Verfügung stehen werden. Bisher habe die Formel gegolten, für einen Euro vom Bund gebe das Land NRW einen weiteren Euro hinzu. Wüst: „Im vierten Quartal wird darüber verhandelt.“

Höchstens maßvolle Anhebungen der Tarife

Preiserhöhungen in Bussen und Bahnen, darf es die geben mitten im Werben um neue Kunden? Michael Vogel bestätigte, es liefen dazu Gespräche. „Wenn überhaupt, dann kann es nur maßvolle Anhebungen der Tarife geben. Wir haben beachtliche Verluste durch Corona erlitten.“

Angeblich wollen 12 Prozent der abgesprungenen ÖPNV-Fahrgäste nicht mehr zurückkehren in Busse und Bahnen. Die in der Video-PK versammelten Experten wollten das nicht überbewerten. Jaeger: „Mit einer hohen Impfquote kann es gelingen, das Niveau von 2019 zu schaffen.“

Die Bahn will mit diversen Kampagnen die Fahrgastzahlen wieder nach oben führen.
Es sind immer mehr E-Autos auf dem Markt. Allerdings ist man auf Seten der Bahn sicher, dass man die abgewanderten Kunden zurückholen werde.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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