Ohne Mikros und doppelten Boden

Stehende Ovationen für Marshall & Alexander im fast ausverkauften Gläsersaal

aww Siegen. »Zwei Stimmen wie flüssiges Gold« – so waren Marshall & Alexander angekündigt worden. Derartige Superlative im Vorfeld sind sehr dazu angetan, stutzig zu machen. Umso gespannter durfte man sein, ob die beiden Sänger tatsächlich in der Lage waren, die so hoch gepushten Erwartungen beim Siegener Auftritt im Rahmen ihrer »The Way You Touch My Soul«-Tour tatsächlich zu erfüllen. Um es kurz zu machen: Sie waren! Nach dem zweistündigen, von der Siegener Zeitung präsentierten Konzert des Vokalduos im nicht ganz ausverkauften Gläsersaal ließen sich am Freitagabend annähernd 600 jubelnde Zuhörer/innen zu stehenden Ovationen hinreißen.

Selbstverständlich war die Show von A bis Z dramaturgisch durchgestylt. Der Saal zu Beginn in atmosphärisches Dunkel gehüllt, drei Kerzen als einzige Lichtquelle – in dieser schummrig-gemütlichen Atmosphäre harrten die Besucher gespannt der wundervollen Klänge, die da kommen sollten. Und die beiden perfekt harmonierenden Sänger hatten mit ihren weichen, warmen Stimmen vom ersten Moment an das Publikum voll im Griff.

Beim ersten Stück stellten sich die Frontmänner zunächst allein ihren Zuhörer/innen vor: Mit »You Are« begrüßten Tenor Jay Alexander und Bariton Marc Marshall, der hier auch in die Klaviertasten griff, ihre Fans. Absolut unplugged, ohne Mikros und doppelten Boden. Ihre Stimmen sind auch ohne Verstärkung und Effekte kräftig und schön genug, um die Musikfreunde einen Abend lang wie gebannt an ihre Sitze zu fesseln. Nach dem gelungenen Einstand überließen Marshall und Alexander die weitere instrumentale Begleitung ihres »Emotional Pops« den drei gekonnt aufspielenden Musikern Boris Ritter (Flügel), Afra Mussawisade (Percussion) und Christian von Kaphengst (akustische Bassgitarre).

Ob sie nun gefühlvolle Balladen wie »Bridges Over Water« und »Dreams (Are Made In Heaven)«, im italienischen Schlagerstil gehaltene Stücke wie »Miserere« und »La Stella Piu Grande« oder auch die eine oder andere Uptempo-Nummer sangen – deutlich sichtbar lebten die beiden Interpreten jede Sekunde ihrer Musik, ihres Gesangs mit jeder Faser ihres Körpers mit. Vollblutmusiker im wahrsten Sinne des Wortes. Und so unterschiedlich der extrovertierte Marc Marshall und der eher ernsthaft wirkende Jay Alexander auch sind – auf der Bühne ergänzten sie sich perfekt, sowohl in den emotional berührenden Momenten der Show als auch bei den eher humorigen Parts. Gerne nahmen die beiden ihre Unterschiedlichkeit auch zum Anlass selbstironischer Einlagen.

Marshall und Alexander gelang eine ausgewogene Mischung aus musikalischem Ernst auf der einen und viel Witz auf der anderen Seite. Zuweilen verschlug es das Duo gar in die Regionen des Musikkabaretts. Etwa als Marc Marshall seine eher weniger erfolgreichen Vorstöße ins Opernfach an der Musikhochschule äußerst humorvoll beschrieb. Oder als Jay Alexander, ganz in dem Bestreben deutlich zu machen, dass die Liebe einzig Angelegenheit des Tenors ist, kräftig mit den Damen in der ersten Reihe schäkerte. Dass Marshall und Alexander beim weiblichen Publikum ganz besonders gut ankommen, dürfte klar sein – selten hat »Frau« ein Sängerduo mit so viel Charme und lausbübischem Humor erlebt.

Auch wenn die Zielgruppe ganz eindeutig eine Zuhörerschaft mittleren Alters ist – einen ganz jungen Fan haben die beiden Vokalisten in Siegen auf jeden Fall auch schon. Ein kleiner Junge ließ es sich nicht nehmen, sich gemeinsam mit den Stars auf der Bühne zu verbeugen und beklatschen zu lassen – und auch bei den Zugaben zog es den vorwitzigen Naseweis immer wieder auf die Bühne. Ob das Siegener Publikum hier schon einen Star der Zukunft erleben durfte...?

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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