Ohne Strom alles lahm gelegt

mir Siegen. Katastrophen kommen selten vor, sind aber immer gewaltig und unkalkulierbar. Meist verbunden mit erheblichen Stromausfällen und noch mehr Problemen, selbige wiederherzustellen. An dem Punkt setzt das Forschungsprojekt „InfoStrom“ an, das Prof. Dr. Volkmar Pipek und sein Team gestern vorstellten.

Das Institut für Wirtschaftsinformatik ist beteiligt, die Medienforscher der Uni Siegen ebenfalls, dazu das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, außerdem als Industriepartner SAP Research (Darmstadt), die PSI Transcom GmbH (Berlin) und die RWE Rheinland Westfalen Netz AG (Essen). Nicht zu vergessen der Kreis Siegen-Wittgenstein und der Rhein-Erft-Kreis.

Geforscht wird mit einem Budget von 4,7 Mill. Euro drei Jahre lang, maßgeblich gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zunächst will man laut Prof. Dr. Pipek eine Prozessanalyse vornehmen. Acht Monate dauert die empirische Phase. Pipek: „Wir wollen die Pozesse der Praktiker verstehen lernen.“ Praktiker sind die Feuerwehr, die Polizei, aber auch die Netzbetreiber. Nach der ersten Projekthälfte will man möglichst schon ein Teilergebnis vorstellen, einen praktikablen Konzeptansatz präsentieren.

38 Workshops werden in den drei Jahren stattfinden. Die gestrige Veranstaltung mit allen Beteiligten war lediglich das Kick-off Meeting, der offizielle Startschuss des Projekts.

Erklärtes Ziel des umfangreichen Forschungsvorhabens ist der Entwurf einer interaktiven Sicherheitsarena. Darunter stellt sich Prof. Dr. Pipek eine technische Plattform vor. Ein Webportal mit Infos, wie man sich auf Stromausfälle vorbereiten kann. Gespickt mit Detailinfos von RWE, Feuerwehr, Polizei etc.Pipek: „Es geht um mehr, vor allem um den Informationsaustausch untereinander. Aber auch um die Frage, wie man die betroffene Bevölkerung aktivieren kann.“ Wenn beispielsweise ein Dorf von der Stromzufuhr abgeschnitten sei, könnten Handyfotos den Verantwortlichen wertvolle Hinweise geben, wie geholfen werden müsste. Ob denn eine Kettensäge zum Wegschneiden umgestürz6ter Bäume reichen würde oder ein Kran angefordert werden sollte. Und das alles bitte schön interaktiv zwischen allen Beteiligten.Den Kommunikationsprozess aller Partner zu aktivieren, das hält Prof. Dr. Pipek für sehr wichtig. Schließlich gebe es in dem Bereich auch Eitelkeiten, „da müssen wir uns nichts vormachen“. Ein weiteres Problem(chen): die bisherigen Länderstrukturen. Auch da sieht Pipek Handlungsbedarf, um das Krisenmanagement bei „Großschadenslagen“ zu verbessern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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