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Ohnehin dünne Vertrauensbasis gerät in Schieflage

SZ-Redakteur Martin Völkel.
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Dass die Studie mit geimpften Kindern nun doch nicht in Zusammenarbeit mit dem Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein stattfinden kann, ist peinlich.

Dass die Studie mit geimpften Kindern nun doch nicht in Zusammenarbeit mit dem Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein stattfinden kann, ist peinlich.

Fehleinschätzungen und Fehler sind in diesen dynamischen Zeiten ganz sicher erlaubt, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Kommunikationspannen in Zusammenhang mit dem schwierigen Themenfeld Impfen fatale Folgen haben. Die ohnehin dünne Vertrauensbasis gerät da schnell in Schieflage. Bereits am Wochenende wunderten sich Eltern, die ihre Kinder für die Studie anmelden wollten, darüber, dass die Hotline-Mitarbeiter offenbar nicht über die Pläne mit der Wissenschaft informiert waren. Das hätte man vielleicht noch mit der Aktualität der Ereignisse erklären können. Seit Dienstagabend wissen wir es besser.

Deshalb muss die Frage erlaubt sein: Wie kann man ein Thema dermaßen offensiv in der Öffentlichkeit platzieren, das noch nicht in trockenen Tüchern ist? Ist leider passiert, nun geht es um Schadensbegrenzung. Dass Dr. Thorsten Lehr, der wissenschaftliche Koordinator, nach Möglichkeiten sucht, die Kuh doch noch vom Eis zu bekommen, ist legitim. Seine Einschätzung, dass Schulen dafür der falsche Ort seien, ist völlig richtig. Das würde den Impfgegnern insgesamt massiv in die Karten spielen, die sich ohnehin unter Druck gesetzt fühlen. Ob die Kinderärzte die Kapazitäten dazu haben, ist zumindest fraglich. Es darf bei allen Bemühungen jetzt nur nicht der Eindruck entstehen, dass Kinder zu Versuchskaninchen werden – wie es im Netz schon vermehrt zu lesen war.

m.voelkel@siegener-zeitung.de

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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