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Unterschiede bei Sterbefällen überraschend groß
Olpe mit der höchsten Corona-Todesrate

In Olpe starben 4 Prozent der Corona-Kranken, in Siegen-Wittgenstein nur 0,46 Prozent. Wie ist das zu erklären?
  • In Olpe starben 4 Prozent der Corona-Kranken, in Siegen-Wittgenstein nur 0,46 Prozent. Wie ist das zu erklären?
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ihm Siegen/Olpe. Ob Menschen mit Corona oder an Corona sterben, spielt für die Statistik keine Rolle, sie werden als „Corona-Tote“ gezählt. Und da zeichnen sich überraschend große Unterschiede in Südwestfalen ab. Der Kreis Olpe hat in ganz NRW die höchste Todesrate pro 100 000 Einwohner seit Beginn der Pandemie, der Kreis Siegen-Wittgenstein die niedrigste. Hat der eine Kreis alles richtig gemacht und der andere vieles falsch? So einfach ist die Erklärung wohl nicht.
Die Fakten: In Olpe sind seit März 62 mit Corona infizierte Menschen gestorben. Das sind (Stand 13. November) 46,3 pro 100 000 Einwohner. In Siegen-Wittgenstein gab es neun Todesfälle: 3,2 pro 100 000 Einwohner. Das ist das Maximum und das Minimum im ganzen Land.

ihm Siegen/Olpe. Ob Menschen mit Corona oder an Corona sterben, spielt für die Statistik keine Rolle, sie werden als „Corona-Tote“ gezählt. Und da zeichnen sich überraschend große Unterschiede in Südwestfalen ab. Der Kreis Olpe hat in ganz NRW die höchste Todesrate pro 100 000 Einwohner seit Beginn der Pandemie, der Kreis Siegen-Wittgenstein die niedrigste. Hat der eine Kreis alles richtig gemacht und der andere vieles falsch? So einfach ist die Erklärung wohl nicht.
Die Fakten: In Olpe sind seit März 62 mit Corona infizierte Menschen gestorben. Das sind (Stand 13. November) 46,3 pro 100 000 Einwohner. In Siegen-Wittgenstein gab es neun Todesfälle: 3,2 pro 100 000 Einwohner. Das ist das Maximum und das Minimum im ganzen Land. Zum Vergleich: Der Kreis Altenkirchen hat 14 Todesfälle verzeichnet, das entspricht einer Rate von 10,9 auf 100 000 Einwohner.
Wie hoch die Todesrate im Kreis Olpe ist, zeigt der Vergleich mit dem Hotspot in der Anfangszeit der Pandemie, dem Kreis Heinsberg. 103 Tote sind hier zu beklagen, aber die Quote liegt mit 40,3 deutlich unter der Olper Zahl.

Viele Tests als Erklärung für Spitzenposition des Kreises Olpe

Für Hans-Werner Voß, den Pressesprecher des Kreises Olpe, liegt die Erklärung für die traurige Spitzenposition auf der Hand: „Wir haben ja auch ganz viel getestet!“ Die vielen Tests in den Altenheimen hätten Corona-Infektionen zutage gefördert, die ohne Test womöglich gar nicht aufgefallen wären. Die alten Leute starben – ob an Altersschwäche, an Corona oder einer anderen Krankheit, weiß niemand. Aber bei einem positiven Testresultat wurden sie statistisch eben als Corona-Tote gezählt.
Fest steht, dass der Kreis Olpe im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutlich mehr Corona-Infektionen verzeichnet als der Kreis Siegen-Wittgenstein: 1156 zu 703 pro 100 000 Menschen .
Stellt man die Zahl der bestätigten Fälle den Todesfällen gegenüber, ergibt sich eine krasse Diskrepanz: In Olpe sind 4 Prozent der erkannt Infizierten gestorben, in Siegen-Wittgenstein nur 0,46 Prozent. Statistiker formulieren es so: Das Todesrisiko eines Corona-Infizierten liegt in Olpe zehnmal so hoch wie in Siegen-Wittgenstein.

Der Zufall spielt eine große Rolle

Aber Statistik ist nun mal eine komplizierte Angelegenheit. Deshalb gehört zur Wahrheit auch, dass bei den insgesamt niedrigen Fallzahlen der Zufall eine große Rolle spielt. Die Gesamt-Sterberate ist im Kreis Olpe durch die Corona-Toten nicht in die Höhe geschnellt. Die Zahlen bewegen sich alle weiter im üblichen Rahmen. In den Monaten Januar bis September 2020 meldet der Kreis eine Sterblichkeit bei 867 pro 100 000 Einwohner – eine in NRW relativ niedrige Quote. Daran haben die Corona-Toten nichts geändert.
Gibt es ein Rezept, mit dem Siegen-Wittgenstein das Coronavirus und seine tödliche Wirkung so gut in Schach gehalten hat? Pressesprecher Torsten Manges drückt es diplomatisch aus: „Siegen-Wittgenstein hatte auch bereits in der ersten Welle der Pandemie immer einen der niedrigsten Infektionswerte pro 100 000 Einwohner in NRW. Das ist sicher der Einsicht und der Disziplin der Menschen in unseren elf Städten und Gemeinden zu verdanken, aber auch der Tatsache, dass das Kreisgesundheitsamt von Anfang an umsichtig, schnell und konsequent agiert hat, um Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.“ Und dann fügt er hinzu: „Da ist immer auch Glück dabei.“

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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