SZ

Corona und kein Ende in Sicht
Omikron verschärft Kita-Lage

Die Zahl der Jungen und Mädchen sowie der Kita-Beschäftigten, bei denen eine Corona-Infektion gemeldet wurde, ging im Februar um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach oben.
  • Die Zahl der Jungen und Mädchen sowie der Kita-Beschäftigten, bei denen eine Corona-Infektion gemeldet wurde, ging im Februar um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach oben.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
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nja Siegen/Olpe. Das Coronavirus tobt sich weiter aus, die Infektionslage in der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen hat sich in Folge der Omikron-Welle erneut verschlechtert. Die Zahl der Jungen und Mädchen sowie der Kita-Beschäftigten, bei denen eine Corona-Infektion gemeldet wurde, ging im Februar um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach oben. Das geht aus aktuellen Daten des  Düsseldorfer Familienministeriums hervor. Demzufolge steigen die Infektionszahlen bei den Kindern bereits seit November, bei den Beschäftigten seit Dezember 2021 kontinuierlich an. Wie sieht die Lage in unserer Region aus? Die SZ-Umfrage bei einigen Trägern und den Kreisen zeigt: Es gibt kein einheitliches Bild.
Stadt Siegen liegt im TrendSo bestätigt Dr.

nja Siegen/Olpe. Das Coronavirus tobt sich weiter aus, die Infektionslage in der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen hat sich in Folge der Omikron-Welle erneut verschlechtert. Die Zahl der Jungen und Mädchen sowie der Kita-Beschäftigten, bei denen eine Corona-Infektion gemeldet wurde, ging im Februar um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach oben. Das geht aus aktuellen Daten des  Düsseldorfer Familienministeriums hervor. Demzufolge steigen die Infektionszahlen bei den Kindern bereits seit November, bei den Beschäftigten seit Dezember 2021 kontinuierlich an. Wie sieht die Lage in unserer Region aus? Die SZ-Umfrage bei einigen Trägern und den Kreisen zeigt: Es gibt kein einheitliches Bild.

Stadt Siegen liegt im Trend

So bestätigt Dr. Raimund Jung vom Jugendamt der Stadt Siegen den NRW-Trend: "Genau so ist es. Die Zahlen steigen. Aktuell werden in Siegener Kitas rund 60 Prozent der Kinder betreut. In der vergangenen Woche wurden 34 Erzieherinnen und Erzieher positiv auf das Virus getestet." Die PCR-Pooltestung, auf die Siegen seit dem 28. Februar setzt, trägt gewissermaßen Früchte, indem die Wahrheit nun auch ans Licht kommt. Die einzige städtische Kita Gläserstraße ist zum zweiten Mal geschlossen. Hier ist über die Hälfte des Personals infiziert. 

Deutlicher Anstieg bei der Stadt Kreuztal

In den elf Kitas in Trägerschaft der Stadt Kreuztal fällt der Anstieg noch deutlicher aus; er liegt über dem Landesdurchschnitt: Im Januar waren dort 36 Kinder infiziert, im Februar 61 (das ergibt ein Plus von knapp 70 Prozent). Bis zum 10. März waren es bereits 17. Bei den Erzieherinnen und Erziehern wurden im Januar 14 Personen positiv getestet, im Februar 25 (plus 78,5 Prozent). Im März sind es bislang zehn. Kreuztal kümmert sich ab dem ersten Krankheitstag um eine Vertretungskraft, eigentlich. "Das ist zurzeit nicht  einzuhalten", sagt Frank Bäcker, Leiter des Personalamts. Teilzeitkräfte fangen einiges mit Mehrarbeit auf, der Vertretungspool ist dauerhaft im Einsatz und nicht ausreichend. Der Fachkräftemangel trägt nicht zur Entschärfung der Situation bei (die SZ berichtete).

Kath. Kitaträger: leichter Rückgang

Den Landestrend kann Peter Schmitz, Regionalleiter der Kath. Kitaeinrichtungen Siegerland-Südsauerland, hingegen nicht bestätigen. Er spricht eher von einer Beruhigung der Lage: "Nach anhaltend hohen Infektionszahlen gehen diese momentan etwas zurück. Das ist aber von Kommune zu Kommune unterschiedlich." In Lennestand z. B. seien derzeit sechs Kitas betroffen: Das ist der Spitzenreiter, gefolgt von Wenden. In anderen Orten sei es entspannter. Derzeit gebe es in über einem Drittel der Einrichtungen Infektionen. Diese Quote habe schon mal bei 50 Prozent gelegen.

Zu nicht handhabbaren Betreuungsengpässen komme es nicht. Krankheitsfälle im pädagogischen Team würden entweder hausintern oder in Kooperation mit einer anderen Kita aufgefangen. Andererseits gibt es aber auch vorsichtige Eltern, die ihren Nachwuchs prophylaktisch, also sicherheitshalber,  zu Hause lassen. Schmitz: "Das gleicht sich hier und dort durchaus aus." Der Kreis Olpe setzt bekanntlich auf PCR-Pooltests. Wie lange dies noch der Fall sein wird, ist allerdings unklar. Am kommenden Montag findet ein Gespräch zwischen Kita-Trägern und dem Jugendamt statt. "Wir haben unsere Einrichtungen um ein Stimmungsbild gebeten, und es zeigt sich: Wir werden uns für den Abschied aus diesem System aussprechen", sagt Schmitz.  Ja, dieses Instrument biete ein hohes Maß an Sicherheit und verlässliche Daten. Der "Preis" sei aber auch hoch: Eltern und Mitarbeiter stünden zweimal pro Woche unter Hochspannung. "Ist der Pool positiv? Kann mein Kind anderntags in die Kita und ich zur Arbeit? Manche Eltern schreiben uns nachts an und flehen um eine möglichst schnelle Information."

Olper Kreistag berät am Montag

Und noch ein Rückblick an jenem Tag, an dem bundesweit mit über 250.000 gemeldeten Neuinfektionen ein neuer Rekord aufgestellt wurde: Im Einzugsbereich des Kreises Siegen-Wittgenstein zeigte sich 2022 bislang ein deutlicher Anstieg in der Gruppe der Null- bis Vierjährigen: Waren es am 18. Januar 63 Infizierte, so schnellte die Zahl bis zum 15. Februar auf 203 in die Höhe. Am 1. März waren die Zahlen dann aber wieder leicht rückläufig (174). Dabei handelt es sich um jene Fälle, die jeweils in den vergangenen sieben Tagen vor dem Stichtag registriert wurden. Für den Kreis Olpe gibt es am Montag aktuelle Zahlen: Dann tagt der Kreistag und beschäftigt sich mit der Corona-Lage. Und mit der Frage: Wie geht es mit den PCR-Pooltests weiter?

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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