Omnical ist nicht mehr zu retten

 Jetzt ist es amtlich: Aus Ewersbach werden tatsächlich keine weiteren Schwertransporte mehr rollen. Omnical Kessel- und Apparatebau meldete Insolvenz an, ein Investor für das gesamte Unternehmen fand sich nicht. Foto: Archiv
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sz - Im August berichtete die SZ unter der Überschrift „Rollte da etwa der letzte Kessel aus Ewersbach?“ über einen Schwertransport der Firma Omnical, unter deren Mitarbeitern sich auch einige aus Wittgenstein befinden. Schon zu diesem Zeitpunkt brodelte die Gerüchteküche. Anlass zu den Spekulationen gaben seinerzeit die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung; Geschäftsführer Heribert Fasel hatte zwar abgewiegelt, die schwierige wirtschaftliche Lage der Firma aber nicht abgestritten.

Seit Freitag ist es Gewissheit: Eine Anwaltskanzlei mit Sitz in Weilburg vermeldete, dass das Ewersbacher Spezialunternehmen für Planung, Entwicklung des Baus sowie Wartung von Dampfkesselanlagen nach zweijähriger Ertragskrise im September Insolvenz anmelden musste und trotz intensiver Bemühungen auch kein Investor gefunden werden konnte. Nun wurden die Mitarbeiter informiert. Immerhin: Ein Teil von ihnen ist von den Kündigungen nicht betroffen.

„Die auflaufenden Verluste aus dem operativen Geschäftsbetrieb wurden in den vorangegangenen Geschäftsjahren 2012 und 2013 durch die Alleingesellschafterin, die Danstoker A/S, Dänemark, ausgeglichen“, heißt es in dem Schreiben. „Nachdem sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 ein weiterer Verlust in Höhe von ca. 1 Mill. Euro abzeichnete, war die Gesellschafterin zu einer weiteren Verlustübernahme nicht mehr bereit. In der Folge wurde am 9. September 2014 durch die Geschäftsführung beim Insolvenzgericht Wetzlar ein Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt.“ Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Carsten Koch (Weilburg) bestellt.

Zwar meldeten sich 24 Unternehmen, von denen neun ein ernsthafteres Interesse bekundeten, nur erfüllte keines den Anspruch, das Gesamtunternehmen zu erhalten – als Gründe dafür werden u. a. der im Unternehmen bestehende Investitionsstau und die schlechte Auftragslage genannt. Angebote gab es, aber lediglich auf Unternehmensteile. Das der Firma Viessmann erhielt schließlich den Zuschlag: Der Hersteller von Wärmesystemen in Allendorf/Eder wird 30 der noch vorhandenen 95 Mitarbeiter übernehmen, und zwar den Teilgeschäftsbereich „Service und Reparatur“ sowie das Ersatzteilgeschäft innerhalb der Viessmann-Gruppe in einer eigenen Gesellschaft fortführen.

Da keine anderen ernsthaften Angebote vorliegen, sieht sich der Insolvenzverwalter „zu seinem Bedauern“ gezwungen, den verbleibenden Restgeschäftsbetrieb der Firma Omnical stillzulegen und die übrigen Arbeitnehmer betriebsbedingt zu kündigen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat, dessen Beratern und der IG Metall wurden Verhandlungen über den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans aufgenommen.

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