BIS AUF WEITERES
Onkel Ewald

SZ-Redakteur Michael Roth.
  • SZ-Redakteur Michael Roth.
  • Foto: SZ
  • hochgeladen von Marc Thomas

Er gehört zu den bekanntesten TV-Gesichtern überhaupt, der Markus Lanz vom ZDF. Dreimal in der Woche Polit-Talker und Moderator, jeden Tag eine neue Sendezeit zwischen 22.45 und Mitternacht. Warum so spät? Warum wechselnd? Für den früh aufstehenden Arbeitnehmer eh unbequeme Sendezeiten, auch der Redakteur mag nur beim eigenen Spätdienst konzentriert zuschauen.
In den langen Monaten der Pandemie haben dort ein paar Menschen mit öffentlichem Bekanntheitsgrad den Status eines Dauergastes erhalten. Karl Lauterbach gehört dazu, der SPD-Vordenker für Gesundheitsfragen. Immer abgeklärt, kaum ein Lächeln, nur harte Aussagen und Prognosen, etliche Volltreffer darunter.
Vorige Woche ist er abtrünnig geworden, die ZDF-Kollegin Maybrit Illner hat ihn zugeschaltet. Großes Erstaunen, Lauterbach redet über CO2 und Klimakrise, als hätte er nie was anderes gemacht. Talkt er sich jetzt womöglich ins Ministeramt? Oder hat die Partei niemanden mehr, den sie im Fernsehen präsentieren kann?
Zu den Mehrfach-Talkgästen gesellt hat sich Ewald Lienen. Ein Fachmann ohne Tadel. Zettel-Ewald eben. Selbst bei einem von Jogis letzten EM-Spielen hat er einen ganzen Block vollgekritzelt und in der Lanz-Talkshow daraus referiert. Genial. Drei, vier Sätze nur. Schon stand fest, warum die Mannschaft dank Jogis Fehlgriffen gescheitert ist. Fußball hat jetzt Pause, auf Onkel Ewalds nächsten Auftritt werde ich wohl noch eine Weile warten müssen.
Schade eigentlich. Der Mann müsste noch einmal bei einem Bundesligisten auf die Trainerbank vorrücken. Die ganze Liga und die Gilde der TV-Sender hätten einen quirligen Fachmann mehr. Man stelle sich nach dem Schlusspfiff eine Doppelschalte mit Lothar Matthäus und Ewald Lienen vor: Profunde Fußball-Kommentare am Fließband und keine drögen Einschätzungen im Stil eines Bastian Schweinsteiger: „Natürlich hat das Spiel heute viel Kraft gekostet.“ Vielleicht klappt es ja. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben.

m.roth@siegener-zeitung.de

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen