»Operation am offenen Herzen«

Umbau der Siegerlandhalle bislang im Kostenrahmen / Sponsoren und Werbepartner gesucht

zel Siegen. Frohe Kunde für den Steuerzahler: Bislang halten sich die Kosten für den Umbau und die Erweiterung der Siegerlandhalle im geplanten Rahmen. Dieser soll von dem abgeschlossenen Abbruch bis zur feierlichen Eröffnung des schönen, fast neuen Kongress- und Veranstaltungszentrums auf der Eintracht 8,5Mill. Euro betragen. »Es kann immer sein, dass noch Überraschungen auftauchen«, sagte Stadtkämmerer Reinhold Baumeister gestern im Rahmen eines Pressegesprächs, »aber Überraschungen sind einkalkuliert.« Außerdem lägen die Ergebnisse der Ausschreibungen für die Bauarbeiten unter dem veranschlagten Betrag ––also ist ein Polster entstanden.

Die Schadstoffe, die aus dem über 40 Jahre alten Gebäude gefunden wurden, waren eine solche Überraschung. Sie sind jetzt entsorgt, und der Kämmerer sowie Hallendirektor Friedrich Schmidt und sein Stellvertreter Paul-Hermann Prinz schauen frohgemut nach vorne. Vor Weihnachten noch soll der geöffnete Bereich mit einer Glasfassade dicht gemacht werden, so dass Anfang 2007 die Innenarbeiten beginnen können. Auch der Zeitrahmen stimmt demnach noch.

Friedhelm Schmidt stellte die bisher getanen Arbeiten als eine Art »Operation am offenen Herzen« vor, bei der die anderen Organe am Leben erhalten werden müssen – etwa der gut frequentierte Gläsersaal und zahlreiche weitere Räume. Unter- und überirdisch wird eifrig gearbeitet. So haben die Bauarbeiter Betondecken gegossen und die Voraussetzungen für den Personen- und den Lastenaufzug geschaffen. Das Herzstück der »neuen« Halle wird eine zweite Etage sein, auf der eine Empore mit 500 Sitzplätzen entstehen soll. Sie wird gleichzeitig die Gastronomie beherbergen und eine Verbindung zwischen großem Saal und Gläsersaal schaffen. In den nächsten Tagen soll die Empore in Einzelteilen angeliefert und eingebaut werden ––das kann kniffelig und spannend werden.

Große Verbesserungen verspricht der Hallenbetreiber für behinderte Besucher: Grundsätzlich werde barrierefrei gebaut, vor den Eingängen sollen Parkplätze für Rollstuhlfahrer entstehen, im Parkett werden 20 Rollstuhlfahrer Platz finden, und für hörgeschädigte Besucher wird im Parkett eine induktive Höranlage eingebaut.

Bereits jetzt wird die Halle für die Zeit nach dem Umbau vermarktet. Offizieller Beginn ist der 1. September 2007. Rund 140000 Euro mehr muss die Siegerlandhalle an Ertrag einspielen. »Ziel ist es, die Veranstaltungszahl und -attraktivität zu steigern«, sagte Schmidt. Mit dem neuen »Event-Charakter« der Halle soll es gelingen, so Prinz. Sind Veranstaltungen bestuhlt, werden zukünftig 2400 statt 1900 Sitzplätze vorgehalten. Bei unbestuhlten Veranstaltungen finden 4300 statt bisher 3000 Menschen im großen Saal Platz. So können auch für junge Leute – vermutlich im Rock-Pop-Bereich – ganz andere Konzerte angeboten werden. TV-Aufzeichnungen, auch wenn es immer weniger werden, sind möglich, ebenso Kongresse, Messen und vieles mehr.

Auf die eventuell zu bauende Siegen-Arena angesprochen, reagierte Baumeister mit »relativer Gelassenheit«: »Natürlich wäre eine solche Arena Konkurrenz für die Siegerlandhalle. Aber es gibt keinen Anlass für übergroße Hektik.« Allerdings: »Wenn eine solche Arena eine realistische Chance hat, gehört sie auch ins Oberzentrum.«

Obwohl die dann modernisierte Halle einen guten Standard haben wird, bleiben Wünsche offen. Um diese, z.B. die Medientechnik für die Ausgestaltung des Foyers, zu erfüllen, ohne die Steuerzahler weiter zu belasten (ähnlich wie bei der Konzertmuschel im Apollo-Theater), haben die Verantwortlichen Sponsoring- und Werbemaßnahmen erdacht, die sie dieser Tage an Privatpersonen und regionale (mittelständische) Unternehmen herantragen. So soll zum einen im Erdgeschoss des Foyers ein »Walk of Fame« entstehen durch Stahlplatten, die in den anthrazitfarbenen Steinfußboden eingelassen werden und das Logo oder den Namen der Spender tragen können. 50 bis 60 solcher Platten können vergeben werden. Für eine Einmalzahlung von 2500 Euro sind sie zu »erwerben«, sie sollen für fünf Jahre im Fußboden verbleiben.

Für 7500 Euro pro Jahr ist eines der sechs Werbebanner links und rechts der Galerie über zwei Ebenen (4 x 1,50 Meter) zu beziehen. Drei Banner, die von innen und außen sichtbar sein werden, sind bereits vermarktet. So sollen Unternehmen die Möglichkeit erhalten, sich den 250000 bis 300000 Menschen, die jährlich die größte nicht-kommerzielle Halle in Südwestfalen besuchen, zu präsentieren.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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