SZ

Vergewaltigungsprozess vor dem Landgericht
Opfer kaum widerstandsfähig

 Im Prozess gegen den 38-jährigen Stefan G., der sich vor dem Siegener Landgericht wegen der Vergewaltigung einer geistig behinderten Frau verantworten muss, haben am Montag die Geschädigte und deren Mutter ausgesagt.
  • Im Prozess gegen den 38-jährigen Stefan G., der sich vor dem Siegener Landgericht wegen der Vergewaltigung einer geistig behinderten Frau verantworten muss, haben am Montag die Geschädigte und deren Mutter ausgesagt.
  • Foto: juka
  • hochgeladen von Marc Thomas

juka Siegen. Im Prozess gegen den 38-jährigen Stefan G., der sich vor dem Siegener Landgericht wegen der Vergewaltigung einer geistig behinderten Frau verantworten muss, haben am Montag die Geschädigte und deren Mutter ausgesagt. G. wird vorgeworfen, im September 2020 die Frau (23), die von mehreren Seiten auf dem Entwicklungsstand eines Mädchens im Alter von drei oder vier Jahren eingeschätzt wird, in der Siegener Innenstadt angesprochen, mitgenommen und in einer leerstehenden Wohnung an der Friedrichsstraße vergewaltigt zu haben.

„Sie sah fast fröhlich aus“, erklärte Richterin Elfriede Dreisbach am Montag mit Blick auf die Aussage des Opfers, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und bei der auch der Angeklagte den Gerichtssaal verlassen musste.

juka Siegen. Im Prozess gegen den 38-jährigen Stefan G., der sich vor dem Siegener Landgericht wegen der Vergewaltigung einer geistig behinderten Frau verantworten muss, haben am Montag die Geschädigte und deren Mutter ausgesagt. G. wird vorgeworfen, im September 2020 die Frau (23), die von mehreren Seiten auf dem Entwicklungsstand eines Mädchens im Alter von drei oder vier Jahren eingeschätzt wird, in der Siegener Innenstadt angesprochen, mitgenommen und in einer leerstehenden Wohnung an der Friedrichsstraße vergewaltigt zu haben.

„Sie sah fast fröhlich aus“, erklärte Richterin Elfriede Dreisbach am Montag mit Blick auf die Aussage des Opfers, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und bei der auch der Angeklagte den Gerichtssaal verlassen musste. Dreisbach führte aus, das Opfer habe ausgesagt, dass es den Mann nicht gekannt habe, der es nahe des Café Extrablatts an die Hand genommen und mitgenommen habe.

In der Wohnung an der Friedrichstraße habe der Mann beide ausgezogen und sich anschließend auf die junge Frau gelegt. Sie gab laut Dreisbach an, versucht zu haben, ihn dabei wegzuschubsen. Allerdings erfolglos. Weitere Handlungen soll sie als „eklig“ beschrieben haben, als der Mann in sie eindrang habe sie zudem laut „Aua“ gerufen. Darüber hinaus gab das Opfer an, Zigaretten und Alkohol verabreicht bekommen zu haben, auch ein pornografisches Video soll gezeigt worden sein. Seitdem habe sie Angst, dass der „dunkle Mann“ plötzlich wieder irgendwo auftauchen könnte, auch Albträume habe sie davon.

Psychologin keine Zweifel an Ausführungen

Der Angeklagte verfolgte die Zusammenfassung der Richterin und der Dolmetscherin ruhig und konzentriert, gab nur ein kurzes: „Das ist nicht wahr, was sie gesagt hat“, von sich.

Keine Zweifel an diesen Ausführungen ließ jedoch eine Psychologin aufkommen, die ihr Gutachten präsentierte. „Die Geschädigte ist nicht einmal im Ansatz in der Lage, eine Falschaussage zu konstruieren“, so die klare Meinung. Eine hochqualitative Aussage sei aufgrund der Einschränkungen nicht zu erwarten, an der Glaubhaftigkeit gebe es aber keine Zweifel. Dies hatte zuvor auch schon die Mutter beteuert, Lügen würde ihre Tochter noch nicht einmal kennen. Selbst in Alltagssituationen sei sie nicht in der Lage, von der Wahrheit abzuweichen oder auch nur etwas zu verschweigen.

Geistig behinderte Frau eingesperrt und vergewaltigt

Bei der der Aussage der Mutter, die über die gesamte Zeit mit den Tränen zu kämpfen hatte, um das Geschehen vor der Tat. Sie wollte demnach mit einer Freundin und der Tochter in einen Ein-Euro-Shop gehen, da die Tochter laut der Mutter aber lieber weiter der Aufführung einer Tanzgruppe folgen wollte, durfte sie nahe des Siegufers sitzen bleiben. Mit der Aufforderung, dort zu bleiben und zu warten. Sie habe ihre Tochter immer im Blick gehabt, stellt die Mutter klar. „Nur als ich an der Kasse war, habe ich sie aus den Augen verloren.“ Und dann war es auch schon zu spät. „Es ärgert mich, dass ich sie nicht beschützen konnte. Ich dachte, ich würde sie nie wieder sehen“, schluchzt die Mutter. Anschließend alarmierte sie die Polizei.

Glücklichkeit war nicht mehr so wie vorher

Die Folgen der Tat seien für ihre Tochter gravierend gewesen. Sie habe sie teilweise geschlagen und Angst gehabt, das Bett oder das Auto zu verlassen. „Sie war immer fröhlich, kennt eigentlich nichts schlechtes. Aber die Glücklichkeit war nicht mehr so wie vorher, teilweise weg“, berichtet die Mutter. Die Einschätzung, dass sich ihre Tochter, die weder das Lesen, noch das Schreiben beherrscht, auf dem Stand einer Drei- oder Vierjährigen befindet, teilt sie. Dies sei die Gruppe der Kinder, mit denen sie sich am besten verstehen würde.

"Entwicklungsstand einer Dreijährigen"

Worüber sich übrigens geladene Zeugen – auch drei Polizisten sagten aus – einig waren, ist, dass die Geschädigte kaum Widerstandfähigkeit habe. Das versuchte Wegschubsen sei dabei das klarste Signal gewesen. „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der weniger wehrfähig ist“, erklärte auch die Opferschutzbeauftragte der Polizei Siegen.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

Julian Kaiser (Volontär) auf Facebook
Julian Kaiser (Volontär) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen