359 Männer haben 2020 ihre Frau ermordet
"Orange the World" macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

Bei der Aktion "Orange the World" werden Gebäude in orangenem Licht angestrahlt, so auch das Siegener Apollo-Theater.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

gro Siegen/Olpe. Der ein oder andere mag die orange angestrahlten Gebäude als eine Art Weihnachtsbeleuchtung ansehen. Doch ist der Hintergrund dieser Aktion ein ganz anderer – ein trauriger: Denn es geht um die Gewalt gegen Frauen. Einmal im Jahr, am 25. November, zwischen 17 und 21 Uhr leuchten weltweit bekannte Bauwerke orange. Auch Siegen-Wittgenstein und Olpe machen mit, indem unter anderem das Siegener Apollo-Theater, die Nikolaikirche oder das Olper Kreishaus mal etwas anders in Szene gesetzt werden. In diesem Jahr findet der Gedenktag bereits zum 40. Mal statt.

Häusliche Gewalt ist gesellschaftliches Problem

Neben dem Zonta Club Siegen Area stehen in diesem Jahr auch der Soroptimist International Club Siegen, das Frauenforum Siegen-Wittgenstein sowie die Gleichstellungsbeauftragten der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe erstmals gemeinsam als Organisatorinnen der Aktion in der ersten Reihe. Die Botschaft der Frauen: Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen. „Bei uns in Deutschland stirbt nach wie vor jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Wir müssen endlich anerkennen, dass wir es nicht einfach mit Beziehungstaten, sondern mit einem großen gesellschaftlichen Problem zu tun haben“, sagt Beata Hill, Präsidentin des Zonta Clubs Siegen Area.

Ziel von "Orange the World"

Mit ihren diesjährigen Aktionen unterstützen sie die Petition der Union deutscher Zonta Clubs zur konsequenten Umsetzung der Istanbul-Konvention. Gemeint ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, das 2018 in Kraft getreten ist. Damit verpflichtet sich Deutschland auf allen staatlichen Ebenen, alles dafür zu tun, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten und Gewalt zu verhindern.
Die derzeitige Präsidentin des SI-Club Siegen, Sigrid Lorsbach, findet: „Wenn die Istanbul-Konvention konsequent umgesetzt wird, kann sie Leben retten.“
Die Petition der Union deutscher Zonta Clubs haben inzwischen mehr als 3100 Bürger unterschrieben – benötigt werden jedoch 50.000 Unterschriften.

359 Männer haben 2020 ihre Frau ermordet

Die Befürchtungen für 2020 wurden wahr – in Corona-Zeiten ist die Not weiter gestiegen. 359 Morde durch Männer an ihren (Ex-)Partnerinnen meldet das Bundeskriminalamt für das vergangene Jahr. Insgesamt wurden 119.164 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Gewalttaten, die nicht mit dem Schlimmsten enden, sind nicht zu zählen. Viele der Taten finden ohnehin hinter verschlossenen Türen statt. Ausgangs- und Kontaktbegrenzungen führen dann dazu, dass betroffene Frauen seltener das Haus verlassen oder sich weniger oft an Freunde und Verwandte wenden können. Zwangsverheiratungen können häufiger unbemerkt stattfinden, denn regelmäßige Besuche beim Arzt fallen weg – Schulen sowie Freizeitinstitutionen ebenso.

Autor:

Sarah Groos

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