Wiederbeginn des Unterrichts in NRW
„Organisatorische Probleme“

Die Distanz ist deutlich zu erkennen: Auch in der Hauptschule Wilnsdorf passen jetzt deutlich weniger Jugendliche in einen Raum.  Foto: Sarah Panthel
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sp Siegen/Rudersdorf/Neunkirchen. Die SZ sprach mit Schulen im Siegerland über den Wiederbeginn des Unterrichts und die bereits getroffenen Maßnahmen. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Neunkirchen beispielsweise sind die Räume mit den Mindestabständen der Sitzplätze bereits eingerichtet. 85 Abiturienten könnten ab Donnerstag (23. April) in die Schule kommen, um sich auf ihre Abiturfächer vorzubereiten – die werden in den kommenden zwei Wochen zweimal am Tag angeboten. Ein knappes Viertel der Kollegen wird nicht kommen können, weil die Lehrer über 60 Jahre alt sind, eine Vorerkrankung haben, zur Risikogruppe gehören oder jemandem im direkten Umfeld haben, der dazu zählt (Vorgaben des NRW-Schulministeriums). Schulleiter Werner Hücking spricht von „vielen Unwägbarkeiten“, die bei der Schaffung für die Rahmenbedingungen beachtet werden müssten.

Und er schildert seinen Eindruck von der Stimmung der Abiturienten: Die einen hätten mit dem Thema Schule, bis auf die anstehenden Prüfungen, bereits abgeschlossen und fühlten sich gut vorbereitet. Die anderen freuten sich darauf, Mitschüler wiederzusehen, und hätten vielleicht noch Nachfragen. Heute sollen per Mail Rückmeldungen von den Abiturienten eingehen, ob sie das Angebot annehmen oder lieber weiter zu Hause bleiben wollen.

Mit dem Zollstock haben die Kollegen von Schulleiterin Petra Hein in der Hauptschule Wilnsdorf die 1,5-Meter-Abstände zwischen den Sitzplätzen in den Klassenräumen gemessen. Auf den Tischen kleben, wie vom Land NRW vorgegeben, Schilder mit den Namen der Schüler. Sie werden immer am gleichen Platz sitzen. „Wenn ein Kind infiziert sein sollte, ist direkt sichtbar wer in der Nähe saß“, erklärt Hein. Türen und Fenster bleiben geöffnet, damit frische Luft in die Räume kommt, die täglich gereinigt werden.

Pausen im üblichen Sinne wird es nicht geben. Sie sollen im Klassenverband drinnen stattfinden. „Es kann natürlich mal sein, dass ein Kollege sagt, wir gehen jetzt mal zusammen auf den Schulhof“, sagt die Schulleiterin. Sie steht im engen Austausch mit der Gemeinde Wilnsdorf als Schulträger und mit den anderen Schulen der Kommune. An der Hauptschule Wilnsdorf wird eine Gruppe von sieben Lehrern vor Ort arbeiten, die anderen weiterhin im Homeoffice. „Wir haben mehr Lehrer als Bedarf, aber wollen so wenig wie nötig hier haben“, sagt Hein. Unterrichtet werden die rund 40 Schüler in ihren Hauptfächern Deutsch, Mathe, Englisch vorerst bis zum 4. Mai von 8.10 Uhr morgens bis 12.10 Uhr mittags. Für die Schüler sei es schön, dass sie sich noch mal sehen könnten, schließlich sei es ihr Abschluss, und sie hätten schon auf vieles verzichten müssen, was dazu gehört, so die Schulleiterin. Sie sei froh, dass es mit wenigen Schülern einen „Probelauf“ gebe, bevor weitere hinzukommen.

Weitaus größeren Herausforderungen muss sich das Berufskolleg Technik in Siegen mit seinen 100 verschiedenen Bildungsgängen stellen: 38 Klassen, etwa 800 Schüler, müssen wieder verpflichtend am Unterricht teilnehmen. In Klassenverbänden können auch sie nicht unterrichtet werden, es wird Gruppen von acht bis zehn Schülern in einem Raum geben. So müssten beispielsweise die 150 Schüler, die ihre Maschinenbau-Prüfung ablegten, auf insgesamt 15 Räume verteilt werden, erklärt Schulleiter Manfred Kämpfer. Wenn genügend Räume und Personal vorhanden sind, soll im Turnus unterrichtet werden, nach unterschiedlichen Tagen und Zeiten. Parallel werden täglich etwa 500 Schüler das Berufskolleg besuchen. „Das ist planerisch anspruchsvoll“, so Kämpfer. Auch weil von den 148 Lehrern ca. 40 aufgrund der Vorgaben des Landes nicht in der Schule unterrichten dürfen. „Das macht uns organisatorische Probleme.“

Alle befragten Schulen hatten eine gute Nachricht zu vermelden: Seife und Papierhandtücher sind ausreichend vorhanden. Zum Teil stehen Waschbecken und auch Desinfektionsmittel in den Klassenräumen zur Verfügung.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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