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Selbstversuch der SZ-Redaktion
Ostereierlei mit Naturprodukten

Eierfärben mit Naturprodukten - klappt das? Die SZ-Redaktion hat den Selbstversuch gewagt.
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  • Eierfärben mit Naturprodukten - klappt das? Die SZ-Redaktion hat den Selbstversuch gewagt.
  • Foto: Sarah Benscheidt
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sp Siegen. Ein merkwürdiger Geruch verbreitet sich in der Küche. Kein Wunder. Brodelt doch allerlei in den Töpfen auf dem Herd: Spinat, Rotkohl, Rote Beete und besonders geruchsintensiver Kurkuma. Nach einer leckeren Mahlzeit klingt das nicht – soll es auch nicht werden. Nein, hier entstehen Sude, mit denen Eier zu bunten Hinguckern werden sollen. So die Theorie.
Die VorbereitungAber der Reihe nach. Anleitungen, wie mit Lebensmitteln Ostereier natürlich gefärbt werden, gibt es zahlreich. Alle sind unterschiedlich. Eine Mischung daraus, ein wenig Erfahrung und eine Prise eigene Ideen – das wird schon funktionieren. Also ab in den Supermarkt.

sp Siegen. Ein merkwürdiger Geruch verbreitet sich in der Küche. Kein Wunder. Brodelt doch allerlei in den Töpfen auf dem Herd: Spinat, Rotkohl, Rote Beete und besonders geruchsintensiver Kurkuma. Nach einer leckeren Mahlzeit klingt das nicht – soll es auch nicht werden. Nein, hier entstehen Sude, mit denen Eier zu bunten Hinguckern werden sollen. So die Theorie.

Die Vorbereitung

Aber der Reihe nach. Anleitungen, wie mit Lebensmitteln Ostereier natürlich gefärbt werden, gibt es zahlreich. Alle sind unterschiedlich. Eine Mischung daraus, ein wenig Erfahrung und eine Prise eigene Ideen – das wird schon funktionieren. Also ab in den Supermarkt. Im Einkaufskorb landen weiße Eier, die lassen sich vermutlich am besten färben, frischer Spinat, Rote Beete, ein kleiner Rotkohl und Waldheidelbeeren im Glas. Kurkuma-Pulver findet sich bereits im Gewürzschrank.

Das Gemüse wird grob in Stücke geschnitten und jeweils mit etwa einem Liter Wasser in einem Topf aufgekocht. Etwa zehn Gramm Kurkuma-Pulver bekommen die gleiche Menge Wasser und auch der Spinat nimmt ein langes heißes Bad. In einem weiteren Topf findet sich das bereits blaugefärbte Wasser der Heidelbeeren. Auf dem Herd ist allerdings keine Platte mehr frei. Und auch alle in der Küche vorhandenen Töpfe sind jetzt belegt. Etwa 30 Minuten sollen die Sude köcheln. Es dauert nur wenige Minuten, da nimmt das Wasser die Farbe der Lebensmittel an. Das sieht gut aus. Der Herd läuft auf Hochtouren, die Küche gleicht einer Sauna. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt Fenster und Schränke beschlagen.

Jetzt müssen die Eier vorbereitet werden. Mit einem Tuch und etwas Essig lassen sich die unschönen Stempel und Schmutzreste entfernen. Es folgt ein kurzes Rendezvous mit dem Eierpikser und schon geht es für rund 20 Eier – zum Testen sind auch ein paar braune dabei – in das kochende Wasser, für etwa zehn Minuten. Hier entsteht natürlich kein wachsweiches Frühstücksei, aber die Hoffnung, dass ein hartgekochtes Ei weniger schnell verdirbt.

Das Färben

Weil so vieles parallel läuft, kochen die Sude doch etwas länger. Die Menge ist gut geeignet für Ein-Liter-Einmachgläser, also werden die heißen Flüssigkeiten durch ein Sieb in solche geschüttet. Jeweils ein Esslöffel Essig dazu soll für mehr Farbintensität sorgen. Für den Test wandern ein paar Eier direkt in den Sud und werden zehn Minuten darin mitgekocht – das ist allerdings nur mäßig von Erfolg gekrönt. Vor allem bei dem Spinat-Gebräu ist das Ergebnis, nun ja … also es gibt keines. Aus Verzweiflung wird hinzugegeben, was sonst noch grün ist und färben könnte: Petersilie und Salbei-Tee. Alle gekochten Eier kommen – nicht abgeschreckt – in die Einmachgläser mit den Suden. Wie sich im Laufe des Tests herausstellt, nimmt die Schale die Farbe besser auf, wenn Sud und Ei noch heiß sind.

Die Ergebnisse

Nach nur wenigen Minuten sind erste Erfolge sichtbar. Der Kurkuma-Sud hat den Eiern eine leuchtend gelbe Farbe verpasst, Rotkohl und Blaubeer-Saft eine schöne blaue bzw. violette. Ein wenig enttäuscht wandert der Blick auf den unansehnlichen Spinat-Petersilie-Salbei-Sud – grün ist das dort raus gefischte Ei nicht. Aber: Gelb und Blau wird Grün. Und da die Ergebnisse der ersten beiden Farben hervorragend sind, kommt ein gelbes Ei in den blauen Sud. Voilà! Ein intensives grünes Ei! Der Sud aus Rote Beete hat eine Farbe erzeugt, die am ehesten als Beige bezeichnet werden kann – ein wenig unspektakulär. Mit einem Wattestäbchen und etwas Essig lässt sich die Farbe punktuell wieder entfernen und Muster entstehen. Mit Pflanzenöl eingerieben, bekommen die Eier ihren Glanz.

Das Fazit

Nach rund vier Stunden liegen etwa 20 vorzeigbare mehr oder weniger bunte Ostereier auf einem Teller (abgerechnet der Zeit zum Einkaufen). Leuchtendere und hellere Farben entstanden bei den weißen Eiern, fast ein bisschen düster wirkten da die braunen. Das Eierfärben mit natürlichen Zutaten nimmt Zeit in Anspruch, dafür aber wird ein schöner Brauch zelebriert. Die Ergebnisse sind völlig individuell, kaum ein Ei gleicht dem anderen. Das Färben selbst wird zur Osterüberraschung. Bleiben noch das Spülen der vielen Töpfe und Gläser, das Schrubben der Arbeitsflächen – auch darauf hält die Farbe. Und das fast eine Stunde lang gekochte Gemüse … Das wandert mit einem sehr schlechten Gewissen auf den Kompost.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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