Ostsee-Sturmflut spitzt sich zu Bis zu 1,70 Meter über Mittel

Rostock (dpa) - Die Sturmflut an der deutschen Ostseeküste hat sich am Mittwochabend zugespitzt und zu Schäden geführt. Es kam in Lübeck, Rostock, Warnemünde und Wismar zu Überschwemmungen auf Straßen, wie örtliche Einsatzkräfte berichteten.

Auf Usedom verursachte die Sturmflut größere Schäden. Dort wurde die Alarmstufe 3 ausgerufen. Zwischen Koserow und Zempin habe es Steilufer-Abbrüche gegeben. Treppenaufgänge seien weggerissen worden, auch Imbissbuden und Teile von Strandpromenaden, sagte der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald.

«Das ist kein Kindergeburtstag. Das ist schlimmer als erwartet.» Das Hochwasser steige noch weiter, der Scheitelpunkt werde auf Usedom erst gegen Mitternacht erwartet.

In Warnemünde lief das Restaurant «Seehund» voll. In Rostock entlang der Warnow waren viele Häuser gefährdet.

In Lübeck wurden mindestens acht Autos von überfluteten Flächen gezogen. Zugänge zur Altstadt waren vom Bereich der Untertrave für Fußgänger nicht mehr passierbar. Der Einsatzstab in Lübeck wurde wegen zunehmender Notrufe kurzfristig personell verstärkt.

Der Wasserstanddienst Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BS) rechnete aber nur noch mit etwa 10 Zentimeter weiterem Anstieg. In der Region Lübeck und Rostock lag der Pegel meist um 1,60 Meter über mittlerem Wasserstand - in Wismar sogar über 1,70 Meter und damit gut 10 Zentimeter mehr als prognostiziert.

Auf der Insel Rügen überspülte das Hochwasser im Bereich Mönchgut-Granitz eine Straße und schnitt so den Ortsteil Groß Zicker von der Hauptgemeinde Gager ab. Das Wasser stehe rund 40 Zentimeter hoch auf der Zufahrtsstraße, sagte der Kreisfeuerwehrchef.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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