Ox-Brandstiftung für Rockergruppe

 Am 10. Januar 2014 musste die Feuerwehr einen Brand in der Diskothek Ox in Freudenberg löschen. Der Schaden belief sich auf mehrere tausend Euro. Archivfoto: kalle
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stö - Mit einem Benzinkanister und Molotowcocktails sollen vier junge Männer am 10. Januar 2014 versucht haben, die Ox-Diskothek in Freudenberg vollständig in Brand zu setzen. Bei dem Feuer entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Für zwei von ihnen soll der Brandanschlag die Aufnahmeprüfung für die Mitgliedschaft in der Rockergruppe „Black Jackets – Westend Siegen “ gewesen sein.

Am Dienstag mussten sich die Angeklagten vor dem Schöffengericht des Siegener Amtsgerichts wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung verantworten. Zwei der Angeklagten, ein 31-Jähriger und ein 28-Jähriger, beide türkische Staatsangehörige, machten keine Angaben. Sie sollen bereits Mitglieder der Straßengang gewesen sein, einer von ihnen als „Vize-Präsident“.

Die beiden mutmaßlichen Anwärter, ein 33-jähriger und ein 26-jähriger Deutscher, äußerten sich zu der Tat und gestanden sie. Beide erlitten Brandverletzungen, der 33-Jährige lebensgefährliche. Er sagte aus, dass er gegen den Willen des Clubs in ein Krankenhaus in Aachen gebracht worden sei. Als er dort aufgewacht sei, habe eine Krankenschwester ihm gesagt, er sei in Holland in ein Lagerfeuer gefallen.

Am Tattag seien sie angerufen und abgeholt worden. Mehr Informationen hätten sie nicht gehabt. „Es ist halt im Club so üblich, dass man keine Fragen stellt“, erklärte der 33-Jährige. Er habe zuerst gedacht, es gebe eine Überraschungsparty für ihn, weil er an diesem Tag Geburtstag hatte. Er habe von nichts gewusst. Die Situation im Auto sei angespannt gewesen, und sie hätten unter starkem Druck gestanden. „Prospects“ (Anwärter auf eine Mitgliedschaft) würden ins kalte Wasser geworfen, so der 33-Jährige.

Die beiden geständigen Angeklagten erzählten, wie sie durch einen kleinen Wald zu der Diskothek gelangten, durch ein Fenster in das Gebäude kletterten und das Feuer legten. Der 26-Jährige sprach davon, dass alles im Auto besprochen worden sei, darüber, „dass wir jetzt dahin fahren und das abfackeln“. Als er dann mit dem Molotowcocktail in der Hand in der Disco stand, habe er sich gedacht: „Schnell raus hier.“ Seine Hose habe Feuer gefangen, aber er habe sie schnell ausziehen können.

Weil zwei der Angeklagten sich geständig zeigten und die zwei anderen belasteten, entstand eine neue Sachlage, auf die sich nun alle Verfahrensbeteiligten einstellen müssen. Deshalb wird die Hauptverhandlung ausgesetzt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder neu aufgerollt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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