»Pap« Dione köpft für Burghausen

Wechsel gestern perfekt gemacht:

Senegalese nutzt Ausstiegsklausel aus Vertrag in Siegen / Bleck: »Wollen nachlegen«

geo Siegen. Das Jahr 2003 beginnt für die Siegener »Sportfreunde« und deren zahlreiche Fans mit einem negativen Paukenschlag: Libero Ousseynou Dione, allerseits nur liebevoll »Pap« gerufen«, wechselt mit sofortiger Wirkung in die 2. Fußball-Bundesliga zum Aufsteiger Wacker Burghausen, der im Bundesliga-Unterhaus auf Platz 11 sieben Zähler Vorsprung auf einen der vier Abstiegsplätze in die Winterpause genommen hat.

Der senegalesische Abwehrmann unterschreibt bei den Oberbayern einen Eineinhalbjahres-Vertrag bis 30. Juni 2004 und hat bereits gestern mit seinen künftigen Teamkollegen trainiert. Am Mittwoch bestreitet der Verein an der österreichischen Grenze ein erstes Testspiel gegen Bundesligist 1. FC Nürnberg, und vermutlich wird »Pap« Dione dort erstmals im Team von Wacker-Trainer Rudi Bommer zum Einsatz kommen.

Burghausen zahlt 50000 e

Auch in Siegen hatte Dione, der seit 1. Juli 2001 bei den »Sportfreunden« unter Vertrag steht, noch einen gleichlang datierten Vertrag (bis 30. Juni 2004). Der Knackpunkt war jedoch eine schriftlich fixierte Ausstiegsklausel für Vereine der 1. oder 2. Bundesliga. Hierfür hatte Dione eine Ablösesumme von 50000 e festschreiben lassen, wie er selbst gestern bestätigte. Genau diese Summe wird Wacker Burghausens Manager Kurt Gaugler im Laufe der Woche an die »Sportfreunde« überweisen, nachdem er von Seiten Burghausens gestern Nachmittag Siegens Sportlichen Leiter Rolf Bleck über den anstehenden Wechsel Diones informierte.

Nachdem die Bayern bereits im Sommer erstmals um den Siegener Libero gebuhlt hatten, erneuerten sie kurz vor der Winterpause ihre Offerte. Derzeit stehen Coach Rudi Bommer auch aufgrund von Verletzungen nur vier zweitliga-taugliche Abwehrspieler zur Verfügung. Außerdem verpflichtete der Verein den Stürmer Zbigniew Grzybowski vom polnischen Erstligisten Lubin.

Am Rande des Hallen-Fußball-Turniers um den 1. Bayrischen Hallenfußball-Cup in Nürnberg unterzog sich Dione dann am Samstag einem ärztlichen Check und erhielt danach grünes Licht für den Wechsel in die 2. Liga. Es seien zwar noch Kleinigkeiten zu regeln, so Dione gestern am SZ-Telefon mit Blick auf die vermutlich heute stattfindende Vertragsunterzeichnung, doch an seinem Wechsel gebe es keinen Zweifel mehr.

»Mein Herz schlägt für Siegen«

»Mit 29 Jahren muss ich mir sehr genau überlegen, was ich mache. Es war schon immer mein sportliches Ziel, in der 2. Liga zu spielen«, erklärte Dione gestern. Doch der in Siegen äußerst populäre und beliebte Afrikaner sagte auch das: »Mein Herz schlägt für Siegen. Mit diesem Verein und der Stadt habe ich mich wirklich voll und ganz identifiziert. Das war mein erster Verein in Deutschland, wo ich sportlich wirklich etwas erreicht habe. Ich komme ganz bestimmt noch oft ins Leimbach-Stadion, wenn das zeitlich möglich ist.«

Der Weggang des kantigen Abwehrspezialisten stellt die sportliche Leitung der Siegener vor ein ernstes Problem, denn der auf dem Spielfeld sehr disziplinierte und couragierte Dione war nicht nur Säule in einem genau durchdachten Spielsystem sondern aufgrund seiner Kopfballstärke auch noch Garant so manchen Punktgewinns. Vier Tore erzielte Dione alleine in der laufenden Saison, fünf in seiner ersten vollen Spielzeit bei den Rot-Weißen. In den vergangenen anderthalb Jahren kam Dione in allen möglichen 65 Regionalliga-Meisterschaftsspielen zum Einsatz und wurde dabei in der laufenden Spielzeit sogar weder aus- noch eingewechselt.

Cirba soll die Lücke schließen

Rolf Bleck erfuhr beim Hallenturnier der 2. Mannschaft in Derschlag (siehe Extra-Bericht auf dieser Seite) von der Entscheidung Diones bzw. Wacker Burghausens: »Das ist natürlich ein herber Verlust für uns, den wir aufgrund der Vertragsklauseln auch nicht verhindern konnten. Wir wollen versuchen, die festgeschriebene Ablösesumme noch in diesem Monat zu investieren, um uns auf einer Position zu verstärken. Dabei suchen wir jedoch eher einen zentralen Mittelfeldmann oder einen schnellen Stürmer, da wir glauben, genügend gute Abwehrspieler zu haben.« Die Siegener planen bis Sommer offensichtlich mit Romas Cirba für die Libero-Position. Auch Cem Islamoglu könnte hier erste Wahl sein.

Vom 1. bis 31. Januar läuft bekanntlich die zweite Wechselperiode. Jedoch können nur solche Kicker verpflichtet werden, die vereinslos sind, weil sie sich bis spätestens 31. Dezember 2002 bei ihrem Verein abmeldeten. In den vergangenen Monaten stellten sich immer wieder Spieler in Siegen zu Probetrainingszwecken vor. Dazu Bleck: »Wir haben schon den einen oder anderen im Hinterkopf. Doch eine Verpflichtung nützt uns nur, wenn dieser Spieler uns wirklich weiter bringt.«

Peter: »Jammern hilft nicht«

Das letzte Wort dürfte dabei wohl Trainer Ingo Peter haben, der heute aus seinem Weihnachtsurlaub zurück kehrt. Am SZ-Telefon meinte der gestern noch auf den Kanarischen Inseln weilende Coach: »Jammern hilft jetzt nicht. Wir konnten Dione nach der letzten Saison nur mit Hilfe dieser Klausel überhaupt in Siegen halten. Jetzt ist er eben weg. Er wird uns vor allem bei Standardsituationen fehlen, aber jetzt können einige Spieler zeigen, ob sie mehr drauf haben und nicht nur heiße Luft blasen.« Hinsichtlich einer möglichen Neuverpflichtung zeigte sich Peter indes sehr bedeckt: »Es müsste schon einer vom Himmel fallen. Das wäre dann ein Glücksfall für uns. Aber exzellente Fußballer können wir uns nun mal nicht leisten.«

Während die 2. Mannschaft der Siegener ebenfalls heute wegen der frühen Rückrunden-Fortsetzung in der Oberliga mit dem Training wieder beginnt, trifft sich der Kader der »Ersten« erstmals am 15. Januar. Gut möglich, dass dann ein neues Gesicht seine ersten Runden im Stadion dreht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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