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Fehlendes Kleingeld? Kein Problem
Parkticket per Handy lösen

Langes Anstehen? Nerviges Kleingeldsuchen? Mit dem Smartphone nicht mehr nötig. In Siegen besteht seit Oktober 2019 die Möglichkeit, ein digitales Parkticket zu lösen.
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  • Langes Anstehen? Nerviges Kleingeldsuchen? Mit dem Smartphone nicht mehr nötig. In Siegen besteht seit Oktober 2019 die Möglichkeit, ein digitales Parkticket zu lösen.
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tile Siegen. Zwölf Uhr mittags auf dem Parkplatz am Siegener Kirchweg hinter der Vollwert Apotheke in der Innenstadt. Es herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Der einzige Parkautomat ist gut frequentiert. Es bildet sich zunächst eine Schlange, dann eine kleine Traube um das Gerät, der nicht wechselt und die Gebühr nur Cent-genau annimmt. Kleingeld wechselt den Besitzer – der Mindestabstand ist längst unterschritten. Schutzmasken? Fehlanzeige. Eigentlich gibt es mittlerweile in Siegen eine Alternative, die nerviges Anstehen, lästiges Im-Portemonnaie-Wühlen und das frustrierende Suche nach jemandem, der 2 Euro „kleinmachen“ kann, überflüssig macht. Die ist etlichen Parkern aber offensichtlich unbekannt.

tile Siegen. Zwölf Uhr mittags auf dem Parkplatz am Siegener Kirchweg hinter der Vollwert Apotheke in der Innenstadt. Es herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Der einzige Parkautomat ist gut frequentiert. Es bildet sich zunächst eine Schlange, dann eine kleine Traube um das Gerät, der nicht wechselt und die Gebühr nur Cent-genau annimmt. Kleingeld wechselt den Besitzer – der Mindestabstand ist längst unterschritten. Schutzmasken? Fehlanzeige. Eigentlich gibt es mittlerweile in Siegen eine Alternative, die nerviges Anstehen, lästiges Im-Portemonnaie-Wühlen und das frustrierende Suche nach jemandem, der 2 Euro „kleinmachen“ kann, überflüssig macht. Die ist etlichen Parkern aber offensichtlich unbekannt.

Service auf städtischen Parkflächen

„Handyparken“ nennt sich der Service, den die Krönchenstadt „überall dort, wo Parkbewirtschaftung erfolgt, dass heißt ein Straßenschild auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz (beispielsweise: Parscheinautomat)“ zum Oktober 2019 – also noch vor Corona – eingeführt hat. Dafür kooperiert die Stadtverwaltung mit sechs verschiedenen App-Anbietern zusammen. Jede Parkzone, auf der dieser Service genutzt werden kann, hat eine sechsstellige Kennummer, die für alle Anbieter gilt. Die 18 in Siegen eingebundenen Zonen (zum Teil sind mehrere Kleinflächen zusammengefasst) beginnen bei mit den Ziffern 570, der Parkplatz am Kirchweg hat zum Beispiel die Endziffern 105.

Großer Preisunterschied beim Kurzparken

Das Geschäftsmodell ist simpel: Um die oben genannten Ärgernisse zu vermeiden, bieten die App-Betreiber eine Art digitales Parkticket an. Kfz-Kennzeichen und Parkdauer werden dabei registriert, die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes prüfen bei fehlendem Parkticket anhand des Nummernschildes automatisch, ob die Parkgebühr digital entrichtet wurde oder eben nicht. Für diesen Service erheben die sechs Anbieter Gebühren versteht sich – die teilweise erheblich voneinander abweichen. Vor allem beim Kurzparken. Für 30 Minuten reicht die Spannweite von 6 bis 49 Cent. Vergleichen lohnt sich also.

Zeit nehmen für den Vergleich

Der Ad-hoc-Vergleich vor Ort, also wenn das Auto gerade abgestellt wurde und es ans Bezahlen geht, empfiehlt sich indes nicht. Wer an dem Service generell Gefallen findet und bereit ist, auf die normalen Parkgebühren noch ein paar Cent drauf zu legen, um etwa „hygienisch bezahlen“ zu können, wie ein Anbieter aktuell corona-wirksam wirbt, sollte sich vorab etwas Zeit nehmen und die Pros und Contras der einzelnen Apps abwägen.

Preise, Zahlungsart und Datenschutz

Etwa, ob ein Anbieter die Parkgebühren minutengenau abrechnet, oder welcher Tarif ist der subjektiv attraktivste (vom Basis-Paket bis zum monatlichen Premium-Angebot inklusive Schutz vor Parkschäden durch Unbekannt und Reperaturkostenübernahme bis 5000 Euro). Auch die Zahlungsart kann ein Argument sein; so bieten fast alle Lastschriftverfahren oder die Abrechnung über Kreditkarte an, aber nicht alle bieten die etwa Möglichkeit über PayPal oder gar die monatliche Handyabrechnung zu zahlen.
Stichwort Datenschutz. Welche persönlichen Daten abgefragt werden, ist ebenfalls unterschiedlich. Natürlich, alle registrieren das Kfz-Kennzeichen sowie die Handynummer und E-Mail-Adresse. Obligatorisch ist auch der Zugriff auf die Standorterfassung des Handys, u. a. für die Kartenfunktionen bei manchen der Apps. Manche Anbieter wollen den vollständigen Namen und die Adresse wissen, einer fragt (optional) das Geburtsdatum ab. Wo möglich und gewünscht verknüpft sich die App mit dem PayPal-Konto.

Ausprobieren

Je nach Anwender-Vorlieben spielt vielleicht auch die Bedienerfreundlichkeit eine Rolle. Hierfür lädt man sich am besten die kostenlosen Apps einmal herunter. Wer ausprobiert, muss sich allerdings registrieren. Und: Vorsicht beim Testen! In einem Fall aktiviert der Button „Parkvorgang starten“ (Servicegebühr 0,25 Cent), noch ehe man die (minutengenaue) Parkdauer eingibt. Bei den meisten anderen läuft es umgekehrt. Nicht alle zeigen den Preis inklusive der Servicegebühr für die Nutzung der App an, die auf der Rechnung dann noch „oben drauf“ kommt. Bequemlichkeit hat eben seinen Preis.

Stadtverwaltung zufrieden

In der Stadtverwaltung sei man zufrieden mit dem Angebot, es laufe alles rund, Beschwerden seien bis dato noch nicht im Rathaus eingegangen, sagt Thomas Runge, Leiter der Wirtschaftsförderung. Von den sechs Anbietern könne jeder Nutzer seinen Favoriten wählen. An Zahlen könne man diese Zufriedenheit noch nicht detailliert festmachen, etwa wie hoch der Anteil der digitalen Tickets an den Gesamteinnahmen aus der Parkgebühren ist. Das sei ein höherer Aufwand, den man sich aber für den Herbst vorgenommen habe, um nach einem Jahr Bilanz zu ziehen.

Anbieter im Kurz-Vergleich

  • EasyPark: über 5 Mill. Downloads (im Playstore); durchschnittliche Kundenbewertung 3,8 Sterne (ebenda); „Small“-Version ohne monatl. Grundgebühr, „Large“-Version im Monatsabo für 1,99 Euro (Servicegebühr pro Parkvorgang entfällt); Servicegebühr pro Parkvorgang: in Siegen 15 Prozent der Parkgebühr, mindestens aber 49 Cent; mögliche Zahlungsarten: Kreditkarte, Lastschrift, PayPal.
  • moBiLET: 1. Mill. Downloads; 3,0 Sterne; Servicegebühr pro Parkvorgang: 10 Cent; Zahlungsarten: Apple Pay, G Pay, giropay, Instant Transfer, Klarna, PayPal, Visa.
  • PARK NOW: über 500 000 Downloads; 4,1 Sterne; Privat-Tarife „Silber“ (ohne monatl. Gebühr) und „Gold“ (2,99 Euro/Monat, Servicegebühr entfällt); Servicegebühr pro Parkvorgang: 25 Cent; Zahlungsarten: Lastschrift, Kreditkarte, PayPal.
  • PayByPhone: über 500 000 Downloads, 4,5 Sterne; drei Tarife (Basic kostenlos, Premium 1,99 Euro/Monat, Fleet 1,49/Monat); Servicegebühr pro Parkvorgang (Basic): gestaffelt nach Parkintervallen, in Siegen 6 Cent im ersten Intervall, dann 3 bis 6 Cent je weiteres Intervall; Zahlungsarten: PayPal, Mastercard, Visa, Mobilfunkrechnung.
  • Park and Joy: über 50 000 Downloads; Karte; 4,4 Sterne; vier Tarife (BASIC bis COMFORT + ParkProtect); Gebühr je Parkvorgang (Basis-Tarif ohne Monatsgebühr): 19 Cent.; Zahlungsarten (BASIC): Kreditkarte, Lastschrift.
    Yellowbrick Germany: über 1000 Downloads; 2,3 Sterne; Servicegebühr pro Parkvorgang: 25 Cent; Zahlungsarten: Lastschrift, Visa, Mastercard.
Langes Anstehen? Nerviges Kleingeldsuchen? Mit dem Smartphone nicht mehr nötig. In Siegen besteht seit Oktober 2019 die Möglichkeit, ein digitales Parkticket zu lösen.
Die Krönchenstadt kooperiert auf ihren Parkflächen mit sechs Anbietern.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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