Partner stärken Wisent-Projekt

 Die Sponsoren stehen auch nach der Arnsberger Gerichtsentscheidung fest zum Wisent-Projekt. Der 100 000. Besucher wird in diesen Tagen an der Wisent-Wildnis bei Wingeshausen begrüßt – das spricht eine deutliche Sprache. Foto: Archiv
  • Die Sponsoren stehen auch nach der Arnsberger Gerichtsentscheidung fest zum Wisent-Projekt. Der 100 000. Besucher wird in diesen Tagen an der Wisent-Wildnis bei Wingeshausen begrüßt – das spricht eine deutliche Sprache. Foto: Archiv
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vö - Dieser Mann strotzt offenbar vor Selbstbewusstsein: Herbert Knipping, Diplom-Ingenieur aus Iserlohn, hat sämtliche Sponsoren des Wittgensteiner Wisent-Projektes angeschrieben und verfolgt eine klare Zielsetzung. „Sie werden aufgefordert, das von Ihnen vorgenommene Sponsoring von frei laufenden Wisenten unverzüglich – sofort – einzustellen. Sie sind aufgefordert, diese Einstellung Ihres Sponsorings von frei laufenden Wisenten bis spätestens zum 24. Oktober vollzogen zu haben. Sie werden um postwendende Stellungnahme gebeten.“

Hört sich an wie eine behördliche Anordnung. Ist aber keine. Worauf beruft sich der Iserlohner in dem der SZ vorliegenden Schreiben sonst? Das bleibt wohl sein Geheimnis. Êr beruft sich auf das Urteil aus Arnsberg, in dem der Wisent-Trägerverein aufgefordert wird, geeignete Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass die Wisente die Wälder der beiden klagenden Waldbauern betreten. Fakt ist, dass die Sponsoren dem Wisent-Projekt auch nach der Entscheidung des Landgerichtes Arnsberg zu Gunsten der beiden Oberkirchener Waldbauern (die Siegener Zeitung berichtete) den Rücken stärkt. Dr. Franz-Josef Weihrauch, Pressesprecher der Krombacher Brauerei, kennt den Autoren der Mail aus früherem Schriftverkehr. Er habe die Idee, dass die Wisente bis Iserlohn liefen und dort seinen Wald zerstörten. Fakt sei, dass Krombacher, grundsätzlich auch in Zukunft zum Wisent-Projekt stehe – trotz möglicher Probleme nach dem Arnsberger Urteil. Das Unternehmen unterstütze in Kooperation mit Naturschutzverbänden wie dem NABU oder WWF Projekte in aller Welt sowie mit regionalem Charakter: „Und da passt das Wisent-Projekt hervorragend hinein.“

Klare Worte auch bei der Sparkasse Wittgenstein. Holger Saßmannshausen, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, unterstrich auf SZ-Anfrage, dass das jüngste Gerichtsurteil auf das Thema Sponsoring überhaupt keine Auswirkungen habe. Aus Sicht des heimischen Kreditinstitutes sei das Wisent-Projekt eines der erfolgreichsten Vorhaben in der Region in den vergangenen Jahren. 100 000 Besucher in der Wisent-Wildnis bei Wingeshausen und die Entwicklungen im gastronomischen Bereich seien nicht weg zu diskutieren. Und noch ein Aspekt lag Saßmannshausen am Herzen: „Wir vertreten grundsätzlich die Meinung, dass es gerade in schwierigen Zeiten angebracht ist, zu seinem Partner zu stehen. Draufhauen ist immer die einfachste Variante.“

Jost Arnold, Geschäftsführer der Ruheforst GmbH, die ebenfalls zu den Förderern des Projektes gehört, machte aus seiner Sicht deutlich, „dass ich mich von niemandem erpressen lasse. Wir werden das Wisent-Projekt sehr wohl weiter unterstützen.“ Es sei ja nicht so, dass die Wisente selbst verboten würden oder man dem Projekt die Grundlage entzogen habe. Arnold machte es an einem anderen Beispiel fest: Die Ruheforst GmbH sei mit Bandenwerbung in den Fußball-Stadien in Düsseldorf und Kaiserslautern vertreten: „Da höre ich ja auch nicht einfach auf, wenn mir eine personelle Entscheidung der Vereine nicht gefällt.“

Andere Unternehmen wollten zu der dreisten E-Mail aus Iserlohn keine Stellung nehmen – das ist allerdings auch eine klare Antwort. Der Autor sei bekannt, verriet EJOT-Pressesprecher Andreas Wolf beispielsweise.

Und was sagt der Verfasser selbst, der nach eigener Aussage Waldbesitzer und Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Iserlohn ist? Seine Zielsetzung sei es, dass dem Wisent-Projekt das Geld abgegraben werde: „Es kann nicht sein, dass es Sponsoren für ein Projekt gibt, das andere schädigt“, so Herbert Knipping. Es sei auch nicht vertretbar, dass der Staatsforst geschädigt werde, der schließlich Allgemeingut sei. Der Iserlohner vertritt eine eigenwillige These: „Die Tiere vermehren sich rasant und sie sind schnell. Die können in einer Stunde bei uns in Iserlohn sein. Ich möchte die Tiere nicht in unserem Wald, die Schäden durch Kyrill waren groß genug.“ Nur gut, dass Knipping sonst keine anderen Sorgen hat.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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