SZ

Holprige Fahrt bei Direkt-IC nach Norddeich-Mole
Peinliche Panne bei Premiere

Zwangspause schon in Hamm/Westfalen, die Reisenden aus dem Siegerland durften aussteigen und zuschauen, wie eine Lok vor den nicht mehr funktionsfähigen Steuerwagen gespannt werden musste.
  • Zwangspause schon in Hamm/Westfalen, die Reisenden aus dem Siegerland durften aussteigen und zuschauen, wie eine Lok vor den nicht mehr funktionsfähigen Steuerwagen gespannt werden musste.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

mir Siegen. Die Euphorie unter Bahn-Fans rund um den ersten direkten IC von Frankfurt über Siegen nach Norddeich-Mole muss riesig gewesen sein. Dem positiven Fazit der drei Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zur Premierenfahrt (die SZ berichtete) will sich aber der Kreuztaler Torsten Gieseler nicht in Gänze anschließen. Er war mit an Bord, zusammen mit seinem elfjährigen Sohn: „Der Zug fuhr pünktlich in Siegen ein, das wars, er verließ Siegen aber bereits mit zehn Minuten Verspätung.“

Insgesamt sei diese Tour keine Werbung für eine Urlaubsfahrt mit der Deutschen Bahn gewesen, sagt der Kreuztaler. Preislich allerdings ein Schnapp: 80 Euro hin und zurück für Vater und Sohn.

mir Siegen. Die Euphorie unter Bahn-Fans rund um den ersten direkten IC von Frankfurt über Siegen nach Norddeich-Mole muss riesig gewesen sein. Dem positiven Fazit der drei Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zur Premierenfahrt (die SZ berichtete) will sich aber der Kreuztaler Torsten Gieseler nicht in Gänze anschließen. Er war mit an Bord, zusammen mit seinem elfjährigen Sohn: „Der Zug fuhr pünktlich in Siegen ein, das wars, er verließ Siegen aber bereits mit zehn Minuten Verspätung.“

Insgesamt sei diese Tour keine Werbung für eine Urlaubsfahrt mit der Deutschen Bahn gewesen, sagt der Kreuztaler. Preislich allerdings ein Schnapp: 80 Euro hin und zurück für Vater und Sohn.

Verspätung beruhte auf technischen Problemen

Die Verspätung schon in Siegen beruhte auf technischen Problemen, vermutet der Fahrgast. „Da das eingesetzte Wagenmaterial wohl von irgendeinem Abstellgleis zur eigentlichen Verschrottung kam (mehrere Türen und eine Behinderten-Toilette waren defekt), war in Hamm der Steuerwagen nicht mehr einsatzbereit.“

"Das gibt kein gutes Bild ab,
wenn der Lokführer in weißem Hemd und Schlips
unter den Zug kriechen muss, um die Lok anzukoppeln."

Torsten Gieseler
Bahnkunde aus Kreuztal

Die Reise musste unterbrochen und eine Lok vor den eigentlichen Steuerwagen rangiert werden. Gieseler: „Das gibt kein gutes Bild ab, wenn der Lokführer in weißem Hemd und Schlips unter den Zug kriechen muss, um die Lok anzukoppeln.“ Zeitlich ließ sich dieser Zwangsaufenthalt natürlich nicht mehr aufholen, die Reisenden aus dem Siegerland kamen schließlich mit rund einer Stunde Verspätung in Norddeich-Mole an. Solch ein Missgeschick dürfe einfach nicht passieren, sagt der Kreuztaler am SZ-Telefon. „Uns war das egal, wir haben gut zu Abend gegessen, die Füße in die Nordsee gehalten und sind am nächsten Tag zurückgefahren“, schildert Gieseler sein Wochenende mit Sohn und IC an der ostfriesischen Küste.

Begeisterung für Zug war groß

Sich selbst bezeichnet er als Bahnfreak. „Die Begeisterung der Menschen für diesen Zug ist riesengroß gewesen. In Littfeld standen die Leute an der Strecke und haben Fotos gemacht. Überall hatten sich Menschen postiert, sogar mitten im Wald, nur um den IC zu sehen.“ In Letmathe habe jemand sogar ein Video gedreht und bei Youtube eingestellt, nur von der Durchfahrt dieses einen Zuges. Unter Bahn-Fans sei der IC etwas Besonderes. Aber solchen Schrott an Zugmaterial auf die Schiene zu stellen, sei unverständlich.

Bei der Rückfahrt am Sonntag gab’s neuen Ärger, die eingesetzten Wagen stimmten nicht mit den online reservierten Plätzen überein. Ohne 15 Minuten Verspätung ging es auch diesmal nicht. Der IC musste immer wieder unplanmäßig anhalten, um andere Züge vorzulassen. Zum guten Schluss sogar den Bummelzug aus Bad Berleburg.

Von Bahn enttäuscht

In den Wagen gab es laut Fahrgast nur zum Teil eine WLAN-Verbindung, die Durchsagen des Zugpersonals seien durch die alten Mikrofone und Lautsprecher kaum zu verstehen gewesen. Gieseler: „Ich bin von der Bahn enttäuscht, dass nicht das beste Zugmaterial eingesetzt wurde.“ Das Zugpersonal sei sehr engagiert gewesen und habe das Beste versucht. Im Regelbetrieb des künftigen IC 34 von Siegen nach Norddeich-Mole ab Mitte Dezember will die Bahn ganz anders auftreten. „Für den IC 34 gibt es nagelneue Doppelstockwagen“, heißt es aus der Düsseldorfer Pressestelle. „Die sollen die alten Züge ersetzen. Im Sommerverkehr sind noch welche im Einsatz, die haben viele Jahre auf dem Buckel.“

Zwei kleine Korrekturen meldet die DB-Pressestelle an: Auf der Hinfahrt habe der Zug Zeit aufgeholt, nur 30 Minuten Verspätung habe es gegeben. Bei der Rückfahrt seien es bis Siegen zwölf Minuten gewesen. Nach der Weiterfahrt von Siegen Richtung Frankfurt sei der defekte Steuerwagen wieder ausgefallen. Mit dem Ergebnis, der IC rollte eine Stunde verspätet in Frankfurt ein.

Bahn entschuldigt sich

Für ein werbeträchtiges Sonderangebot im Urlaubsverkehr eigentlich nicht mehr tolerabel. Da gibt es nur eins: „Wir entschuldigen uns bei allen Fahrgästen“, sagt die Deutsche Bahn über ihren Pressesprecher.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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