Peipers AG zehrt einstweilen vom kräftigen Polster

Stimmung bei Gontermann und Peipers verhalten / Standortsicherung steht im Vordergrund

Siegen. Trotz Dividendenausfalls bei der Gontermann-Peipers GmbH (GP) im Geschäftsjahr 1994/95 (endend am 30. Juni) kann die Peipers AG an ihrer Aktionäre unverändert 30 Prozent Dividende auf das Grundkapital von 5,25 Mill. DM ausschütten. Wie Fritz Spannagel, zusammen mit Dr. Ulrich Scheib Vorstand bei der Peipers AG und zugleich Geschäftsführer der GP GmbH, am Mittwoch im Rahmen der Hauptversammlung der AG den Aktionären im Haus der Siegerländer Wirtschaft mitteilte, steht für GP die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitsplätze an den beiden Siegener Standorten im Vordergrund aller Bemühungen. GP hat im Geschäftsjahr 94/95 bei einem Gesammtumsatz von 109,2 Mill. DM einen Jahresüberschuß von 4,2 Mill. DM ausgewiesen und wird laut Spannagel die Gesamtleistung in 1995/96 nochmals um rund 10 Prozent steigern. Das Betriebsergebnis werde erneut positiv ausfallen. In der weiteren Sicht, so der Vorstand, werde aber die Anfälligkeit der Unternehmen für konjunkturelle Zyklen bei hoher Kostenbelastung in allen Bereichen immer schwerer beherrschbar. GP könne deshalb nur weiterhin darauf ausgerichtet bleiben, sich als Hersteller technisch anspruchsvoller Gußprodukte zu behaupten und den Schwerpunkt der Aktivitäten »nicht auf Wachstum, sondern auf die Verbesserung der Wertschöpfung durch innovative Produkte und möglichst optimierten Einsatz der Ressourcen« zu setzen. Für das Geschäftsjahr 1996/97 zeichnet sich bereits ab, daß der Auftragseingang deutlich hinter den beiden Vorjahren zurückfällt. Spannagel äußerte seine Verwunderung darüber, daß trotz der Sorgen und Nöte der Unternehmen seitens der politischen und tarifpolitischen Entscheidungsträger die Lage eher ignoriert werde. »Es mutet schon merkwürdig an, daß mit Kampfansagen um eine Verteilungsmasse gerungen wird, die es bei näherem Hinsehen gar nicht gibt«. GP fuhr »Fremdkapital« zurück Wie im Vorjahr berichtet, hatte GP seinerzeit aus steuerlichen Gründen (die sog. »Ek 56-Falle«) eine außerordentliche Ausschüttung vorgenommen, so daß fest stand, daß für 1994/95 keine Ausschüttung auf das Stammkapital von 40 Mill. DM vorgenommen würde. Die Peipers AG, die 48 Prozent von GP hält und außerdem bei der Tochter Peipers Verwaltungsgesellschaft mbH gut 9 Mill. DM geparkt hat, konnte allerdings aus einem Gewinnvortrag von gut 2,9 Mill. DM sowie aus den Ausschüttungen der Verwaltungs-GmbH (300 000 DM) und aus eigenen Zinserträgen die erwähnte Dividende problemlos aufbringen und dabei noch gut 1,9 Mill. DM auf neue Rechnung vortragen. Im übrigen hat die AG 10 Mill. DM, die bis dahin an GP ausgeliehen waren und die GP die Aufnahme von Bankdarlehen ersparten, mittlerweile in hochverzinslichen Anleihen angelegt. GP hat also seine eigene Verschuldung entsprechend zurückgefahren. Die Hauptversammlung stimmte der vorgeschlagenen Gewinnverwendung einhellig zu, entlastete genauso Vorstand und Aufsichtsrat und entsandte Dipl.-Ing. Henning Gravenhorst für weitere vier Jahre in den Aufsichtsrat. Dank der besonderen Konstruktion des Unternehmensverbundes GP/Peipers AG bedeutete auch für GP die Dividentenausschüttung eine Stärkung: GP hält 54 Prozent an der Peipers AG und vereinnahmt also den entsprechenden Anteil der Ausschüttung.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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