Pflasterwunde wieder aufgerissen

Firma zog Kulanzzusage in Sachen Bahnhofsvorplatz gegenüber der Stadt Siegen zurück

Siegen. Angesichts des rund 80000 DM teuren Pflaster-Debakels vor dem Siegener Hauptbahnhof hätte der Stadt Siegen ein kleines finanzielles Trostpflaster eigentlich ganz gut zu Gesicht gestanden. Nach dem Stand der Dinge kann man sich dieses Pflästerchen im Siegener Rathaus aber von der Backe putzen. Die bauausführende Firma Schmidt, die eine nicht näher bezifferte Summe aus Kulanzgründen an die Stadtkasse transferieren wollte, hat den Überweisungsauftrag storniert. Der Grund: Die Freusburger haben etwas dagegen, dass sie jetzt als Sündenbock hingestellt werden. Verständlich, wo man doch selbst davor gewarnt hatte, vor dem Bahnhof flächendeckend zu Platten zu greifen.

Anlass für den Rückzieher ist das Ermittlungsergebnis der Siegener Staatsanwaltschaft, an die sich die „Bürgerinitiative gegen Behördenwillkür” mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue gegen den Siegener Stadtbaurat und mehrere Rats- und Ausschussmitglieder gewandt hatte. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt, weil ein strafwürdiges Verhalten seitens der Stadt nicht erkennbar gewesen sei. Dass die Firma Schmidt vorher ohne Anerkennung einer Rechtspflicht Bereitschaft signalisiert hatte, einen Obolus zu den Reparaturkosten beizusteuern, hatte die Staatsanwaltschaft als Indiz dafür gewertet, dass die Firma den Vorwurf der Verletzung ihr obliegender Vertragspflichten nicht habe von sich weisen können. Kurzum: Das Unternehmen sieht sich plötzlich mit dem Schwarzen Peter in der Hand dasitzen. Und den würde man gerne an den Zuständigen weitergeben. Besonderes Problem: Die anderen wollen gar nicht mehr mitspielen.

Einen Streit mit der Stadt Siegen habe man nicht, ließ sich Mitgeschäftsführer Peter Schmidt auf Anfrage der SZ ein. Aber es gebe unterschiedliche Auffassungen. Wie die Freusburger mittlerweile zu der Sache stünden, sei im Siegener Rathaus bekannt. Das Ganze sei derzeit aber noch im Fluss, weitere Gespräche sollten geführt werden. Eines ist für Peter Schmidt aber klar: „Wir haben in der Öffentlichkeit einen guten Ruf”, und an dem lasse man nicht so ohne weiteres kratzen – Pflaster hin, Pflaster her.

Die avisierten Scheine kann der Siegener Stadtkämmerer – ein Mann mit AK-Kennzeichen – also zunächst einmal wieder ausbuchen. Zum Trost darf man sich in der Verwaltungsspitze auf neues Ungemach mit der „Bürgerinitiative gegen Behördenwillkür” freuen. Der streitbare Zusammenschluss denkt nämlich nicht daran, die von der Siegener Staatsanwaltschaft geschlossene Akte Bahnhofsvorplatz einfach abzuheften. Im Gegenteil: Der Vorsitzender der Initiative, Rolf Haßler, hat Beschwerde gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens eingelegt. Unabhängig davon, so Haßler gegenüber der Siegener Zeitung, „stellt sich dann ja auch noch die Frage, wer für den Schaden haftet”. Und zum Schaden gehöre ja wohl auch, dass die ursprünglichen Platten in weiten Teilen nicht mehr vorhanden seien. Haßler: „Der tatsächliche Schaden könnte durchaus bei 200000 DM liegen.” sob/Foto: kalle

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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