Piercing und Schokolade bedenklicher als Luft

wette Siegen. Nickel ist der häufigste Auslöser von Kontaktallergien. In Deutschland, so schätzen Experten, sind zwischen 1,9 bis 4,5 Mill. Menschen gegen Nickel sensibilisiert. Auch die Luft in Geisweid ist mit Nickel belastet – wie sehr, darüber informierte jetzt Professor Dr. Michael Wilhelm von der Ruhr Universität Bochum. Der stellte rund 60 Bürgern die wesentlichen Ergebnisse einer epidemiologischen Studie vor, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im Zeitraum von 2005 bis 2007 erstellt hatte.

Insgesamt 749 fünf- und sechsjährige Kinder sowie 720 Mütter (neben Geisweid gab es Erhebungen in Bochum, Krefeld und Witten) nahmen an der Untersuchung teil. Mit dem Ergebnis: In unmittelbarer Nähe der Geisweider Edelstahlwerke sind die Belastungen mit Nickel und Chrom zwar höher als in anderen ländlichen Regionen, eine gravierende Gesundheitsgefährdung besteht nicht. Prof. Dr. Michael Wilhelm: „Deshalb muss niemand hier wegziehen.“

Zwar habe die Luftqualität Einfluss auf gesundheitliche Parameter, allerdings sei die Aufnahme des Schwermetalls durch andere Belastungen – beispielsweise durch Schmuckgegenstände (Piercing) oder Lebensmittel (Schokolade und Kakao) – weitaus höher einzustufen. Dr. Irene Scheler vom Landesministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) ergänzte, dass die Ergebnisse betonten, dass Verbesserungen nötig seien. Aber: „Es gibt für Nickel und Chrom keine Grenzwerte, sondern nur EU-Richtwerte.“

Dr. Christoph Grabe, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Siegen-Wittgenstein, fand interessant, dass man erst die Ergebnisse aller vier Städte auswerten musste, um die Daten entsprechend auswerten zu können. In Siegen alleine wurde nämlich aufgrund der Teilnehmerzahl kein Signifikanzniveau erreicht.

Das LANUV hatte im Auftrag des Ministeriums und mit Unterstützung der kommunalen Gesundheitsämter Anwohner, die im Umfeld von Edelstahlproduzenten leben, im Rahmen einer umweltmedizinischen Studie auf Chrom- und Nickelbelastung untersuchen lassen.Eine Zusammenfassung mit den wesentlichen Studienergebnissen kann im Internet unter http://www.umwelt.nrw eingesehen beziehungsweise heruntergeladen werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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