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Impfangebot für Teenager bis zum Ende der Soomerferien
Piks für Jugendliche in Sicht

Inzwischen haben mehr als 29 Millionen Menschen in Deutschland ihre erste Impfung erhalten. Doch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind bislang außen vor. Dies soll sich jetzt ändern.
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gro Siegen. Hoffnung, Erleichterung oder Skepsis – die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Kein Wunder, denn kaum ein Thema wird momentan so kontrovers diskutiert wie die Corona-Schutzimpfung. Jetzt hat die Bundesregierung bekanntgegeben, auch Kinder und Jugendliche impfen zu wollen. Grund ist das Ziel der schnellen Herdenimmunität, das andernfalls in Gefahr geraten würde.

Ein Impfangebot für alle Zwölf- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien – das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun bekanntgegeben. Nach der Zulassung des Impfstoffs „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer für Zwölf- bis 15-Jährige in den USA werden auch hierzulande die Rufe nach Impfungen für Kinder und Jugendliche lauter.

gro Siegen. Hoffnung, Erleichterung oder Skepsis – die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Kein Wunder, denn kaum ein Thema wird momentan so kontrovers diskutiert wie die Corona-Schutzimpfung. Jetzt hat die Bundesregierung bekanntgegeben, auch Kinder und Jugendliche impfen zu wollen. Grund ist das Ziel der schnellen Herdenimmunität, das andernfalls in Gefahr geraten würde.

Ein Impfangebot für alle Zwölf- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien – das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun bekanntgegeben. Nach der Zulassung des Impfstoffs „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer für Zwölf- bis 15-Jährige in den USA werden auch hierzulande die Rufe nach Impfungen für Kinder und Jugendliche lauter. Zuvor hatte bereits unter anderem Kanada als eines der ersten Länder der Welt den Impfstoff für die Jüngsten freigegeben. Nun liegt auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA ein entsprechender Antrag vor. Die Prüfung könnte laut einiger Experten jedoch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. In der EU ist das Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Spahns Aussage stößt zum Teil auf Skepsis. Ein Impfangebot für alle Zwölf- bis 15-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien geht vielen jetzt zu schnell. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) bittet um mehr Geduld. Man solle in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden könne.

Die SZ hat sich jetzt in der Region umgehört. Fakt ist: Kaum ein Thema scheint die Menschen in der Region so sehr zu spalten wie die Corona-Schutzimpfung für Kinder. Eine nicht repräsentative SZ-Umfrage in einem sozialen Netzwerk hat beispielsweise ergeben, dass 48 Prozent der Teilnehmer (403 Stimmen) eine Corona-Schutzimpfung für Kinder für sinnvoll erachten. Eine Mutter schrieb: „Ich wäre mit meinen Kids sofort dabei.“ 52 Prozent (430 Stimmen) sehen das Thema jedoch eher skeptisch. Hier meinte eine Userin: „Mögliche Folgeschäden bei meinem Kind könnte ich mir nie verzeihen.“

Dr. Till Walter, Ärztlicher Direktor der Marien-Gesellschaft in Siegen, hält eine baldige Impfung für Kinder in den entsprechenden Altersgruppen jedoch für wichtig. „Für die Familien, die Schulen, die Kinder und die Gesundheit der Menschen im ganzen Land ist die Impfung auch für jüngere Altersklassen wichtig“, findet Walter und betont weiter: „Erste Länder lassen ja Biontech bereits für die Altersgruppe ab zwölf zu, und ich freue mich darauf, wenn das in Deutschland bald auch so ist.“

"Im Augenblick finde
ich die Impfung für
Kinder noch zu früh."

Philipp Wolf
Facharzt für
Kinder- und Jugendmedizin

Der Siegener Kinderarzt Philipp Wolf sieht das Thema ein wenig skeptischer. „Ich wäre erst einmal zurückhaltend. Im Augenblick finde ich die Impfung für Kinder noch zu früh“, sagt Wolf gegenüber der SZ. Dies habe letztendlich zwei Gründe. Zum einen sei immer noch ein großer Teil der Bevölkerung über 16 nicht geimpft. Zum anderen seien schwere Verläufe bei Kindern und Jugendlichen eher selten. „Wir hatten einige an Covid erkrankte Kinder und Jugendliche, die allesamt eher einen milden Verlauf gezeigt haben“, betont der hiesige Kinderarzt. Es sei demnach besser abzuwarten, was die Daten aus anderen Ländern ergäben, die Kinder unter zwölf Jahren bereits impfen würden. „Wenn dies geschehen ist, kann es aus meiner Sicht gut sein, dass wir kein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis haben“, sagt Philipp Wolf. Ihm falle jedoch auch auf, dass die Impfbereitschaft durchaus vorhanden sei. Einige Eltern hätten bereits nach einer Impf-Warteliste für die Kleinsten gefragt.

„Insgesamt denke ich, dass wenn eine Impfung für Kinder und Jugendliche zugelassen wird, zunächst erst mal junge Risikopatienten geimpft werden sollten“, betont Wolf. Auch hoffe er auf Unterstützung von anderen Impfteams, denn wenn lediglich die Kinderärzte die Kinder und Jugendlichen impfen würden, wäre dies nur über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten möglich.

Autor:

Sarah Groos

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