Fonds für Verhütungsmittel
Pille auf Kreiskosten

5 Euro Zuschuss  im Monat können bedürftige Frauen voraussichtlich im kommenden Jahr für die Pille erhalten.
  • 5 Euro Zuschuss im Monat können bedürftige Frauen voraussichtlich im kommenden Jahr für die Pille erhalten.
  • Foto: Archivfoto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm  Siegen. So hoch hatte die Kreisverwaltung gar nicht gegriffen. Der Verhütungsmittelfonds, der den Sozialprofis im Kreishaus vorschwebte, sollte mit 10 000 Euro pro Jahr ausgestattet werden. Als sich aber der Sozialausschuss am Donnerstag damit befasste, gab es ein unerwartetes Plus. 20 000 Euro beantragte Nicole Schoeppner (SPD) und bekam dafür den Beifall von Cornelia Busch-Pfaffe (CDU) und die Zustimmung sämtlicher Ausschussmitglieder.

Stadt und Kreis gemeinsam

Grund für die Verdopplung: Der Kreis soll nach dem Willen der Sozialpolitiker auch die Verantwortung für die Stadt Siegen übernehmen, die seit 2014 bereits einen solchen Fonds hat. Die Kreisverwaltung hatte sich ursprünglich nur auf die übrigen zehn Kommunen bezogen.

Sozialdezernentin Helge Klinkert fand die Idee, auch die Großstadt Siegen einzubeziehen, „logisch“ – immerhin zahlen alle elf Kommunen über die Kreisumlage für die neue freiwillige Leistung mit.

Der Verhütungsmittelfonds soll zum 1. Januar 2020 eingerichtet werden. Die Mittelanforderung muss schon in diesem Sommer erfolgen, sonst kann das Geld im Haushaltsplan 2020 nicht bereitstehen. Deshalb drängt die Verwaltung auf zeitige Beschlussfassung.

Lieber keinen "Laufzettel"

Wie der Fonds seine Mittel verteilt, muss noch im Detail festgelegt werden. Der Verwaltungsvorschlag, dass die bedürftigen Frauen zunächst eine Schwangerenberatungsstelle aufsuchen und dort einen „Laufzettel“ bekommen, stieß im Ausschuss auf wenig Gegenliebe. Nicole Schoeppner beantragte für die SPD – erneut mit flächendeckender Unterstützung aller Fraktionen –, dass die Frauen ohne Laufzettel an das Geld kommen sollen.

200 Euro für Hormonspirale 

Anspruchsberechtigt (in Anlehnung an die Siegener Bestimmungen) sind Frauen, die älter als als 20 Jahre sind. Sie müssen im Kreisgebiet wohnen und Anspruch auf existenzsichernde Sozialleistungen nach SGB II oder SGB XII haben. Die Entscheidung über die Art der Verhütungsmittel soll den Gynäkologen überlassen werden. Es soll aber möglichst das kostengünstigste Mittel verordnet werden.
Der Umfang der Unterstützung:
Pille: 5 Euro pro Monat,
Kupferspirale: 100 Euro,
Hormonspirale: 200 Euro,
Dreimonatsspritze: 25 Euro,
Nuvaring: 35 Euro.
Die Apotheken bzw. Ärzte stellen den Zuschussbetrag dem Kreis direkt in Rechnung. Falls ein Restbetrag bleibt, müssen die Frauen ihn selbst tragen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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