Plädoyer für Frieden und Toleranz

FJM-Gymnasiasten hielten Gedenkrede bei zentraler Feierstunde zum Volkstrauertag

ph Gosenbach. Vielerorts gedachten Menschen am gestrigen Volkstrauertag den Opfern von Krieg, Hass und Gewalt und setzten zugleich ein Zeichen für Frieden und Versöhnung. Die zentrale Gedenkstunde des Kreisverbands Siegen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) fand am Vormittag auf der Kreisehrengedenkstätte in Gosenbach statt. Musikalisch umrahmten der Bläserkreis Niederschelden sowie der gemischte Chor bzw. der MGV »Arion« Gosenbach die Feierstunde, die mit Kranzniederlegungen zu Ende ging. Das Totengedenken sprach Günter Zimmermann als Vorsitzender des VDK-Ortsverbands Siegen-Gosenbach. Die Mahnwache hielten Soldaten der Reservistenkameradschaft Siegen mit Fackeln.

Die Gedenkrede teilten sich in diesem Jahr fünf Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 13 des Weidenauer Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums. Ihr Plädoyer für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben besaß durchaus symbolischen Charakter, belegte es doch die immer währende Bedeutung des Volkstrauertags.

Es gebe keine Rechtfertigung für Gleichgültigkeit oder Vergessen, so Philipp Zöller: »Wir tragen keine Schuld für die Welt, in die wir hinein geboren werden, aber wir machen uns schuldig, wenn wir sie nicht – und sei es nur im Kleinen – zum Positiven ändern. Darin besteht unsere Aufgabe – heute, morgen und in Zukunft.« Ebenso sei es eine Aufgabe aller, denen entgegenzutreten, »die Hass predigen und Gewalt säen«, die Mitmenschen ihrer Freiheit, ihrer Würde oder gar ihres Lebens beraubten, weil sie eine andere Religion, Hautfarbe oder Kultur besäßen. Neben Philipp Zöller traten Michaela Keim, Karin Wiese, Franziska Strunk und Dustin Kremer ans Mikrofon.

Mörderische Gewalt und Krieg nicht hinzunehmen, mahnte auch Annette Hinzmann als Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Gosenbach. Handele es sich dabei doch um Ausgeburten der Menschenverachtung. Die Gedenkstunden am Volkstrauertag bezeichnete sie als große Mahndemonstration für Frieden und mehr Menschlichkeit. Frieden beginne mitten im Alltag, beispielsweise wenn einer dem anderen mit Respekt begegne.

Erinnerung, Trauer, Mahnung. Das sind laut Landrat Paul Breuer die zentralen Begriffe dieses 1920 ins Leben gerufenen Gedenktages. Der VDK-Kreisvorsitzende lenkte den Blick auf die unzähligen Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus ihnen spreche oftmals eine zutiefst humane Gesinnung. Ursprünglich nur für die Familien bestimmt, seien die noch existierenden Briefe 61 Jahre nach Kriegsende zu bewegenden Dokumenten geworden, die eindringlich mahnten, den Frieden zu bewahren. Aus jeder einzelnen Zeile spreche die tiefe Sehnsucht, Heimat und Familie wiedersehen zu dürfen. Das Vermächtnis solcher Briefe verpflichte »uns alle, das Andenken an die Toten der Kriege an die Generation der Enkel weiterzugeben«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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