Pläne für das Hochhaus

 Bei Interesse: Im Internet gibt es das Exposé zum Denkmal-Hochhaus mitten in der Innenstadt von Siegen. Foto: Christian Hoffmann
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ch - Endlich: Das Bieterverfahren für das ehemalige Landesbehördenhaus in Siegen hat begonnen. Der nordrhein-westfälische Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) hat das unter Denkmalschutz stehende Hochhaus in seine Verkaufsdatenbank eingestellt – ursprünglich sollte dies bereits im Herbst 2015 geschehen sein. Ein Jahr und ein neues Verkehrswertgutachten später kann der BLB über diverse Internetportale als Anbieter kontaktiert werden; wer es ernst meint, muss bis Ende November einen Umschlag mit der Angebotsnummer „WE 2421“ in den Düsseldorfer BLB-Briefkasten einwerfen – dann läuft die erste Bieterrunde aus.

„Wir gehen davon aus, dass es, wie bei solchen Verfahren üblich, mindestens zwei, vermutlich sogar drei Bieterrunden geben wird“, sagte BLB-Sprecher Tim Irion der SZ. Er bestätigte, dass der Kaufpreis und damit das Mindestgebot für Grundstück und Immobilien an der Koblenzer Straße bei 970.000 Euro liegt. Dafür gäbe es eine Menge. Allein das Grundstück in bester Lage nahe Siegens zentraler Kreuzung „Kochs Ecke“ hat eine Größe von knapp 5000 Quadratmetern. Zur Koblenzer Straße hin ist das Areal mit einem kleinen, dreigeschossigen Bürogebäude aus den 1960er-Jahren und natürlich mit dem großen, zwölfgeschossigen Hochhaus aus den 70er-Jahren bebaut. Und: Auf dem Grundstück in Richtung Kirchweg befindet sich auch das nach der Jahrtausendwende gebaute ehemalige Laborgebäude des Landesbetriebs Straßen NRW samt Garagenanlage. Weitere 68 Stellplätze fasst der Parkplatz mitten in der Innenstadt.

Der nicht geringe Nachteil des Objekts „WE 2421“, das nunmehr seit vier Jahren wegen massiven Schimmelbefalls leersteht: Das im Volksmund „Pirelli-Hochhaus“ genannte Hochhaus muss gemäß den strengen Denkmalschutzauflagen saniert werden. Außenwände und Fassaden, das flache Vollwalmdach sowie das innere statische Gerüst mit seiner Geschossaufteilung sind für Veränderungen tabu. Das architektonische Gesamtbild der markanten Immobilie, die als Baudenkmal 260 in der Denkmalliste der Krönchenstadt eingetragen ist, muss erhalten bleiben. Das wird die Sanierung aufwendig und teuer machen – und damit Investoren abschrecken.

Dabei wäre das Ensemble durchaus interessant, nicht nur für den privaten Investor, der über den Siegener Architekten Christian Welter angekündigt hatte, das Gebäude sanieren zu wollen, um in ihm dann eine sog. gemischte Nutzung zu realisieren – was im Übrigen gut zu den städtischen Plänen passte, das Leben im Quartier Hammerhütte neu zu ordnen. Der für den Bereich Koblenzer Straße-Kirchweg-Berliner Straße vorgesehene Bebauungsplan der Innenentwicklung, Nr. 297 „Kochs Ecke“, befindet sich im laufenden Verfahren. Hier soll künftig modern-urban gewohnt und gearbeitet werden.

Genauso attraktiv wäre das Areal samt Bebauung für kommunale Mitbieter. Die Verwaltung des Kreises Siegen-Wittgenstein hat jüngst erst die Pläne auf Eis gelegt und mit einer Nachdenkpause versehen, einen millionenschweren Neubau auf dem Lyz-Parkplatz zu errichten. An der St.-Johann-Straße sollte ein Bürogebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum gläsernen Kreishaus errichtet werden. Das könnte u. a. dem Kreisgesundheitsamt ein Dach über dem Kopf bieten, welches von der Kohlbettstraße am Siegener Uni-Campus weichen soll, um der Hochschule weitere Ausdehnungsmöglichkeiten zu verschaffen.

Auch die Stadt Siegen und die Kommunalpolitik der Krönchenstadt sind vermutlich dabei, über „WE 2421“ verschärft nachzudenken. Schließlich hätte man zum einen nicht nur planerisch den Daumen auf dem Quartier Hammerhütte, sondern könnte gezielt das Immobilien-Ensemble in der City gestalten und vermarkten. Denn zum anderen muss die Siegener Stadtverwaltung zum Beispiel die Zukunft der Rathaus-Standorte im Blick haben. In einer der letzten Sitzungen wurde vom städtischen Arbeitskreis Finanzen, besetzt mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern, der Behördenstandort Weidenau thematisiert. Die Kommunale Entwicklungsgesellschaft Siegen (KEG, eine Tochterunternehmung der Stadt) als Eigentümerin muss über kurz oder lang jede Menge Geld in das in die Jahre gekommene Hochhaus an der Weidenauer Straße stecken. Ein Gutachten soll für Klärung sorgen.

Wenn sich das Modernisierungsvorhaben als Groschengrab erweisen sollte, wäre ein neuer Rathausstandort an der Koblenzer Straße durchaus überlegenswert. Ein Dienstleistungszentrum für den Bürger in fußläufiger Nähe zum Kreishaus, zur Industrie- und Handelskammer, zum Land- und Amtsgericht, zur Siegerlandhalle und zu Siegens neuen Ufern als Haupteinkaufzone von Siegen. Die eine oder andere Etage des ehemaligen Landesbehördenhochhauses, zu vergeben wären immerhin rund 4800 Quadratmeter Bürofläche, ließe sich gewiss an den Kreis vermieten, das Laborgebäude so oder so. Es wird also interessant, wer am Ende der zweiten oder dritten Bieterrunde mit von der Partie ist.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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