Finanzierung im Lot
„Platzweg“ am Gerhardsseifen

Vor sieben Jahren entstand dieses Foto bei den Ausgrabungen im Giebelwald. Nun wird hier ein international bedeutendes Kulturdenkmal zugänglich gemacht.
  • Vor sieben Jahren entstand dieses Foto bei den Ausgrabungen im Giebelwald. Nun wird hier ein international bedeutendes Kulturdenkmal zugänglich gemacht.
  • Foto: Bergbaumuseum
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen/Niederschelden. Bei Bauprojekten der öffentlichen Hand schlagen die Auftraggeber derzeit regelmäßig vor Entsetzen die Hände überm Kopf zusammen: Preissteigerungen überall, Angebote scheinbar ohne Limit nach oben. Umso erfreulicher war das, was Christian Weber, der stellv. Vorsitzende des Vereins „Ein Siegerländer Tal“, am Montagabend im Kulturausschuss berichtete. Beim Bau des Schutzbaus an der Ausgrabungsstätte Gerhardsseifen in Niederschelden lägen die Ausschreibungsergebnisse sogar etwas günstiger als erwartet: „Bei der Finanzierung ist alles im Lot.“

Das gelte auch für die Bauabwicklung, sagte Weber. Derzeit würden die Fundamente gesetzt, dann komme die Stahlkonstruktion an die Reihe. Nach der Detailvermessung „ist alles noch etwas einfacher als gedacht“.

Wo die Kelten vor mehr als 2000 Jahren Eisenerz verhüttet haben, soll eine international bedeutende Landmarke entstehen, die ganz verschiedene Zielgruppen im Fokus hat. Christian Weber nannte zumindest vier:

Touristen und Besucher, die die uralten Zeugnisse der Montanregion auf unterhaltsame Art erleben wollen. Um das Ausgrabungsgelände selbst nicht zu überfrachten, sei man dabei, einen „Platzweg“ zu kreieren, der in zwei bis zweieinhalb Stunden rund um den Gerhardsseifen ein „Erlebnis über alle Facetten“ biete. Es gehe um 23 bis 25 Themenblöcke. Weber: „Je mehr Themen man von der eigentlichen Ausgrabung löst, desto aufgeräumter wird es.“

Die heimische Bevölkerung, die den Ort „selbst feiern“ können, sprich; ihn direkt und hautnah erleben soll.

Das Fachpublikum, das hier eine international bedeutende Forschungsstätte vorfindet und auf hohem Niveau wissenschaftliches Interesse befriedigen können soll.

Kinder und Jugendliche, die den Gerhardsseifen als außerschulischen Lernort nutzen sollen. Dabei lege man Wert darauf, an die vorhandenen Lehrpläne anzuknüpfen, statt den Schulen ein isoliertes Angebot zu machen. Eine erste Lehrerausbildungseinheit hat bereits stattgefunden. Für das kommende Jahr gibt es praktische Pläne: Jugendliche versuchen sich in der Eisenverhüttung auf keltische Art. Zuerst sammeln sie Erz, dann soll unter fachkundiger Anleitung ein Rennofen gebaut werden, das gewonnene Eisen wird schließlich geschmiedet.

Auch wenn es um jahrtausendealte Technik geht, will man am Gerhardsseifen auf der Höhe der Zeit sein. Die „digitale Vermittlung“ wird bei der pädagogischen Konzeption eine Rolle spielen – und zwar über QR-Codes hinaus. Christian Weber kündigte an, in diesem Bereich der Didaktik mit dem Siegerlandmuseum zusammenarbeiten zu wollen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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