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Besuch bei der Oma am Muttertag
Plaudern hinter Plexiglas

Für die "Öffnung" der Einrichtung für Besucher zum Muttertag nach dem Corona-Shutdown lässt die St.-Marien-Gesellschaft einen Container vor das Haus St. Elisabeth in Netphen einschweben.
  • Für die "Öffnung" der Einrichtung für Besucher zum Muttertag nach dem Corona-Shutdown lässt die St.-Marien-Gesellschaft einen Container vor das Haus St. Elisabeth in Netphen einschweben.
  • Foto: St.-Marien-Gesellschaft
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tile Siegen/Netphen. An den Osterfeiertagen mussten Bewohner von Pflegeeinrichtungen Besuche von Angehörigen noch entbehren. Zum Muttertag aber – und darüber hinaus – dürfen die Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Natürlich unter Beachtung scharfer Auflagen, um das Ansteckungsrisiko für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter der Einrichtungen so gering wie möglich zu halten. Die Vorgaben des Gesundheitsministeriums werden von den jeweiligen Trägern der Häuser in der Region dabei unterschiedlich umgesetzt.
Begegnungen im ContainerGroßen Aufwand etwa betreibt die St.-Marien-Gesellschaft in Siegen. Vor dem Netphener Haus
St. Elisabeth wurde am Donnerstag der erste Container aufgestellt, in dem, außerhalb der eigentlichen Einrichtung, ein Begegnungsraum eingerichtet wird.

tile Siegen/Netphen. An den Osterfeiertagen mussten Bewohner von Pflegeeinrichtungen Besuche von Angehörigen noch entbehren. Zum Muttertag aber – und darüber hinaus – dürfen die Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Natürlich unter Beachtung scharfer Auflagen, um das Ansteckungsrisiko für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter der Einrichtungen so gering wie möglich zu halten. Die Vorgaben des Gesundheitsministeriums werden von den jeweiligen Trägern der Häuser in der Region dabei unterschiedlich umgesetzt.

Begegnungen im Container

Großen Aufwand etwa betreibt die St.-Marien-Gesellschaft in Siegen. Vor dem Netphener Haus
St. Elisabeth wurde am Donnerstag der erste Container aufgestellt, in dem, außerhalb der eigentlichen Einrichtung, ein Begegnungsraum eingerichtet wird. Bewohner und Besucher haben jeweils einen eigenen Zugang, im Container werden sie durch eine Scheibe voneinander getrennt. Diese schnelle Lösung wurde durch die Hilfsinitiative „Netphen zum Muttertag“ ermöglicht, die die Kosten übernimmt.
Die Gründer Sebastian Zimmermann, Markus Sting, Rainer Sting und Thomas Zaremba übergaben das „Verzärlstörvche“ (Erzählstübchen) nun an Einrichtungsleiter Stephan Berres. Zimmermann: „Wir möchten damit wieder Nähe ermöglichen und die Pflegeheime unterstützen, dass die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen bei den Besuchen leicht eingehalten werden können.“

30 Minuten Besuchszeit

Auch ans Siegener Marienheim und zum Haus Raphael in Burbach sollen heute Container geliefert und bis Sonntag, 10. Mai, hergerichtet werden. Eine Lösung für das Demenzzentrum Haus St. Anna in Netphen kann erst später, aber zeitnah erfolgen. Die Besuchszeit ist zunächst auf 30 Minuten beschränkt, „damit möglichst viele Besucher ihre Angehörigen besuchen können“, so Sprecher Dr. Christian Stoffers. Und: Der Besuch ist vorab mit der Einrichtung abzusprechen. Die Angehörigen erhalten dann nähere Informationen zum weiteren Ablauf. Abstandsregelungen und Mund-Nase-Schutzmasken sind obligatorisch.

Zelte mit Plexiglasscheiben

Der AWo-Bezirksverband westliches Westfalen zeichnet u. a. für den Betrieb des Fritz-Fries-Seniorenzentrums am Siegener Rosterberg und des Richard-Winkel-Seniorenzentrums in Kreuztal verantwortlich. Die Arbeiterwohlfahrt setzt ebenfalls auf eine ausgelagerte Lösung. Dazu werden Pagodenzelte auf den Außengeländen aufgestellt, in denen eine Plexiglasscheibe das Wiedersehen ansteckungssicher machen soll. Desinfektionsmittel wird bereitgestellt, Masken müssen die Besucher selbst mitbringen. Auch die AWo beschränkt die Besuchszeit wegen des zu erwartenden „Ansturms“ auf eine halbe Stunde. Je nach Anzahl der Besuchswünsche könnten die Einrichtungen im Einzelfall von
diesen Regeln abweichen, heißt es aus Dortmund.

Wintergärten mit eigenem Eingang

Besuche wird auch das Haus Abendfrieden in Hilchenbach ermöglichen. Ein Konzept ist in Arbeit, sagt Standortleiter Oliver Hürtgen. Hier wird man innerhalb der Einrichtungen entsprechende Zonen einrichten. Cafeteria und Wintergärten etwa hätten einen eigenen Eingang, sodass Besucher nicht durch die gesamte Einrichtung geführt werden müssen. Bettlägerige Bewohner dürften Besuch auf den Zimmern empfangen, Angehörige würden dann vom Personal hingeführt. Die Einrichtung bittet auch hier um eine vorige Absprache der Besuche.

Anmeldung notwendig

Unter der Einhaltung der Hygienevorgaben des Robert-Koch-Instituts werden in den heimischen Wohnstätten der Lebenshilfe NRW in Netphen, Eschenbach und Wilnsdorf ab Muttertag ebenfalls wieder Besuche in dafür eigens vorgesehenen Räumen stattfinden. Gibt es keine separaten Räumlichkeiten, wird in den Garten ausgewichen. Für die bessere Koordination sind Besuche auch hier nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Nicht alle Einrichtungen öffnen am Muttertag

Landrat Andreas Müller und die Heimaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein nennen die kurzfristige Öffnung unter den strengen Hygienevorgaben eine „Mammutaufgabe“. Es handle sich nicht wie vom Land überschrieben um eine Aufhebung des Besuchsverbots, sondern lediglich um eine Lockerung. Daher bittet das Kreishaus um Verständnis, wenn die Träger bis Muttertag nicht alle Einrichtungen auf Besuche vorbereiten können. Und: Besuche ohne vorherige Anmeldung seien nicht möglich.
Am Dienstag hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Vorgaben zur „Aufhebung des generellen Besuchsverbots in Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe zum Muttertag“ vorgestellt. Dazu zählen unter anderem separate Besuchsareale, die Registrierung und ein Kurzscreening der Besucher. Erlaubt sind maximal zwei Besucher, die Besuchszeit ist zu beschränken.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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