Pocheweiher: „Lasches Naturschutzverständnis“

sz Niederschelden. Die Kreisgruppe des Bundes für Natur- und Umweltschutz (BUND) protestiert: Sie beanstandet nach Wochen öffentlich die Absenkung des Wasserspiegels des Pocheweihers in Niederschelden. Der Weiher ist laut Landschaftsplan der Stadt Siegen ein „geschützter Landschaftsbestandteil“, so die Naturschützer, die sich nicht mit der Änderung des Auslaufes und den nach der Absenkung freiliegenden Schammflächen abfinden wollen. Der Wasserspiegel musste nach Auskunft der Siegener Entsorgungsbetriebe ESi aus Sicherheitsgründen abgesenkt werden, weil eine marode Mauer zu brechen drohte (die SZ berichtete).

In einer Vorbesprechung mit den beteiligten Behörden sei einhellig zugesagt worden – also auch von Vertretern von ESi –, dass das Verfahren der Sanierung völlig neu aufgerollt werden solle. Auch unter Beteiligung der Naturschutzverbände. Die Verbände erinnern: Der Weiher wurde vor 20 Jahren vom Land NRW für über 200 000 DM gekauft – ausdrücklich als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft. Die Staurechte lägen bei der Stadt, damit auch die Pflichten zum Erhalt des Areals, das als Brut- und Überwinterungsstelle für Wasservögel dient. BUND und Nabu fordern den Erhalt des Weihers bzw. die Wiederherstellung der ursprünglichen Größe, die Sanierung der Mauer mit einfachen Mitteln sowie die Entfernung evtl. giftiger Ablagerungen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, wären folglich Reparationszahlungen an das Land fällig – oder aber geeignete Ausgleichmaßnahmen vor Ort vorzunehmen.

Es sei besonders bedauerlich, dass die bisherigen Diskussionen im Umweltausschuss der Stadt Siegen und innerhalb der beteiligten Behörden die Naturschutzaspekte bisher völlig außer acht gelassen hätten. Und dass in jüngster Zeit einzig Sicherheitsaspekte „dramatisiert“ worden seien, so die Naturschützer. Immerhin habe die Mauer „mit dem kleinen Riss“ schon über sechzig Jahre manch schwerem Hochwasser standgehalten.

Allen involvierten Beteiligten sei hingegen „ein lasches Naturschutzverständnis vorzuwerfen“, so der BUND. Die ESi zum Beispiel interessierten sich nur „für die Sicherheit, Technik und Chemie“. Sie hätten die Absenkung ohne Rücksprache mit der Unteren Wasserbehörde gestartet. Auch die Untere Landschaftsbehörde sei im Zusammenhang mit der Aufstellung des Landschaftsplanes eigens darauf aufmerksam gemacht worden, dass der Pocheweiher besonders schützenswert ist, nachdem dort eine für die damalige Landesanstalt für Ökologie, Landwirtschaft und Forsten (LÖLF) erstellte Bestandsaufnahme vorgelegt worden war.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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