Pocheweiher wird saniert

mir Niederschelden. Schon erstaunlich, wie viele Aspekte so eine „kleine Talsperre“ wie der Pocheweiher bei Kommunalpolitikern hervorrufen kann. Doch vorweg die eigentliche Nachricht: Bei nur einer Enthaltung votierte der Umweltausschuss für das von der Stadtverwaltung favorisierte Modell: Reduzierung auf einen kleinen Weiher, Abbau der Staumauer, Renaturierung des Gosenbachs und vor allem Entsorgung des mit Schwermetallen verseuchten Schlamms (10 000 Kubikmeter). Kostenpunkt: 1,35 Mill. Euro bei einer Förderquote von 80, wenn nicht sogar 90 Prozent (Kommune mit Nothaushalt).

Den eigentlichen Kracher des Abends gab es zum Schluss: „Ist der alte Damm mit seinen Einrichtungen nicht vielleicht ein Kulturdenkmal?“ Was Vorsitzende Christine Strunk fragte, war der Verwaltung so noch nicht aufgefallen. Eilig wurde wiederholt, die Staumauer sei auf Dauer nicht sicher. Schon dieses Jahr soll und muss die Wehrkrone um 50 Zentimeter reduziert werden, damit bei einem eventuellen Hochwasser kein Bruch entsteht. Nochmals Strunk, allerdings zwei Minuten vorher: „Der Damm ist ein Risiko, da wohnen Menschen drunter.“ Für alle sei es gut, wenn das Schwermetall entsorgt werde, „auch für das, was da kreucht und fleucht“.

Womit Strunk einen Gedanken ansprach, den eingangs ihr Grünen-Kollege Gero Kunter ganz anders dargelegt hatte: „Ich habe Sorge, dass die Eingriffe so groß sind, dass der Zwergtaucher und der Eisvogel vom Pocheweiher verschwinden werden.“ Gefährdet seien auch viele Amphibien am Weiher. Kunter: „Die gehen dann den Bach runter.“ Selbst wenn die kleine Talsperre ausgebaggert werden sollte, müssten die Tiere Rückzugsgebiete behalten.

Ebenso wie Kunter bevorzugte Jürgen Suttner (Sachverständiger, stellv.) lieber die erste Variante: Staumauer absichern und die belasteten Sedimente im Weiherboden belassen. Erstens sei das günstiger (680 000 Euro), zweitens werde die Wasserfläche mit 4000 qm zu klein. Und mit der Renaturierung des Gosenbachs „wird uns was vorgemacht“.

Entscheidend waren gestern Abend aber die beiden großen Fraktionen. Die Meinung der CDU recht klar: „Dem Eisvogel reichen auch 4000 qm Wasserfläche.“ Im Übrigen freue sich die Fraktion, wenn der Pocheweiher jetzt saniert werde, wie es die Verwaltung vorgeschlagen habe. Und die SPD sagte „selbstverständlich Ja“. Zumal endlich das Gift aus dem Weiher kommt. Ein Detail, das die Bedenkenträger völlig außen vor gelassen hatten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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