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Demo bleibt unerhört: PPR soll auslaufen
Politik bleibt standhaft

Rund 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums haben sich vor der Siegerlandhalle versammelt, um gegen eine mögliche Schließung "ihres" Gymnasiums zu demonstrieren.
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  • Rund 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums haben sich vor der Siegerlandhalle versammelt, um gegen eine mögliche Schließung "ihres" Gymnasiums zu demonstrieren.
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js Siegen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Schule klaut!“ Mit einem starken Auftritt stellten am Dienstagnachmittag gut und gerne 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums vor der Sitzung des Siegener Schulausschusses in der Siegerlandhalle klar, was sie erwarten: Ihre Schule soll nicht geschlossen werden. Oder, wie Annika Herling vom Schülersprecherteam es auf den Punkt bringt: „Das PPR soll eine Chance bekommen zu zeigen, was es ausmacht. Wir möchten zeigen, wer wir sind und was unsere Schule für Siegen bedeutet.“

Die von den Schülern selbst initiierte Demonstration machte durchaus Eindruck bei den Entscheidern im Fachausschuss, der über einen massiven Einschnitt in die Siegener Gymnasiallandschaft zu beraten hatte.

js Siegen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Schule klaut!“ Mit einem starken Auftritt stellten am Dienstagnachmittag gut und gerne 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums vor der Sitzung des Siegener Schulausschusses in der Siegerlandhalle klar, was sie erwarten: Ihre Schule soll nicht geschlossen werden. Oder, wie Annika Herling vom Schülersprecherteam es auf den Punkt bringt: „Das PPR soll eine Chance bekommen zu zeigen, was es ausmacht. Wir möchten zeigen, wer wir sind und was unsere Schule für Siegen bedeutet.“

Die von den Schülern selbst initiierte Demonstration machte durchaus Eindruck bei den Entscheidern im Fachausschuss, der über einen massiven Einschnitt in die Siegener Gymnasiallandschaft zu beraten hatte. Dass das Damoklesschwert wie von der Verwaltung vorgeschlagen über dem Rosterberg weiter gesenkt wurde, ließ sich jedoch nicht mehr abwenden.

PPR möchte sich noch beweisen

„Es ist gut, dass Sie Ihre Argumente einbringen“, erklärte Dezernent André Schmidt den Zuhörern. Als Trägerin müsse die Stadt jedoch ihre gesamte Schullandschaft in den Blick nehmen. Dass der Vorschlag, das PPR zu schließen, mit Überraschung aufgenommen worden sei, könne er nicht nachvollziehen. Seit Jahren sei bekannt, dass die Oberstufenkapazität zu groß sei in Siegen. Seitdem es eine dritte Gesamtschule in der Stadt gebe, sei die Verwaltung auch immer von den vier Gymnasialleitungen auf Handlungsbedarf hingewiesen worden. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, notwendige Konsequenzen aus einer jahrelangen Entwicklung zu ziehen.

Rund 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums haben sich vor der Siegerlandhalle versammelt, um gegen eine mögliche Schließung "ihres" Gymnasiums zu demonstrieren.
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Anders als noch vor anderthalb Wochen angekündigt, schlug die Verwaltung jedoch nicht mehr die Schließung des PPR zum Ende des kommenden Schuljahrs vor. Sollte es möglich sein, das Löhrtorgymnasium am eigenen Standort um einen vierten Zug zu erweitern, soll das PPR nach und nach auslaufen – auch wenn „ein kleines, schwaches System“ irgendwann nicht mehr funktioniere.

Keine neuen Anmeldungen am PPR

In der Sommerpause soll geprüft werden, ob die Raumkapazitäten an der Oranienstraße dafür ausreichen. Neue Anmeldungen sollen am Rosterberg indes nicht mehr möglich sein. Bevor der Rat im September entscheidet, dürfte noch einmal der Schulausschuss zusammengetrommelt werden zu einer Sondersitzung, in der es um die Ergebnisse der Prüfungen geht.

Wichtig: Selbst wenn es im Tal zu eng wird für einen vierten Zug und das Rosterberg-Gebäude in eine Dependance umgewandelt werden müsste, bleibt der Anspruch der PPR-Eltern auf eine Ganztagsbetreuung bestehen – bis zum Ende der Schullaufbahn. Das müsse dann auch ermöglicht werden, erklärte Schmidt.

"Das PPR soll eine Chance bekommen zu zeigen,
was es ausmacht."

Annika Herling
Schülersprecherteam

Mehrheitlich unterstützte der Schulausschuss den vorgeschlagenen Lösungsweg – gegen die Stimmen von FDP, UWG und Volt. Lob kam von den großen Fraktionen. „Das ist eine Lösung, die alle Interessen weitgehend berücksichtigt“, meinte etwa Joachim Pfeifer (SPD), der die Betroffenen „um eine gewisse Akzeptanz“ bat. Ulrich Schloos (Linke) bezweifelt, dass der Ganztag am „Löhrtor“ adäquat umgesetzt würde. Samuel Wittenburg (Volt) kritisierte die Verwaltung für die Art und Weise, wie sie das Thema an die Öffentlichkeit gebracht habe. „Sie haben viel Unruhe gestiftet.“

Rund 200 Schüler des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums haben sich vor der Siegerlandhalle versammelt, um gegen eine mögliche Schließung "ihres" Gymnasiums zu demonstrieren.
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Keine Beachtung fand der Vorstoß der FDP, dem PPR noch ein weiteres Anmeldeverfahren zu erlauben – ebenso wenig die Idee von Volt, auf dem Rosterberg das Thema Aufbaugymnasium als Schulversuch wieder aufleben zu lassen. „Absurd“, winkte André Schmidt ab.

Schnelle Schließung nicht die erste Wahl Folgende Vorgehensweise empfiehlt die Mehrheit des Schulausschusses: Das PPR soll an keinem weiteren Anmeldeverfahren mehr teilnehmen. Es wird geprüft, ob das Löhrtorgymnasium am eigenen Standort vierzügig geführt werden kann. Sollten die räumlichen Möglichkeiten dies hergeben, wird das PPR sukzessive auslaufen. Sollte es am Löhrtor im Tal aber für vier Züge zu eng werden, soll das PPR nach dem kommenden Schuljahr geschlossen werden und seinen Standort am Rosterberg als Dependance für das Löhrtorgymnasium hergeben müssen. Die drei bleibenden städtischen Gymnasien sollen von bislang zwölf auf zehn Züge reduziert werden. Auch die Raumkapazitäten des Gymnasiums Auf der Morgenröthe kommen auf den Prüfstand. Es gilt zu klären, ob es dreizügig werden kann. Die Siegener Gymnasien sollen nur dann noch Kinder aus Umlandkommunen mit eigenem Gymnasialangebot aufnehmen dürfen, wenn die Kapazitäten dies hergeben. Ansonsten haben die stadteigenen Schüler Priorität. Entscheiden muss am Ende der Rat, und zwar in der Septembersitzung.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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