Politik will Panzer ausbremsen

 Bernd Thomas aus Kreuztal fuhr im Januar 2014 mit einem Leopard-Panzer im Auftrag des Bundesforstes zur Biotoppflege über die Trupbacher Heide – damals hielten sich die Proteste in Grenzen. Archivfoto: Dirk Manderbach
  • Bernd Thomas aus Kreuztal fuhr im Januar 2014 mit einem Leopard-Panzer im Auftrag des Bundesforstes zur Biotoppflege über die Trupbacher Heide – damals hielten sich die Proteste in Grenzen. Archivfoto: Dirk Manderbach
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ch - Wenn es nach dem Rat der Stadt Siegen geht, findet dieses Event besser nicht statt: Die Reservistenkameradschaft Kreuztal und die Reservistenarbeitsgemeinschaft für historische Militärfahrzeuge wollen auf dem Wellersberg alte Panzer und andere Oldtimer über die Panzerstraße rollen lassen – für den guten Zweck. Nach vereinzelten Protesten aus der Siegener Bevölkerung und nach einem offenen Brief, der u. a. von linken und linksradikalen Gruppierungen verfasst und unterzeichnet worden ist, nehmen auch die Kommunalpolitiker der Krönchenstadt Abstand von der Hilfsaktion, deren Erlös der DRK-Kinderklinik und der Aktion „Lichtblicke“ der NRW-Lokalradios zugute kommen soll. Der Rat fasste am Mittwochabend – trotz fehlender Zuständigkeit – den Beschluss, die Reservisten zu bitten, „die als sogenannte Benefizveranstaltung geplante Mitfahraktion auf entmilitarisiertem Panzerfahrzeuggerät abzusagen und nicht durchzuführen“.

Damit folgte die Politik einem Antrag der Linken-Fraktion, der Großteil des Rates votierte für die Absage – nur Bürgermeister Steffen Mues und der Landtagsabgeordnete Jens Kamieth sowie einige weitere Christdemokraten enthielten sich ihrer Stimme, die beiden fraktionslosen Ratsmitglieder Brigitte Eger-Kahleis und Wolfgang Sonneborn stimmten gegen den Antrag.

Der Hintergrund: Nach der Premiere im Jahr 2010 wollen die ehemaligen Soldatinnen und Soldaten zum zweiten Mal auf dem Wellersberg aktiv werden. Sie laden am Samstag, 19. September (10 bis 18 Uhr), und am Sonntag, 20. September (10 bis 15 Uhr), auf die frühere Panzerstraße oberhalb der DRK-Kinderklinik ein. Die Reservistenkameradschaft und die Arbeitsgemeinschaft haben in den vergangenen anderthalb Jahren eine Ausstellung organisiert, die an beiden Tagen restaurierte historische Militärfahrzeuge präsentieren soll.

Zudem ist geplant, das Mitfahren auf zwei für die zivile Nutzung hergerichteten Panzern vom Typ Leopard 1 – die Außenwände sind durchlöchert, die Geschütztürme fehlen – zu ermöglichen. Für das Mitfahren wird eine Spende erbeten. Bei der Erstauflage konnten immerhin weit über 8000 Euro „eingefahren“ werden; diesmal hoffen die Reservisten auf einen noch höheren Betrag, den sie im Nachgang zu der bereits genehmigten Veranstaltung überreichen können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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