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Politiker ohne Fehler und Fehleinschätzung

SZ-Redakteur Martin Völkel.
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Diese Nachricht war überfällig: Der Flächenkreis Siegen-Wittgenstein bekommt die Möglichkeit, ein zweites Impfzentrum zu installieren. Das wird in einer der drei Wittgensteiner Kommunen entstehen – mit dieser Prognose lehnt man sich nicht zu weit aus dem Fenster. Es ist die große Chance, die Impfquote der Bevölkerung im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein nach oben zu schrauben. Denn zu den Menschen, die noch nicht genau wissen, ob sie die Impfung absolvieren werden oder nicht (und damit sind definitiv nicht die Weltverschwörer und Allesleugner gemeint), kamen bislang noch die Menschen im betagten Alter hinzu, die von der Notwendigkeit einer Impfung zwar überzeugt sind, sich aber den weiten Weg nach Eiserfeld nicht zutrauten. Das wird jetzt hinfällig. Gut so, es geht vorwärts.

Diese Nachricht war überfällig: Der Flächenkreis Siegen-Wittgenstein bekommt die Möglichkeit, ein zweites Impfzentrum zu installieren. Das wird in einer der drei Wittgensteiner Kommunen entstehen – mit dieser Prognose lehnt man sich nicht zu weit aus dem Fenster. Es ist die große Chance, die Impfquote der Bevölkerung im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein nach oben zu schrauben. Denn zu den Menschen, die noch nicht genau wissen, ob sie die Impfung absolvieren werden oder nicht (und damit sind definitiv nicht die Weltverschwörer und Allesleugner gemeint), kamen bislang noch die Menschen im betagten Alter hinzu, die von der Notwendigkeit einer Impfung zwar überzeugt sind, sich aber den weiten Weg nach Eiserfeld nicht zutrauten. Das wird jetzt hinfällig. Gut so, es geht vorwärts.
Dass mit der Erfolgsmeldung am Montag ausgerechnet Anke Fuchs-Dreisbach mit zeitlichem Vorsprung überraschte, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Die Sassenhäuserin war es vor wenigen Wochen, die die SPD in Wittgenstein mit deren vermeintlich überholter Forderung nach einem Impfzentrum Wittgenstein offensiv attackierte und andere Lösungen in Aussicht stellte. Dass sie zudem Landrat Andreas Müller dahingehend attackierte, dass Eiserfeld definitiv kein zentraler Standort für ein Impfzentrum Siegen-Wittgenstein sei, kann man noch nachvollziehen – weiter nördlich hätte sich auch eine Immobilie gefunden, die für teures Geld umzubauen gewesen wäre.
Wenn Anke Fuchs-Dreisbach in ihrer Pressemitteilung von Impfstelle statt Impfzentrum spricht und dem Kreis den schwarzen Peter komplett zuschieben will – das gehört sich nicht. Das ist zu leicht zu durchschauen. Da drängt sich eine grundsätzliche Frage auf: Warum fehlt Politikern augenscheinlich die Fähigkeit, mal einen Fehler oder eine Fehleinschätzung einzuräumen? Das käme beim Bürger viel besser an. Wirtschaftsminister Peter Altmaier würde man einfach mal den Mut wünschen, offen einzuräumen, dass die Zahlung der versprochenen Wirtschaftshilfen für Betriebe ein Desaster ist. Und auch Ministerpräsident Armin Laschet dürfte bitterlich bereuen, dass er vor dem November-Lockdown ankündigte, dass nach einem Monat alles wieder im grünen Bereich sei. Nur: Er sagt es nicht. Offenbar gibt es bei Politikern keine Fehler und Fehleinschätzungen.
Anke Fuchs-Dreisbach hätte es niemand übel genommen, wenn sie der SPD eingestanden hätte, dass die Forderung nach einem Impfzentrum für Wittgenstein genau richtig war. Ihre 180-Grad-Wende mit der Worterfindung Impfstelle dagegen schon.

m.voelkel@siegener-zeitung.de

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Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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