Politiker zeigen Geschlossenheit

In Niederschelderhütte:

MdB Breuer: Im Kampf gegen rechte Gewalt stärkste Mittel des Rechtsstaates einsetzen

Niederschelden. Die Ausschreitungen in Niederschelderhütte von Rechtsradikalen hat Politiker in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zum Handeln veranlasst. Die beiden CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Josef Rosenbauer (AK) und Paul Breuer (SI) trafen sich am vergangenen Samstag mit den Bürgern, um über die Sicherheitslage zu diskutieren.

Keine Stellungnahme erlaubt

Die »neutrale« Siegbrücke wäre verkehrstechnisch zu unsicher gewesen für die gut 150 Versammelten, und so fand das Treffen auf dem Parkplatz der Sparkasse in Niederschelden statt. Nicht der neue Treffpunkt hielt den Leiter der Polizeiinspektion Betzdorf, Wolfgang Meeß, vom Erscheinen ab, vielmehr wird er sich in einer nicht öffentlichen Sitzung des Ortsgemeinderates Mudersbach zur Frage einer Polizeiwache in Niederschelderhütte heute äußern. Hierzu bedurfte es einer Aussagegenehmigung aus Koblenz. Damit war Meeß jedoch am Samstag noch keine Stellungnahme erlaubt. Dafür war Franz-Josef Hahmann, Leiter der Polizeiinspektion Siegen, vor Ort.

Breuer begrüßte zusätzlich zahlreiche Politiker aus Mudersbach, Eiserfeld, Kirchen und Siegen. Gemäß dem Motto »Rechtsstaat gegen Nazis« verkündete er, das man eben mit den stärksten Mitteln, denen des Rechtsstaats, den Problemen vor Ort zu Leibe rücken müsse.

Vom rechten Terror direkt Betroffene ließen noch einmal die beunruhigenden Ereignisse Revue passieren: Lautstarke Treffen der Skinheads und offen gegrölte rechte Parolen unter den Fenstern türkischer Familien in Niederschelderhütte. Kritik an der Trägheit der Polizei wurde ebenfalls wieder laut. Zu Beginn der sich über Tage ziehenden Belästigungen in der Kölner Straße hatten die Beamten »etwas länger gebraucht« und waren nicht mit ausreichenden Kräften angerückt, so die Kritik der Anwohner. Dies seien Anfangsschwierigkeiten gewesen, betonte Hahmann. In den vergangenen Wochen sei die Polizei »konsequent eingeschritten« und habe die »Situationen einsatzmäßig bereinigt«. Man habe Verhaftungen vorgenommen und könne bei erneuten Treffen mit rechtem Hintergrund die im Siegener Raum hinlänglich bekannten Personen in Gewahrsam nehmen.

Großer Überwachungsraum

MdL Dr. Josef Rosenbauer erklärte aus Sicht des Kreises Altenkirchen, wie groß das Gebiet sei, das die Betzdorfer Polizei mit zwei Streifen zu überwachen habe. Wichtig, so betonte Pfarrerin Christiane Weis-Fersterra, sei ein besseres Miteinander. Später Hinzugezogene müssten integriert, Vorurteile abgebaut werden. Sie wies darauf hin, wie gut die Nachbarschaft schon sei und wie viele Menschen sich zu der Demonstration gegen Rechts (SZ berichtete) zusammengefunden hätten. Die Vorsitzende des Ausländerbeirates Siegen, Gül Ditsch, erklärte, die Integration brauche Zeit und den guten Willen beider Seiten. Gerade etwa ausländische Jugendliche und Kinder sollten für Vereine gewonnen werden.

Keine Unterwürfigkeit zeigen

Heinz Dieter Sassenberg, Rektor der Burgschule Siegen, schlug eine Vortragsveranstaltung zum Umgang mit jungen Rechten vor. »Wie sollen wir uns verhalten, wenn wir solchen Leuten begegnen?« Man müsse sich solchen Menschen entgegenstellen, denn jede Zurückhaltung sei »ein Stück zurück in die Unterwürfigkeit des Dritten Reiches«. Ute Höpfner-Diezemann, Vorsitzende des Schulausschusses in Siegen, wies darauf hin, dass rechte Gesinnungen schon lange ein Problem im schulischen Bereich darstellten. Neben den Institutionen sollte auch gerade jeder Einzelne dagegen vorgehen, sagte sie.

Schwierige Integration

Eine Bürgerin aus Niederschelderhütte äußerte sich der SZ gegenüber zum Hintergrundbericht vom Samstag. Die Probleme im Ort, sagte sie, seien nicht auf den Wegfall des Stahlwerkes vor 20 Jahren zurückzuführen. Vielmehr müssten viele Hinzugezogene sich erst mit dem dörflichen Charakter auseinandersetzen. Hier kenne jeder jeden, und es sei schwierig, sich als »neues Gesicht« einzufügen.

fram

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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