Politikwissenschaftler sieht in TV-Duell Chance für Schulz Bundestagswahlkampf

Mainz (dpa) - Das TV-Duell zwischen CDU-Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Martin Schulz kann aus Expertensicht für die letzte Wahlkampfphase entscheidend sein - vor allem für die SPD.

«Aus früheren Studien wissen wir, dass diese Duelle Effekte haben, gerade für Herausforderer», sagte der Mainzer Politikwissenschaftler Thorsten Faas der Deutschen Presse-Agentur über die Sendung an diesem Sonntag. «Für Martin Schulz ist das nochmal eine große Chance, sich zu präsentieren.»

Der Zweikampf wird von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gleichzeitig übertragen und von Maybrit Illner, Peter Kloeppel, Sandra Maischberger und Claus Strunz moderiert. An diesem Freitag haben die vier Sender zur Vorbesichtigung des Studios in Berlin-Adlershof und zu einer Pressekonferenz mit Chefredakteuren und Moderatoren geladen.

Für SPD-Kanzlerkandidat Schulz ist das Duell ein wichtiger Punkt auf dem Weg zur Wahl, weil es eine große Aufmerksamkeit dafür gibt, wie er am Donnerstag bei einem Auftritt in Kiel gesagt hatte, «und weil Angela Merkel natürlich in diesem Fall sicher auch ihre Positionen konkreter benennen muss, als sie das bisher gemacht hat». Wahlentscheidend seien aber die politische Angeboten der Parteien.

Tatsächlich ist der Ausgang des Duells nach einer Umfrage für die Wähler nicht entscheidend. Keiner von 1000 Befragten einer Emnid-Erhebung für den Sender N24 will seine Entscheidung allein davon abhängig machen. Allerdings sagen 21 Prozent, dass sie ihr Kreuz zumindest zum Teil vom Duell abhängig machen, bei den Unentschlossenen sind es 28 Prozent.

Der Politologe Faas sagte, ein TV-Duell sei das mit Abstand wichtigste Einzelereignis in Wahlkämpfen - so auch 2017. «Vor allem läutet es den Endspurt zur Wahl ein, gerade auch für alle jene Menschen, die sich vorher noch nicht so intensiv mit der Wahl auseinandergesetzt haben.»

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersucht das Duell und will herausfinden, was den Bürgern am Zweikampf gefällt und was nicht. Fast die Hälfte der Wähler weiß noch nicht, für wen sie am 24. September stimmen will, hatte eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» ergeben.

Institut für Empirische Politikforschung

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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