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Stadt Siegen startet Marketingkampagne
Politur fürs angestaubte Amtsstuben-Image

Die Stadt Siegen geht in die Offensive, poliert das
angestaubte Image einer Verwaltung auf: Mit einer
Marketingkampagne möchte sie sich als attraktive Arbeitgeberin positionieren. Eine Broschüre (kleines Bild) macht den Anfang.
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  • Die Stadt Siegen geht in die Offensive, poliert das
    angestaubte Image einer Verwaltung auf: Mit einer
    Marketingkampagne möchte sie sich als attraktive Arbeitgeberin positionieren. Eine Broschüre (kleines Bild) macht den Anfang.
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js Siegen. Man muss noch kein alter, weißer Mann sein, um sich daran zu erinnern: Der Gang zum Rathaus, etwa um den Personalausweis zu beantragen, machte den Bürger zum Bittsteller. Im 21. Jahrhundert jedoch hat die angestaubte Amtsstuben-Mentalität ausgedient, längst haben die Kommunalverwaltungen sich zu modernen Dienstleistern gemausert. Ganz losgesagt vom alten Ruf hingegen haben sie sich nicht. Das bekommt auch die Stadt Siegen zu spüren, die laut Personalchef Dirk Helmes mit ihren knapp 1600 Mitarbeitern „ein ziemlich großer Laden“ mit vielfältigen Aufgabenbereichen ist – die als Arbeitgeberin aber noch bei vielen Menschen wenig Beachtung findet.

„Wir haben unser Image zu Unrecht“, findet der Abteilungsleiter.

js Siegen. Man muss noch kein alter, weißer Mann sein, um sich daran zu erinnern: Der Gang zum Rathaus, etwa um den Personalausweis zu beantragen, machte den Bürger zum Bittsteller. Im 21. Jahrhundert jedoch hat die angestaubte Amtsstuben-Mentalität ausgedient, längst haben die Kommunalverwaltungen sich zu modernen Dienstleistern gemausert. Ganz losgesagt vom alten Ruf hingegen haben sie sich nicht. Das bekommt auch die Stadt Siegen zu spüren, die laut Personalchef Dirk Helmes mit ihren knapp 1600 Mitarbeitern „ein ziemlich großer Laden“ mit vielfältigen Aufgabenbereichen ist – die als Arbeitgeberin aber noch bei vielen Menschen wenig Beachtung findet.

„Wir haben unser Image zu Unrecht“, findet der Abteilungsleiter. Die Verwaltung wirke sehr breit und effektiv in die Stadtgesellschaft hinein, falle aber insbesondere dann (negativ) auf, wenn sie ordnungsbehördlich tätig werden müsse; wenn es ein Knöllchen gebe oder ein Bauantrag nicht genehmigt werde.

"Wir haben unser
Image zu Unrecht."
Dirk Helmes
Personalchef

Das Bild soll geradegerückt werden, die Stadt startet dieser Tage mit einem Arbeitgebermarketing. Der Blick in die nähere Zukunft hatte die Verantwortlichen dazu veranlasst, aktiv zu werden. Bei der Personalentwicklungsplanung für die kommenden Jahre wurde deutlich, dass die Verwaltung zahlreiche altersbedingte Abgänge in allen Bereichen und auf allen Ebenen kompensieren muss. Noch ist die Personaldecke stabil, angesichts des Wettbewerbs mit der freien Wirtschaft und anderen Verwaltungen muss die Krönchenstadt jedoch die Ellenbogen ausfahren. „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber“, zeigt sich Dirk Helmes überzeugt. Genau das müsse bekannter werden, um bei der Personalgewinnung von morgen zu punkten.

Verwaltung präsentiert sich mit einer Broschüre

Die Erkenntnisse einer Interviewserie, die Personalentwickler Dr. Eckart Diezemann im vergangenen Jahr im Hause durchgeführt hat, dienten als Grundlage für eine Broschüre, mit der die Verwaltung sich nun präsentiert. „Kompetent. Miteinander. Nah dran.“ – so lautet der Slogan, mit dem die Stadt Gesicht zeigen möchte. Oder besser: Gesichter. Zuallererst gehe es darum, authentisch zu kommunizieren, Kompetenz zu präsentieren. „Wir freuen uns sehr, dass sich Kolleginnen und Kollegen bereit erklärt haben, uns als Markenbotschafter zur Verfügung zu stehen“, erklärt Helmes im SZ-Gespräch. Nicht professionelle oder gar stadtfremde Fotomodelle wurden hierfür abgelichtet, sondern eben echte Kollegen, die ihren Blick auf die Arbeit bei der Siegener Stadtverwaltung schildern.

Die Stadt Siegen geht in die Offensive, poliert das
angestaubte Image einer Verwaltung auf: Mit einer
Marketingkampagne möchte sie sich als attraktive Arbeitgeberin positionieren. Eine Broschüre (kleines Bild) macht den Anfang.
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    angestaubte Image einer Verwaltung auf: Mit einer
    Marketingkampagne möchte sie sich als attraktive Arbeitgeberin positionieren. Eine Broschüre (kleines Bild) macht den Anfang.
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Zielgruppenspezifisch spricht die Broschüre verschiedene Adressaten an, vom angehenden Azubi über den Baby-Boomer als potenziellen Arbeitsplatzwechsler bis hin zum Quereinsteiger. In einem zweiten Schritt soll ein Podcast folgen, Arbeitstitel: „Flurfunk“.

Einige Benefits für Mitarbeiter

„Wir bieten mehr und sind weiter als viele Unternehmen in der freien Wirtschaft“, ist sich Dirk Helmes sicher. „Nun muss es uns gelingen, das an die Menschen zu transportieren.“ Neben einem krisensicheren Arbeitsplatz und einem breiten Aufgabenspektrum gewährt die Stadt ihren Mitarbeitern einige „Benefits“ als Bonbons – besonders beliebt sind laut Helmes der jährliche Gesundheitstag, Zuschüsse zum Fitnessstudio und das Dienstrad-Leasing. Die Stadt hebe sich zudem damit ab, dass sie einen Ansprechpartner für Psyche und Sucht habe.

Noch läuten im Rathaus keine Alarmglocken. Während in anderen Betrieben schon nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzt werden können, konnte die Stadt ihre eigenen auch in diesem Jahr besetzen, und zwar vorausschauend über Bedarf. Bei einigen Positionen hingegen sei es nicht leicht, Bewerber zu finden. Zum dritten Mal in Folge ging die Ausschreibung der vakanten Stelle eines Straßenbauingenieurs ins Leere.

Besonderes Stellenangebot der Stadtverwaltung

Um ihre Stellen in der Bauaufsicht weiterhin besetzen zu können, setzt die Stadt jetzt als eine von nur wenigen Kommunen auf ein besonderes Ausbildungsangebot: Bachelor-Absolventen in den Bereichen Architektur, Städtebau oder Ingenieur/Baubetrieb können in einem dualen Studium bei der Stadt zum Stadtbauoberinspektor avancieren und ins Beamtenverhältnis im gehobenen Dienst aufgenommen werden. Zwei solcher Ausbildungen wurden bereits abgeschlossen, zwei weitere laufen gerade. Helmes: „Wir überlegen auch, dieses Modell auf den Tiefbaubereich auszuweiten.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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