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Einsatzzahl leicht gestiegen
Polizei vor allem in Siegen gefordert

Die Polizei Siegen-Wittgenstein befasste sich im vergangenen Jahr mit rund 70 000 Einsätzen. Gut die Hälfte davon in der Stadt Siegen. Durch Corona haben sich die Einsatzanlässe aber auch geändert.
  • Die Polizei Siegen-Wittgenstein befasste sich im vergangenen Jahr mit rund 70 000 Einsätzen. Gut die Hälfte davon in der Stadt Siegen. Durch Corona haben sich die Einsatzanlässe aber auch geändert.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

juka Siegen. Knapp 70 000 Einsätze hat die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein im Jahr 2020 bewältigt, rund 191 Mal am Tag rückten die Beamten somit aus oder mussten eingreifen. Ein nennenswerter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist das nicht.

Um weniger als 1 Prozent hat die Einsatzzahl zugenommen. Rund 40 Prozent dieser Einsätze werden dabei durch Notrufe ausgelöst. Dennoch gab es insbesondere bei den Einsatzbereichen im Corona-Jahr 2020 Unterschiede.
EinsatzorteRund 50 Prozent aller Einsätze der Kreispolizeibehörde fanden 2020 in Siegen statt. „Siegen als Oberzentrum bildet auch für das polizeiliche Einsatzgeschehen den Schwerpunkt“, erklärt Pressesprecher Stefan Pusch. Rund 35 000 Einsätze waren es demnach in der größten Kommune des Kreisgebiets.

juka Siegen. Knapp 70 000 Einsätze hat die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein im Jahr 2020 bewältigt, rund 191 Mal am Tag rückten die Beamten somit aus oder mussten eingreifen. Ein nennenswerter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist das nicht.

Um weniger als 1 Prozent hat die Einsatzzahl zugenommen. Rund 40 Prozent dieser Einsätze werden dabei durch Notrufe ausgelöst. Dennoch gab es insbesondere bei den Einsatzbereichen im Corona-Jahr 2020 Unterschiede.

Einsatzorte

Rund 50 Prozent aller Einsätze der Kreispolizeibehörde fanden 2020 in Siegen statt. „Siegen als Oberzentrum bildet auch für das polizeiliche Einsatzgeschehen den Schwerpunkt“, erklärt Pressesprecher Stefan Pusch. Rund 35 000 Einsätze waren es demnach in der größten Kommune des Kreisgebiets. Ebenfalls auffällig sind die Zahlen der Stadt Kreuztal, die elf Prozent der Gesamteinsätze ausmachen. Damit weist die Stadt einen etwa zwei- bis dreimal so hohen Wert im Vergleich mit den weiteren Kommunen aus. „Die Einsatzlage in den übrigen Städten und Gemeinden unterscheidet sich hingegen nicht signifikant“, so Pusch.

Einsatzanlässe

Betrachtet man die sogenannten außenveranlassten Einsätze, also Einsätze, die von außen, beispielsweise durch Notrufe, an die Polizei herangetragen werden, stehen Verkehrsunfälle mit Sachschaden in dieser Liste ganz oben. Gut 6500 Einsätze gibt es hier zu verzeichnen. Dahinter folgen Gefahrenstellen, darunter fallen beispielsweise umgekippte Bäume auf Straßen oder Schnee auf steilen Strecken, die Fahrzeuge vor Probleme stellen. Auch zu Ruhestörungen wurde die Polizei Siegen-Wittgenstein 2020 häufig gerufen.

Veränderte Einsatzbereiche

Die Corona-Pandemie hat auch die Aufgaben der Polizei im Jahr 2020 deutlich verändert. Sondereinsätze bei Sportveranstaltungen, wie Fußballspielen, dem Triathlon in Buschhütten oder dem Firmenlauf sind deutlich zurückgegangen, auch die Präsenz bei kulturellen Veranstaltungen wie Kultur Pur, Stadt- und Dorffesten sowie Schützenfesten war nur sehr selten bis überhaupt nicht nötig.

Dass es auch weniger Einsätze aufgrund von Verkehrsunfällen zu verzeichnen gibt, führt die Polizei auf den verringerten Pendlerverkehr zurück. „Ebenfalls rückläufig sind die außenveranlassten Einsatzzahlen in den Innenstädten zur Nachtzeit“, zeigt Pusch auf. Dies sei auch schon vor dem Inkrafttreten der Ausgangssperre der Fall gewesen und insbesondere auf die Schließung der Gastronomie zurückzuführen.

Corona-bedingte Einsätze wie Streifenfahrten, Verkehrskontrollen oder die Überprüfung von Posern und Rasern haben laut Polizei hingegen zugenommen.

Demonstrationen

Im Corona-Jahr 2020 wurden bei der Siegener Polizei 146 Versammlungen angemeldet. Das sind 21 mehr als im Vorjahr. Unter Versammlungen fallen allerdings auch Infostände , wenn diese auf Kommunikation und Diskussion ausgerichtet sind. Verantwortlich für die steigende Zahl der Demonstrationen, laut der Statistik gab es 2020 so mindestens an jedem dritten Tag eine, war laut der Polizei unter anderem die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Aber auch aufstrebende gesellschaftliche Themen wie „Fridays for Future“ trieben immer wieder Menschen auf die Straße. Gründe für Demonstrationen waren auch weltpolitische Themen wie die Flüchtlingssituation oder zuletzt die Situation in der Pandemie.

Einsatzreaktionszeit

Die Polizei Siegen-Wittgenstein war, fasst man alle außenveranlassten Einsätze zusammen, im Durchschnitt zwölf Minuten nach dem Eingang des Notrufs am Ort des Geschehens. „Landesweit liegt die Kreispolizeibehörde mit diesen Werten, trotz der großen abzudeckenden Fläche, im absoluten Spitzenfeld, im Jahr 2020 sogar auf Platz 1“, zeigt Pusch auf. Die durchschnittliche Einsatzreaktionszeit des Landes NRW betrage über 15 Minuten.

Die Reaktionszeit wird dabei ab dem Eingang des Notrufs berechnet und endet mit dem Eintreffen des ersten Einsatzmittels vor Ort. „Hierzu zählen also Notruf-/Anrufdauer, Anlegen des Einsatzes, Ansprechen und Entsenden des Einsatzmittels sowie die Anfahrt des Einsatzmittels zum Einsatzort“, zählt Pusch auf.

Geht also beispielsweise ein Anruf mit dem Hinweis auf einen bereits beendeten Diebstahl ein, der Anrufer selbst ist aber erst wieder nach einer gewissen Zeit am Ort des Geschehens, fließen auch diese Minuten oder Stunden in die Reaktionszeit mit ein. „Dadurch ergibt sich in diesem Fall eine lange Einsatzreaktionszeit, ohne dass es tatsächlich zu einem Qualitätsverlust bei der Einsatzwahrnehmung führt“, erläutert Pusch.

Liegen allerdings gravierende Gefahrensituationen vor, in denen schnelles Handeln geboten ist, beispielsweise wenn der Täter noch vor Ort ist, bei schweren Verkehrsunfällen oder bei weiter laufenden Straftaten wie Schlägereien, ist die Polizei im Schnitt in unter sechs Minuten am Einsatzort.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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