Polizeieinsatz bei „Onkelz“-Party

Die  „Dead Rabbit Heads“ sind in Raumland aufgetreten. Mit der rechten Szene haben sie allerdings nichts zu tun. Foto: tobi
  • Die  „Dead Rabbit Heads“ sind in Raumland aufgetreten. Mit der rechten Szene haben sie allerdings nichts zu tun. Foto: tobi
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vö - Die Anzahl der Besucher, die am Samstagabend zur Böhse-Onkelz-Party in der Raumländer Sporthalle gekommen waren, lag nicht viel über der jener Polizeibeamten, die am Rande der Veranstaltung als Sicherheitskräfte zum Einsatz kamen. Nach SZ-Informationen wurden in Raumland zwischen 18.30 und 1 Uhr bis zu 50 Polizisten eingesetzt, darunter auch Beamte in Zivil und Spezialkräfte sowie wenige Mitarbeiter des Staatsschutzes in Hagen. Alle Autos, die auf dem Weg in Richtung Sporthalle waren, wurden bereits in Höhe des THW-Gebäudes – großflächig ausgeleuchtet – angehalten und kontrolliert. Die Insassen mussten sich ebenfalls einer Überprüfung unterziehen. Unter der Hand war zu erfahren, dass sich angeblich Mitglieder der rechten Szene aus dem Ruhrgebiet in Raumland angekündigt hätten. „Wir haben eine Kontrollstelle eingerichtet, um mögliche Straftaten zu verhindern und für die öffentliche Sicherheit zu sorgen“, sagte Polizeisprecher Meik Reichmann auf SZ-Anfrage.

Im Vorfeld sei bekannt geworden, dass möglicherweise Vertreter der rechten Szene die Veranstaltung für ihre Zwecke missbrauchen wollten. In diesem Zusammenhang dürfe nicht vergessen werden, dass die „Böhsen Onkelz“ eine rechte Vergangenheit aufzuweisen hätten. Meik Reichmann: „Es waren Ausschreitungen zu befürchten.“ Im Verlauf des Abends habe sich dann herausgestellt, dass statt der erwarteten 250 nur 120 Besucher gekommen seien. Bilanz der Polizei? Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, so Meik Reichmann, es seien nur wenige Gegenstände sichergestellt worden.

Jörg Hippenstiel, Veranstalter der Party, hielt den Polizeieinsatz – vorsichtig formuliert – für überdimensioniert: „Die haben mir die komplette Party versaut.“ Er sei davon überzeugt, so der Veranstalter, dass viele Besucher wieder kehrt gemacht hätten – weil sie das große Polizeiaufkommen nicht richtig hätten einordnen können. Er habe sämtliche Auflagen der Stadt Bad Berleburg bis ins letzte Detail erfüllt, in der Halle sei nichts zu Bruch gegangen und Ärger habe es nicht ansatzweise gegeben. Jörg Hippenstiel: „Kein einziges Mitglied der rechten Szene war in der Halle, nur ganz normale Leute.“ Er ärgere sich maßlos darüber, dass die Polizei nicht einmal das Gespräch zu ihm gesucht habe, erklärte Jörg Hippenstiel – weder im Vorfeld, noch am Abend selbst. Selbst die Taxifahrer hätten am THW umdrehen müssen, ihnen sei die Weiterfahrt zur Halle untersagt worden.

Unter dem Strich bleibe ihm als Veranstalter jetzt ein Haufen Ärger, er habe durch die ausbleibenden Gäste viel Geld verloren und unter dem Strich werde man noch in die rechte Ecke gestellt. Damit hat auch Christian John, Frontmann der „Dead Rabbit Heads“, die an dem Abend aufgetreten sind, ein Problem. Seine Band stehe für Toleranz und Meinungsvielfalt: „Ich weiß ja nicht, wen die Polizei gesucht hat. Aber in der Halle waren keine Leute aus der rechten Szene. Wir haben nur Menschen vor der Bühne gesehen, die feiern wollten.“

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