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Burbach-Prozess
Polizistin empfand Wachleute als problematisch

„Die dürften da eigentlich gar nicht arbeiten“, sagt eine Polizistin rückblickend über die Wachmänner in Burbach.
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  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mick Siegen/Burbach. Bevor sich das Burbach-Hauptverfahren bis Ende Juli in die Sommerpause verabschiedet, wurden am Freitagmorgen noch einmal drei Zeugen gehört. Zwei weitere waren – einmal mehr – nicht erschienen. Richtig spannend wurde es ohnehin erst am Nachmittag im abgetrennten Prozess gegen Ex-Wachmann K. Hier wurde eine Polizeibeamtin geladen, die bei der Vernehmung eines Bewohners gedolmetscht hatte. Was vor zwei Wochen das Misstrauen der Verteidiger erregte, dass da eine evtl. nicht offiziell zugelassene Kraft am Werk hätte sein können. Da ging es um einen Mann, der nach seiner Darstellung versucht hatte, einen Streit zu schlichten, danach aber selbst von den Wachleuten geschlagen und getreten wurde.

mick Siegen/Burbach. Bevor sich das Burbach-Hauptverfahren bis Ende Juli in die Sommerpause verabschiedet, wurden am Freitagmorgen noch einmal drei Zeugen gehört. Zwei weitere waren – einmal mehr – nicht erschienen. Richtig spannend wurde es ohnehin erst am Nachmittag im abgetrennten Prozess gegen Ex-Wachmann K. Hier wurde eine Polizeibeamtin geladen, die bei der Vernehmung eines Bewohners gedolmetscht hatte. Was vor zwei Wochen das Misstrauen der Verteidiger erregte, dass da eine evtl. nicht offiziell zugelassene Kraft am Werk hätte sein können. Da ging es um einen Mann, der nach seiner Darstellung versucht hatte, einen Streit zu schlichten, danach aber selbst von den Wachleuten geschlagen und getreten wurde.

Polizistin hat gedolmetscht

Sie habe bei Einsätzen in Burbach immer wieder albanische Wortfetzen aufgeschnappt, die auf Übergriffe der Sicherheitsleute auf Bewohner hingedeutet hätten, sagte die Polizistin. Sie hat albanische Wurzeln, ist zweisprachig aufgewachsen und betonte nachhaltig, die Sprache ihrer Eltern gut zu beherrschen. Sie sei zehn Jahre lang parallel zur deutschen auch auf eine albanische Schule gegangen: „Deshalb habe ich schon während der Ausbildung auch gedolmetscht.“

"Abfälliges Verhalten" der Wachleute in Burbach

Sie fügte an, die Wachleute in Burbach als durchaus problematisch empfunden zu haben: „Sie haben sich selbst uns gegenüber abfällig verhalten.“ Sie sei damals zu ihrem Vorgesetzten gegangen und habe diesem geraten, „darauf ein Auge zu haben“. Kollegen hätten berichtet, „dass da Männer arbeiten, die sie aus anderen Einsätzen kennen. Die dürften da eigentlich gar nicht arbeiten. Das wurde intern bei uns diskutiert.“

Wachleute waren beliebt

Danach gab es einen kurzen Auftritt der Schwester des Angeklagten, die zudem als Betreiberin eines Wachdienstes zeitweilig seine Arbeitgeberin war. Sie sollte auf Wunsch der Verteidiger bestätigen, dass K. ab dem 2. August 2014 bis zum Ende des Vertrags der Wachfirma mit der Einrichtung im September in Burbach gearbeitet hat. Danach nutzte sie die Chance: „Ich habe mich sehr gewundert, dass ich bisher nicht geladen worden bin“, erklärte die Frau im Anschluss an die Fragen des Gerichts. Sie wolle einmal für die Wachleute sprechen. Gerade ihr Bruder und einige weitere Personen hätten zu den beliebtesten Sicherheitsmitarbeitern gehört, die mit den Bewohnern geraucht und sich für diese eingesetzt hätten.

Ehefrau schildert Erlebnisse in Burbach

Zurück zum Hauptverfahren am Morgen: Dort hatte eine Zeugin davon berichtet, wie ihr Mann nach einem Streit zwischen den Eheleuten von drei Sicherheitsmännern abgeholt und ins „Problemzimmer“ verfrachtet wurde. „Wir haben geschrien“, so die Zeugin. „Ich werde diesen Tag niemals vergessen“, betonte die 28-Jährige mehrfach. Immerhin sei auch ihre Tochter dabei gewesen, wie der Ehemann und Vater zu Boden geworfen und gefesselt wurde. Mit den Füßen der Wachleute im Gesicht, zog sie einen Vergleich zum „Foto mit dem Mann aus England oder so“ – und meinte damit George Floyd. Erst am nächsten Morgen sei ihr Gatte – der auch geladen, aber nicht gekommen war – herausgelassen und dann noch drei Tage in ein anderes Zimmer gebracht worden. Sie identifizierte die Angeklagten G. und O. als zwei der drei Männer, die damals ihren Mann mitgenommen hätten.

Im „Ableger“ geht es am 9. Juli weiter, während das Hauptverfahren erst am 27. Juli fortgesetzt wird.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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