Pollen ärgern die Allergiker

Die Haselblüte blüht - und ärgert damit bereits die Allergiker. Archivbild: Dirk Manderbach

sos - Hasel-, Erlen- und Birkenpollen sind unterwegs – das wissen Allergiker längst, denn ihnen läuft schon wieder die Nase. Sie niesen – gleich mehrere Male hintereinander – und reiben sich die Augen. Doch warum sind viele Menschen so stark von einer Pollenallergie betroffen, während andere keinerlei Beschwerden haben? 

Professor Wolfgang Pfützner, Oberarzt und Sprecher des Allergiezentrums Hessen, erklärt, dass es bislang keine endgültigen Forschungsergebnisse diesbezüglich gäbe. Allerdings, so fügt er hinzu, hätten einige Studien Hinweise geliefert, dass Bauernhofkinder im Allgemeinen weniger gefährdet seien als Kinder in städtischen Gebieten. Woran genau das liege, wisse man noch nicht. Einige Wissenschaftler vermuteten, so der Oberarzt, dass der Kuhstall besonders gute Voraussetzungen für Keime liefere, wodurch das Immunsystem der Kinder auf mögliche Allergieerreger vorbereitet werde.

Diese Theorie sei jedoch umstritten, weiß Dr. Birgit Klöckner, Fachärztin für Innere Medizin in Siegen. Hauptfaktor für die Ausbildung des Immunsystems sei die genetische Veranlagung; wenn beide Elternteile allergisch auf Pollen reagierten, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie dies auch ihren Kinder vererbten.

Für all diejenigen, die – aus welchen Gründen auch immer – dem Pollenflug mit Schrecken entgegensehen, hat Prof. Pfützner einige Ratschläge, die im Alltag helfen können. Mit einer Haarwäsche am Abend entferne der Patient auch die Pollen, die sich dort im Laufe des Tages angesammelt hätten. Die getragene Kleidung solle man nicht im Schlafzimmer lagern, damit ein geruhsamer(er) Schlaf möglich sei. Ein weiterer Tipp sei der Einbau eines Pollenfilters im Auto. Wem sich die Möglichkeit biete, der könne seinen April-Urlaub im Hochgebirge verbringen; dort blühten Hasel, Erle und Birke erst in ein paar Wochen. Trotz alledem müsse der Patient sicherlich zu Medikamenten greifen, um die Allergiezeit im Frühjahr und Sommer zu überbrücken.

Es sei zweifellos immer sinnvoll, es mit einer Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Pollenextrakten zu versuchen. Die Behandlung dauere zwar insgesamt drei Jahre, doch danach linderten sich die Beschwerden der Patienten merklich, erläutert Pfützner. Die Erfolgschancen lägen bei 60 bis 80 Prozent. Ob die Therapie anschlage, so Dr. Klöckner, hänge mit dem Alter der Betroffenen und der Dauer der Allergie zusammen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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